Start für DRK Klinikum Westerwald

Vertrag zur Übernahme der Krankenhäuser des Kreises Altenkirchen unterzeichnet

goeb Kirchen. Die Übernahme der Krankenhäuser des Kreises Altenkirchen durch die DRK Krankenhaus gGmbH Rheinland-Pfalz (die SZ berichtete mehrfach) ist seit gestern offiziell. Die von Notar Heinz-Werner Hasselbach vorbereiteten Dokumente wurden im Elisabeth-Krankenhaus Kirchen von Landrat Dr. Alfred Beth, Peter Schöne (Geschäftsführer der DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft mbH Rheinland-Pfalz, Mainz), Klaus Schmidt (Geschäftsführer Gesundheitsbetriebe des Kreises Altenkirchen GmbH und Krankenhäuser des Kreises Altenkirchen gGmbH) unterzeichnet.

Das Deutsche Rote Kreuz als neuer Träger ist damit offiziell ab 1. Januar 2004 eingesetzt. Die Betriebsführung (unentgeltlich) übernehme das DRK allerdings schon ab dem morgigen Tag, so der Landrat. Klaus Schmidt bleibt Kaufmännischer Direktor der Häuser. Beth nannte die Unterzeichnung »ein geschichtliches Ereignis« und rekapitulierte in groben Zügen noch einmal die Geschichte der Entscheidungsfindung.

»Kommunen tun sich schwerer«

Als Kreis sei man der Meinung gewesen, dass dieser Schritt notwendig gewesen sei. »Die Kommunen tun sich heute zunehmend schwerer, Krankenhäuser in eigener Trägerschaft zu führen«, so Beth. Ziel sei es gewesen, zum einen die Zukunft der Häuser zu sichern als auch die Standorte. Man hoffe, dass die Synergieeffekte der drei Krankenhäuser (Kirchen, Altenkirchen, Hachenburg) im größtmöglichen Umfang genutzt werden könnten.

»Heimfallrecht« berücksichtigt

Die neue Trägerschaft bedeute aber nicht, dass der Kreis bei der Entwicklung völlig außen vor bleibe, so der Landrat weiter. Das »Heimfallrecht« beispielsweise definiere Punkte, unter denen der Kreis das Recht habe, die Krankenhäuser wieder an sich zu ziehen. Auch werde es ein Kuratorium mit dem Landrat als Vorsitzenden geben. Dies könne zwar nicht direkt in die Entscheidungen eingreifen, bilde aber ein wichtiges Bindeglied zwischen Träger und Öffentlichkeit. »Die gesellschaftlichen Gruppen im Kreis werden umfassend informiert. Wir sind überzeugt, den richtigen Partner gefunden zu haben.«

Neues Vergütungssystem

Auch Peter Schöne brachte Argumente für den Zusammenschluss vor. So hätten die Krankenkassen und damit auch die Krankenhäuser nicht mehr die Mittel zur Verfügung wie zuvor. Die »Null-Runde« bei den Mitteln und die Tariferhöhung führten dazu, dass für dieses Jahr ein Defizit von 2 Mill. Euro erwartet werde. Das völlig neue Vergütungssystem bedeute mehr Konkurrenz unter den Häusern. Bis zum Jahr 2007, in dem es komplett umgesetzt worden sein soll, rechne man in Deutschland mit dem Verschwinden von 20 bis 40 Prozent der bestehenden Krankenhäuser, so Schöne. »Einzelne Standorte für sich allein gesehen werden mit großen Schwierigkeiten zu tun haben.« Der Ausgang der Bürgerbegehrens habe gezeigt, dass die Mehrheit der Bürger die Entscheidung mit trage. Dr. Beth fügte hinzu, dass solcherart Entscheidungen auch in anderen Regionen vollzogen seien.

Entscheidungen nur gemeinsam treffen

Laut Schöne firmieren die Krankenhäuser unter dem Namen »DRK Klinikum Westerwald« mit dem Standort-Zusatz Lukas-Krankenhaus bzw. Elisabeth-Krankenhaus Kirchen. Auf Neuordnungen und konkrete Veränderungen angesprochen, ließ sich Schöne insoweit ein, dass Entscheidungen nur in Zusammenarbeit mit den Kassen und Ministerien gefällt werden könnten. Überlegungen gebe es natürlich.

So fragte Schöne nach dem Sinn von HNO-Belegabteilungen an drei Standorten, ebenso nach dem Vorhalten von Orthopädien in Hachenburg und Kirchen. »Das sind alles planbare Leistungen.« Auch die Aufrechterhaltung von Geburtshilfe in allen drei Krankenhäusern sei fraglich. Irgendwo, so der Geschäftsführer, müsse man beim Sparen ansetzen.

Schöne sprach sich ferner für die Beibehaltung der Krankenpflegeausbildung aus, »aber muss ich zwei Schulen, Kirchen und Altenkirchen, vorhalten?« Beim Thema Kinderkrankenpflege trug er den Gedanken vor, mit der Kinderklinik in Siegen zusammenzuarbeiten.

Dass die Gesamtstellensituation angesichts des Defizits nicht zu halten sein werde, sei kein Geheimnis, so Schöne weiter. Für die derzeitigen Mitarbeiter gehe aber alles so weiter wie bisher. Schöne: »Bisher ging das immer ohne betriebsbedingte Kündigungen, ob das angesichts dieser Dimensionen machbar ist, kann ich so noch nicht sagen.«

Investiert werden soll zunächst in das Bettenhaus in Altenkirchen. Hier stehe man mit den entsprechenden Stellen beim Land in Verbindung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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