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Unternehmen aus Freusburg muss sich dringend erweitern
Strunk Connect hat Großes vor

Die Firma Strunk Connect muss sich dringend erweitern, um weiter am Markt erfolgreich zu agieren. Dies kann allerdings nur in Richtung ev. Gemeindehaus (links im Bild) geschehen.  Fotos: thor
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  • Die Firma Strunk Connect muss sich dringend erweitern, um weiter am Markt erfolgreich zu agieren. Dies kann allerdings nur in Richtung ev. Gemeindehaus (links im Bild) geschehen. Fotos: thor
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Freusburg. Die Firma Strunk Connect in Freusburg hat ein Problem – und das ist derart offensichtlich, dass man noch nicht einmal Mitarbeiter sein muss, um es zu erkennen. Es reicht, mit offenen Augen über die B 62 zu fahren. Wer als Anwohner oder Pendler einen kurzen Blick auf den Parkplatz vor dem Firmengebäude wirft, der kann erahnen, was sich hier Tag für Tag abspielt: Hier als Beschäftigter oder Besucher einen Stellplatz zu ergattern, erscheint für Außenstehende wie eine Lotterie. Manchmal passt kein klappbarer Tretroller mehr auf die Fläche.

Diese Szenerie lässt sich nahtlos auf das „Innenleben“ der Firma Strunk übertragen: „Bei uns stehen die Maschinen inzwischen kreuz und quer“, sagt Geschäftsführer Olaf Strunk.

thor Freusburg. Die Firma Strunk Connect in Freusburg hat ein Problem – und das ist derart offensichtlich, dass man noch nicht einmal Mitarbeiter sein muss, um es zu erkennen. Es reicht, mit offenen Augen über die B 62 zu fahren. Wer als Anwohner oder Pendler einen kurzen Blick auf den Parkplatz vor dem Firmengebäude wirft, der kann erahnen, was sich hier Tag für Tag abspielt: Hier als Beschäftigter oder Besucher einen Stellplatz zu ergattern, erscheint für Außenstehende wie eine Lotterie. Manchmal passt kein klappbarer Tretroller mehr auf die Fläche.

Diese Szenerie lässt sich nahtlos auf das „Innenleben“ der Firma Strunk übertragen: „Bei uns stehen die Maschinen inzwischen kreuz und quer“, sagt Geschäftsführer Olaf Strunk. Was rein gar nichts damit zu tun hat, dass die Freusburger so unorganisiert wären. Vielmehr ist es der wirtschaftliche Erfolg und das Wachstum, die zu dieser Situation geführt haben. Mit anderen Worten: Es besteht Handlungsbedarf, und zwar dringend. Die Firma Strunk plant deshalb einen Anbau, mit dem sie den bisherigen Raum nahezu verdoppeln würde.

Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit vielen Monaten. Zwei wichtige Etappenziele hat das Unternehmen nunmehr erreicht. Zum einen wurde sich mit der ev. Kirchengemeinde Freusburg/Niederfischbach über einen Grundstücksankauf geeinigt, zum anderen stellte der Kirchener Stadtrat jüngst das sogenannte gemeindliche Einvernehmen her. Das war für die Kommunalpolitiker eine Selbstverständlichkeit, ist ihnen doch bewusst, dass es hier um eines der wichtigsten und innovativsten Unternehmen der Region geht. So hatte Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen in der Sitzung denn auch kurz die wirtschaftliche Bedeutung und auch die der zahlreichen Arbeitsplätze betont: „Es ist gut, dass die Firma Strunk an ihrem Standort investieren will.“

Der einst von Helmut Strunk gegründete Betrieb hatte sich zunächst als Hersteller von Steuerungen und Überwachungssystemen für die Widerstandsschweißtechnik einen Namen gemacht. Sukzessive wurden die Geschäftsfelder erweitert und Komplettlösungen für die Kunden angeboten. Heute ist die Firma Strunk weltweit Partner der Medizintechnik sowie der Automobil-, Elektro und Solarindustrie. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Widerstandsschweißtechnik, Sondermaschinenbau und Automation. Auch im Bereich der E-Mobilität haben die Freusburger einen Fuß in der Tür. Das Unternehmen bietet derzeit 60 spezialisierte Arbeitsplätze an.

