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Neues Außenbecken entsteht
Sonniges Saunavergnügen im Molzbergbad

In dieser Woche haben die Außenarbeiten für das neue Außenbecken begonnen. Dazu muss zunächst einmal der alte Teich abgebrochen werden, auch weil die Terrasse deutlich vergrößert wird. Fotos: thor
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  • In dieser Woche haben die Außenarbeiten für das neue Außenbecken begonnen. Dazu muss zunächst einmal der alte Teich abgebrochen werden, auch weil die Terrasse deutlich vergrößert wird. Fotos: thor
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thor Kirchen. Wenn es schlecht läuft, dann wird sich Christoph Weber in einigen Monaten wie auf dem berühmt-berüchtigten neuen Flughafen in Berlin fühlen. Dort soll der Betrieb – nun wirklich – im Herbst aufgenommen werden. Eventuell hält sich der Flugverkehr dann aber immer noch stark in Grenzen. Dem Geschäftsführer der Freizeitbad Molzberg GmbH droht ein ähnliches Schicksal: Ende Juli soll das neue Außenbecken für die Sauna fertiggestellt sein. Nur könnte es dann mangels Gästen gar nicht genutzt werden, weil das gesamte Bad dann immer noch geschlossen ist. Derzeit nur Spekulation, gleichwohl durchaus realistisch.

Am 14. März ist das Bad in den Lockdown gegangen. Still und starr ruht seitdem die Wasserfläche.

thor Kirchen. Wenn es schlecht läuft, dann wird sich Christoph Weber in einigen Monaten wie auf dem berühmt-berüchtigten neuen Flughafen in Berlin fühlen. Dort soll der Betrieb – nun wirklich – im Herbst aufgenommen werden. Eventuell hält sich der Flugverkehr dann aber immer noch stark in Grenzen. Dem Geschäftsführer der Freizeitbad Molzberg GmbH droht ein ähnliches Schicksal: Ende Juli soll das neue Außenbecken für die Sauna fertiggestellt sein. Nur könnte es dann mangels Gästen gar nicht genutzt werden, weil das gesamte Bad dann immer noch geschlossen ist. Derzeit nur Spekulation, gleichwohl durchaus realistisch.

Am 14. März ist das Bad in den Lockdown gegangen. Still und starr ruht seitdem die Wasserfläche. Dass jetzt zumindest Handwerker wieder ein- und ausgehen, ist der neuesten Investition zu verdanken. Wie berichtet, hatte der Aufsichtsrat im vergangenen Jahr grünes Licht gegeben, die Sauna durch ein Außenbecken aufzuwerten. Die Verbandsgemeinden Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain lassen sich das insgesamt rund 800 000 Euro kosten.

Es ist dies die erste große „Nachbesserung“ seit der Einweihung des Neubaus vor neun Jahren. Damals passte das Becken nicht ganz ins Budget. „Wir haben es aber schon immer für einen unverzichtbaren Bestandteil der Sauna gehalten“, betonte Weber im SZ-Gespräch. Und überhaupt: „Es ist eine Frage des Wettbewerbs. „Mir fällt auf Anhieb keine Sauna ohne Außenbecken ein.“

Aber natürlich wäre Weber nicht Weber, wenn er nicht einen Masterplan in der Schublade liegen hätte, was in diesem Fall bedeutet, dass beim Bau das Außenbecken mit gewissen Leitungsanschlüssen berücksichtigt wurde. Die „Leerrohre“ sparen nun Geld.

Nachdem die Arbeiten im Untergrund des Bades (Filteranlagen, Leitungen etc.) abgeschlossen sind, ist seit Montag nun auch von außen erkennbar, dass sich im Molzbergbad etwas tut. Eigentlich hätte alles mit leichten Einschränkungen im Normalbetrieb laufen sollen, das hat sich nun erledigt. Als erste Maßnahme wird der bisherige Teich – im Verwaltungsdeutsch: „optische Wasserfläche“ – abgerissen, etwas unterhalb entsteht das neue, ganzjährig nutzbare Becken aus Edelstahl, die Terrasse wird vergrößert. Insgesamt wird es eine Wasserfläche von 60 Quadratmetern haben bei einer Tiefe von 1,35 Meter. Der besondere Clou wird eine sogenannte Infinityrinne sein, über die das Wasser strömt und an der man sich – bei speziellen Events – künftig auch mal einen Cocktail reichen lassen kann.

Weil eine der Baufirmen einen Corona-Verdachtsfall unter ihren Mitarbeitern hatte, werden sich die Arbeiten leicht um zwei Wochen verzögern. Ende Juli soll das Wasser ins Becken eingelassen werden.

Doch wie eingangs beschrieben: Die spannende Frage wird sein, ob die Bäder in Deutschland dann schon wieder offen sind. „Ich persönlich gehe davon aus, dass wir mit zu den letzten gehören, die von Lockerungsmaßnahmen profitieren werden“, sagte der Geschäftsführer. Mittelfristig erhoffe man sich aber schon deutlich mehr Sauna-Besucher. Sind es momentan rund 25 000 pro Jahr, künftig knapp 30 000 wäre der „best case“. Damit würde das Bad aber auch an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Und ja, es sei angedacht, im Zuge der Attraktivitätssteigerung auch die Preise für den Saunabesuch zu erhöhen, bestätigte Weber.

Nach der Schließung ist das Molzbergbad übrigens in den Minimalbetrieb gegangen. Der kompensiert auch die fehlenden Einnahmen: „Es ist auf keinen Fall von einem höheren Zuschuss auszugehen“, so die Ansage des Geschäftsführers, die in diversen Räten sehr genau zur Kenntnis genommen werden dürfte. Die Mitarbeiter haben schon erste kleinere Revisionsarbeiten durchgeführt – wie bundesweit alle ihre Kollegen. „Was vorzuziehen war, haben wir vorgezogen.“ Entsprechend sind aber die Fachfirmen im ganzen Land eingebunden. Das bedeutet, dass nach wie vor die übliche Schließung in der letzten Sommerferienwoche bzw. zu Schulbeginn geplant ist. Immer vorausgesetzt, die Einschränkungen sind dann beendet.

Grundsätzlich, so der Blick in eine noch ungewisse Zukunft, habe man in Bädern schon jetzt einen hohen Hygiene-Standard. Sollten Öffnungen wieder erlaubt werden, könnte sich Weber ein Stufenmodel vorstellen. So sei es z. B. bei den Kursen relativ einfach möglich, auf die erforderlichen Abstände zu achten.

Zurück zum Masterplan: Der sieht laut Weber sukzessive Verbesserungen und Optimierungen vor. Und da er als Geschäftsführer rein wirtschaftlich denken muss, hat er dabei nur die Sauna im Blick. Daher taucht der Einbau einer Rutsche im Schwimmbad nach wie vor nicht in den Überlegungen auf. Weber verdeutlichte noch einmal, dass es ein funktionelles Bad bleiben werde und ein Spaßbad das Defizit der Gesellschafter garantiert erhöhen würde, auch eine Rutsche: „Aber wenn die wollen, baue ich das.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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