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Michael Wäschenbach wirbt um Stimmen
Straßen-Wahlkampf per "Roboter"

Charlotte und Alexander Oberhollenzer nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Plausch mit dem „Michael-Wäschenbach-Roboter“.
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  • Charlotte und Alexander Oberhollenzer nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Plausch mit dem „Michael-Wäschenbach-Roboter“.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

dach Kirchen. Der Urknall: Vor 13,8 Milliarden Jahren entstanden quasi aus dem Nichts Raum, Zeit und Materie. Jüngere Semester dürften diese kosmologische Hypothese aber vor allem mit einer TV-Serie in Verbindung bringen: „The Big Bang Theory“. Die handelt von einigen ziemlich kauzigen Wissenschaftlern. Und der Oberkauz entwickelt in einer der zahlreichen Episoden einen Roboter, der ihn von seiner Umwelt abkoppelt. Sein Gesicht ist über einen Monitor zu sehen, der auf einem fahrbaren Gestell montiert ist. Kamera, Lautsprecher und Mikrofon lassen ihn mit seinen Freunden kommunizieren – aus seinem Zimmer heraus.
Und genau so macht Michael Wäschenbach – unter anderem – derzeit Wahlkampf. Der Wallmenrother bewirbt sich bekanntlich erneut um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 1.

dach Kirchen. Der Urknall: Vor 13,8 Milliarden Jahren entstanden quasi aus dem Nichts Raum, Zeit und Materie. Jüngere Semester dürften diese kosmologische Hypothese aber vor allem mit einer TV-Serie in Verbindung bringen: „The Big Bang Theory“. Die handelt von einigen ziemlich kauzigen Wissenschaftlern. Und der Oberkauz entwickelt in einer der zahlreichen Episoden einen Roboter, der ihn von seiner Umwelt abkoppelt. Sein Gesicht ist über einen Monitor zu sehen, der auf einem fahrbaren Gestell montiert ist. Kamera, Lautsprecher und Mikrofon lassen ihn mit seinen Freunden kommunizieren – aus seinem Zimmer heraus.
Und genau so macht Michael Wäschenbach – unter anderem – derzeit Wahlkampf. Der Wallmenrother bewirbt sich bekanntlich erneut um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 1. „Das ist einem kreativen Diskussionsprozess entsprungen“, sagt der Christdemokrat, und zwar über den Bildschirm, der an diesem Tag in der Nähe des Kirchener Krankenhauses aufgestellt ist.

Michael Wäschenbach macht Wahlkampf mit Kamera und Monitor

Mit seinem Wahlkampfteam habe er in einer Online-Schalte Möglichkeiten besprochen, wie man die Bemühungen um Wählerstimmen in Zeiten der Pandemie gestalten kann. Dann sei er in ein Funkloch geraten. „Als ich wieder zugeschaltet war, waren alle am lachen.“ Die Idee des Wäschenbach-Roboters war geboren. Und der Landtagsabgeordnete gibt freimütig zu: „Alleine wäre ich nicht darauf gekommen.“
Vor allem Robert Fischbach aus Rennerod und Matthias Mockenhaupt aus Friesenhagen kümmerten sich um die technische Umsetzung – und sind auch meist bei den Einsätzen der Maschine dabei. Gespeist wird sie von einer handelsüblichen Autobatterie. Unter einem Pulli, der mit dem Konterfei von Michael Wäschenbach in Obama-Optik bedruckt ist, verstecken sich ein Spannungswandler, ein Smartphone und ein Computer. Oben auf dem Alu-Gestell prangt ein Fernsehgerät samt Kamera. Über eine Video-Chat-Software ist dann der Politiker aus seinem Wahlkreisbüro an der Betzdorfer Wilhelmstraße zugeschaltet.
„Hallooooo! Guten Morgen!“, ruft Wäschenbach immer wieder ziemlich lautstark. In Kirchen, das müssen auch seine Helfer eingestehen, bleiben allerdings nicht viele Menschen stehen. Die meisten aber schauen im Vorbeigehen reichlich verdutzt drein. Versteckte Kamera? Irgendwie schon, auch wenn Wäschenbach stets sofort sagt, dass er hier digitalen Wahlkampf betreibe. „Sie können sich eine Tüte mitnehmen!“, bietet der CDU-Mann seine Give-aways aus voller Kehle feil. Charlotte und Alexander Oberhollenzer bleiben am Monitor „hängen“. Mutter und Sohn berichten, dass sie gerade aus dem Impfzentrum in Wissen kommen, die erste Dosis Biontech frisch im Oberarm. Alexander Oberhollenzer, Oberarzt im Kirchener Krankenhaus, goutiert Wäschenbachs Einsatz: „Es ist eine Idee, mit Menschen in Kontakt zu treten.“ Sie seien übrigens mit dem Zug nach Kirchen gefahren, berichten die beiden auf Nachfrage.
Das passt: Mehr ÖPNV habe sich ein Student in einem Gespräch am Morgen gewünscht, erzählt Wäschenbach, ein Rentner sich indes über die vielen leeren Busse beschwert. Es ist zumindest ein bisschen wie immer: Auch über den Roboter kommen gegenteilige Meinungen bei dem Abgeordneten an.

Nach zwei Stunden beendet die Batterie den Wäschenbach-Wahlkampf

Natascha Postorivo und ihre dreijährige Tochter Leyla aus Wehbach wollen nicht lange reden, nehmen aber gerne eine Packung Malkreide mit. Und zwei Radfahrer lassen sich zumindest auf einen ganz kurzen Plausch ein: „Was haben Sie denn Schönes in der Tüte drin?“, will einer wissen. „Auf jeden Fall einen Apfel für Sportler“, meint Wäschenbach. „Und auch eine politische Botschaft.“
Die wird er an diesem Tag aber nicht weiter über seinen Roboter verbreiten. Nach rund zwei Stunden piepst es laut: die Batterie. Heute geht’s aber weiter, in Niederfischbach, auf dem Parkplatz des Edeka-Markts.
In der TV-Serie hingegen verschwindet der Roboter wieder so plötzlich wie er aufgetaucht war. Für Michael Wäschenbach ist es hingegen denkbar, das Gerät auch nach Corona weiterhin einzusetzen, für eine digitale Bürgersprechstunde: „Das ist eine neue Form des Dialogs.“

Charlotte und Alexander Oberhollenzer nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Plausch mit dem „Michael-Wäschenbach-Roboter“.
Michael Wäschenbach macht Wahlkampf auf Distanz.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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