Olaf Strunk berichtete im Gespräch mit der SZ, dass die Erweiterung auch deshalb zwingend notwendig ist, um größere Aufträge anzunehmen und abzuarbeiten. Kunden, die ins Haus kämen, müssten auch die Gewissheit haben, dass die Firma Strunk über die notwendigen Kapazitäten verfüge. Und natürlich sei mit der räumlichen Ausdehnung auch eine Aufstockung der Arbeitsplätze geplant. Bereits in den Jahren 2009 und 2012 waren Anbauten erfolgt – der Geschäftsführer dürfte damals selbst nicht geahnt haben, dass man von der Entwicklung so schnell eingeholt wird.

Nun muss man kein Experte in der Bauleitplanung sein, um zu erkennen, dass die Expansion am vorhandenen Standort direkt an der Bundesstraße eine durchaus knifflige Angelegenheit ist. Und so hatte sich das Unternehmen auch direkt um Unterstützung bei der Verwaltung gekümmert. Wirtschaftsförderer und Bauamtsleiter Tim Kraft war fortan nicht nur in fachlicher Hinsicht gefragt, sondern auch als Moderator. Denn verständlicherweise hatte die Firma Strunk ihr Augenmerk auch auf das Grundstück mit dem ev. Gemeindehaus gerichtet. „Die Frage war: Wie kann man gemeinsam eine Lösung finden“, beschrieb „Vermittler“ Kraft die Ausgangslage. Am Ende habe ein Kompromiss gestanden. Die Kirchengemeinde habe einen Teil ihrer Fläche verkauft.

Almuth Germann, Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Freusburg-Niederfischbach erklärte auf Anfrage, dass die Aufgabe des Gemeindehauses nicht infrage gekommen sei. Wirtschaftliche Überlegungen hätten für die Kirchengemeinde dabei keine Rolle gespielt, auch nicht die anstehende Fusion von Freusburg mit der ev. Kirchengemeinde Kirchen. Man setze weiterhin auf gute Nachbarschaft.

Wie dem auch sei: Kraft war jedenfalls gemeinsam mit Stadtbürgermeister Hundhausen darum bemüht, für eine optimale Vorbereitung zu sorgen – im Rahmen dessen, was Stadt und Verbandsgemeinde leisten können. Dazu gehörte auch die Idee, das Verfahren ohne neuen Bebauungsplan durchzuziehen. Im aktuellen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde ist das benötigte Areal als gemischte Baufläche und teilweise als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen.

Die Erweiterung des Produktions- und Bürogebäudes soll auf dem höhengleichen Niveau der Siegtalstraße erfolgen, der neue Parkplatz hingegen in der Wiese hinter dem ev. Gemeindehaus und damit im (theoretischen) Überschwemmungsgebiet der Sieg gebaut werden (mit einem Puffer von bis zu 35 m). Und genau dort stößt der Einfluss der Kirchener an seine Grenzen. Denn letztlich entscheiden muss über den Bauantrag der Firma Strunk die Kreisverwaltung Altenkirchen. Die wird selbstverständlich auch die Belange des Gewässer- und Naturschutzes berücksichtigen.

Tim Kraft will nicht schwarzmalen, sieht aber an der einen oder anderen Stelle noch Diskussionsbedarf. Auch hier würden sicherlich noch Kompromisse notwendig sein. Die Wirtschaftsförderung stehe dem Unternehmen aber weiter beratend zur Seite und werde auch die Koordination der Termine übernehmen.

So wird das Bauvorhaben der Firma Strunk sicherlich kein Präzedenzfall, wohl aber geht es hier um eine Art Gretchenfrage für das AK-Land: Werden Eingriffe in die Natur und die Schaffung von Arbeitsplätzen in eine für beide Seiten vernünftige Relation gesetzt oder schreitet das voran, was FDP-Mann Udo Piske kürzlich so plakativ im Kreistag angeprangert hatte? Die fortschreitende „Deindustrialisierung“ des Landkreises Altenkirchen.

Die Firma Strunk Connect muss sich dringend erweitern, um weiter am Markt erfolgreich zu agieren. Dies kann allerdings nur in Richtung ev. Gemeindehaus (links im Bild) geschehen.  Fotos: thor
Schon bei einer früheren Erweiterung des Unternehmens war das Gelände aufgeschüttet worden. Auch der neue Anbau soll auf dem Niveau der B 62 seinen Platz finden, der Parkplatz müsste allerdings in der Wiese angelegt werden.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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