Streit um abgelehnte Gastschulanträge
Standort Bärendienst erwiesen

Wer hätte gedacht, dass um den Schulstandort Herkersdorf/Offhausen noch einmal eine ähnliche Diskussion entbrennt wie zu jener Zeit, als um den Erhalt der Außenstelle gekämpft wurde?
  • Wer hätte gedacht, dass um den Schulstandort Herkersdorf/Offhausen noch einmal eine ähnliche Diskussion entbrennt wie zu jener Zeit, als um den Erhalt der Außenstelle gekämpft wurde?
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  • hochgeladen von Marc Thomas

thor Kirchen. Wenn es ein politisches Gremium in der Verbandsgemeinde Kirchen gibt, das denkbar ungeeignet für emotionale politische Debatten ist, dann mit Sicherheit der Schulträgerausschuss. Es geht schließlich um Kinder. Am Donnerstagabend wurde man allerdings eines Schlechteren belehrt. Und nein, die Diskussion per Webex-Runde drehte sich nicht um eine neue Turnhalle am Molzberg (der Tagesordnungspunkt wurde abgesetzt), sondern um die Grundschul-Außenstelle Herkersdorf/Offhausen. Dabei schien dieses Thema doch endgültig abgehakt zu sein.

Angelika Buske (SPD) war es, die die Anmeldezahlen im öffentlichen Teil besprochen haben wollte, dann aber recht schnell auf abgelehnte Gastschulanträge zu sprechen kam. Während man bei einem Wechsel von Kirchen nach Herkersdorf/Offhausen wohl eine ellenlange Begründung liefern müsse, sei das in umgekehrter Richtung eine reine Formsache. Das jedenfalls sei ihr zu Ohren gekommen.

Klare Vorgaben vom Gesetzgeber

Schulleiter Lars Lamowski erklärte, dass es klare Vorgaben vom Gesetzgeber und inzwischen auch ein Urteil gebe. Wünschten die Eltern die Einschulung an einer Ganztagsschule in Angebotsform (Molzberg), sei dem sofort zustimmen. Er wisse von einem Schreiben einer ehemaligen Mutter (im Namen der Elterninitiative), das er über „ein paar Ecken“ erhalten habe und in dem er mit „grenzwertigen Unterstellungen“ scharf kritisiert werde. Fakt sei, dass in diesem Jahr erstmals vier Anträge abgelehnt worden seien, fünf habe man bewilligt, betonte Lamowski. Seine Praxis sei eigentlich die, dass er die Eltern mit Wechselwunsch genau berate: „Wir geben ihnen sogar erneut die Chance, sich noch ausführlicher zu äußern.“

Diese Diskussion, so der Schulleiter, hätte man lieber im kleinen Kreis führen sollen als in der Öffentlichkeit. So habe man es zuletzt immer gehalten. Aber das sei offenbar nicht gewollt gewesen. Er rate dringend dazu, sämtliche Emotionen außen vor zu lassen.

An Schule Mediation erforderlich

Daraufhin gab es einen Rüffel von Anna Neuhof (Grüne): Lamowski solle sich mäßigen. Es sei schon sehr verwunderlich, dass man diese Klagen jedes Jahr höre. Vielleicht sei an der Schule einmal eine Mediation erforderlich.

"Seit zwei Jahren arbeiten wir daran,
die tiefe Kluft zu schließen."

Ralf Kamphus
Schulelternsprecher

Schulelternsprecher Ralf Kamphus war sichtlich darum bemüht, die Contenance zu wahren. „Seit zwei Jahren arbeiten wir daran, die tiefe Kluft zu schließen“, sagte er. Neid und Missgunst dürfe es zwischen den beiden Standorten nicht geben. „Das Thema Gastschulanträge hat in diesem Gremium nichts zu suchen. Das ist ein Spiel, das ich nicht tolerieren kann.“ Er selbst sei nach den Sommerferien als Vater „raus“, doch wünsche er der gesamten Schulgemeinschaft, dass nicht immer wieder Öl ins Feuer gegossen werde.

Gleichwohl wollte Kamphus auf eine Sache hinweisen: Während in Herkersdorf/Offhausen die Betreuung der 1. Klasse im nächsten Jahr gesichert sei, gebe es am Hauptstandort große Unsicherheiten: „Das treibt mir den Puls auf 180.“ Der Schulelternsprecher vermutet hinter den Anschuldigungen sogar ein gewisses System.

Diskussion nicht zielführend

Der 1. Beigeordnete Ulrich Merzhäuser, der die Sitzung leitete, war von Buskes Vorstoß komplett überrascht worden. Mehrfach betonte er, dass diese Diskussion nicht zielführend sei: „Das bringt uns für Herkersdorf/Offhausen keinen Schritt weiter. Das hätten wir in aller Ruhe besprechen können.“ Es müsse darum gehen, den Standort weiter zu stärken. So werde die Verbandsgemeinde demnächst eine neue Außentreppen installieren.

In der Tat muss man attestieren, dass mit dieser Diskussion dem Standort ein Bärendienst erwiesen wurde. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Einschulungszahlen in den nächsten Jahren – grundsätzlich – sehr positiv sind. Nicht nur, dass im neuen Schuljahr eine eigenständige 1. Klasse möglich ist; die Kinderzahl ist in den Folgejahren konstant zweistellig und erreicht mit 20 potenziellen i-Dötzchen im Schuljahr 2025/26 ihren Höhepunkt.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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