„Solitäre“ im Museum

rai Freusburg. Schwarzweiß-Fotografien auf der einen Seite, Plastiken auf der anderen: So verschieden die Kunstwerke von Gerhard Junglas und Arnold Morkramer nicht nur aufgrund von Technik und Material sind, so verbindet beide Künstler eine gemeinsame Ansicht: „Der inhaltliche Wert der Arbeit“, sagte Gerhard Junglas bei der Vernissage von „Solitäre“ im Otto-Pfeiffer-Museum Freusburg. Für den Förderverein Freusburg zur Erhaltung geschichtlicher und kultureller Werte begrüßte Vorsitzender Robert Stettner die Besucher und befand, dass die beiden zu den bodenständigen Künstlern der Region gehören, die sich nicht am Mainstream und am Kunstmarkt orientieren würden, sondern am Betrachter. „Das befreit sie vom Beigeschmack des Modischen“, sagte Stettner.

Bei der Eröffnung war es dann keine „weichgespülte“ Ansprache, die der in Herdorf lebende Junglas hielt. Vielmehr war es ein Plädoyer für Respekt und Würde, vor den Dingen, der Natur und den Mitmenschen. Er sei sich durchaus bewusst, dass der Respekt vor den Dingen den Prinzipien der profitorientierten Wegwerfgesellschaft widerspreche; und der vor der Natur dort ende, wo er mit wirtschaftlichen Interessen kollidiere. Das Thema „Solitäre“ weise auf Wertvolles, Einmaliges und Kostbares hin, führte der Künstler in die Schau ein. Diese Besonderheiten in der Alltäglichkeit und der Einfachheit seiner Objekte ist es, was Junglas mit seinen Fotografien zeigen möchte. Die einen sind im Silbergelatine-Verfahren in der guten alten Dunkelkammer abgezogen, die anderen im modernen Verfahren des Giclée-Drucks mit Tusche projiziert. Der heute 71-Jährige fotografiert seit seinem 15. Lebensjahr. Immer noch analog. „Keine Kamera ist jünger als 30 Jahre“, verriet er. Es sind unspektakuläre Aufnahmen, die auf etwas aufmerksam machen möchten. Banales, einfache Einzelstücke, nimmt Junglas in den Sucher seiner Kameras und zeigt, was für ihn die Kunst beim Fotografieren ist: „Das Schauen.“ Er zeigt auf ein Foto mit einer Kaulquappe und meint: „Viele wissen heute gar nicht, dass es mal ein Frosch oder eine Kröte wird.“

Einmaligkeit findet man auch in den Plastiken von seinem Mitstreiter Arnold Morkramer. Denn die im Vakuumausschmelzverfahren entstandenen Arbeiten sind Unikate: „Bei diesem Verfahren muss die Form zerschlagen werden“, sagte der 79-Jährige aus Bruchertseifen. Neben zwei etwas älteren Arbeiten, dem „Gordischen Knoten“ und „Über den Reichtum“, ist die 2007 entstandene Plastik „Fest der Narren – die Schaumschläger“ zu sehen. Von dieser Arbeit sagte der Künstler selbst: „Das ist meine böseste Plastik“.

Schaumschläger habe man genug, und ein Fest der Narren finde man tagtäglich, merkte Morkramer gesellschaftskritisch an. Die Ausstellung ist an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 17 bis 20 Uhr zu sehen, bis 7. Juni.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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