Personalsituation in Kirchen war Thema im Rat
Sorgen wegen Fluktuation im Rathaus

Zuletzt haben etliche Mitarbeiter das Kirchener Rathaus verlassen.  Das wurde jetzt von SPD und Grünen kritisch zur Sprache gebracht.
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  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Kirchen. Zum allerersten Mal wurde Bürgermeister Maik Köhler am Mittwoch Abend im Verbandsgemeinderat öffentlich mit einem Thema konfrontiert, das seinem Vorgänger Jens Stötzel regelmäßig um die Ohren geflogen war: eine großes Gehen in der Verwaltung. Kurz entbrannte eine derart heftige Diskussion, dass man schon Angst um die beiden brennenden Kerzen im überdimensionalen Adventskranz in der Mitte des Saales haben musste.

Es war SPD-Fraktionschefin Angelika Buske gewesen, die im Rahmen der Haushaltsberatung den Stein ins Rollen gebracht hatte. Zuletzt hätten elf Mitarbeiter dem Rathaus den Rücken gekehrt: „Und das liegt sicher nicht nur am Tarif in Nordrhein-Westfalen“, sagte Buske mit Verweis auf eine vermeintlich bessere Bezahlung „Die hohe Fluktuation macht mir große Sorgen.“ Die Kirchener Verwaltung müsse alles dafür tun, gute Leute zu halten.

Das Thema wurde dann später nochmals von Kurt Möller (Grüne) aufgegriffen. In früheren Zeiten hätte dieser Personalschwund eine „Tsunami-Welle“ im Rat ausgelöst, meinte er, um sich dann einem etwas anders gelagerten Fall zu widmen. In der Sitzung des Kirchener Stadtrats am Donnerstag werde man über Bauanträge entscheiden müssen, die nicht rechtzeitig im jüngsten Bauausschuss vorgelegen hätten. Er erwarte vom „Mutterhaus“ ein effektiveres und schnelleres Arbeiten im Sinne der Ortsgemeinden und der Stadt: „Das ist nicht die richtige Geschwindigkeit. Das Angebot ist in keiner Weise zufriedenstellend.“

Und es kam, wie es kommen musste: Wirtschaftsförderer und Bauamtsleiter Tim Kraft, ansonsten eher das Synonym für Zurückhaltung, musste merklich dagegen angehen, nicht aus der Haut zu fahren. Es werde sich an der Vorgehensweise rein gar nichts ändern, teilte er Möller mit. Im Bauamt werde keine Planwirtschaft betrieben. Wenn ein Unternehmen einen Bauantrag einreiche, seien alle Stellungnahmen einzuholen und gewisse Fristen zu beachten. Da könne man sich nicht nach Ausschuss-Sitzungen richten. Möllers Forderungen seien absolut unrealistisch, meinte Kraft. Und überhaupt: Im Bauamt habe niemand das Team verlassen.

Christoph Schroeter (Grüne) monierte aber, dass teuer angeschaffte Systeme wie das „Eagle Eye“ zur Erkennung von Straßenschäden nicht ausreichend genutzt würden. Auch für den Internet- Auftritt der Verbandsgemeinde Kirchen „muss man sich schämen“.

Volle Rückendeckung erhielt der Bauamtsleiter von Köhler: „Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter grundlos und substanzlos kritisiert werden. Das gehört sich nicht.“ Was die Homepage angehe, werde diese bald mit Hilfe eines externen Dienstleisters neu aufgebaut, so der Bürgermeister.

Anna Neuhof (Grüne) hielt daran fest, dass man gleichwohl das Thema „Fluktuation“ ernsthaft betrachten müsse: „Elf Leute, die gehen, sind kein gutes Zeugnis.“

„Natürlich muss man darüber reden“, kam es von Köhler zurück. Allerdings hätten in diesem Jahr nicht elf, sondern sieben Mitarbeiter die Verwaltung verlassen. Parallel habe man 2019 rund 200 Bewerbungen erhalten. Von Georg Seidenfuß (CDU) folgte abschließend der Hinweis, dass man in Kirchen nun einmal nicht über viele höherwertige A-Stellen verfüge. Daher sei die CDU auch stets gesprächsbereit, wenn Stellen höher bewertet werden sollen.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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