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Behälter können Impfstoffe über Wochen lagern
"Super-Thermoskannen" von Cryotherm aus Euteneuen

Geschäftsführer Peter Siara (r.) und Marketing-Direktor Björn Sindermann vor den „Biosafe“-Behältern, die jeweils 100.000 Impfdosen fassen können.
  • Geschäftsführer Peter Siara (r.) und Marketing-Direktor Björn Sindermann vor den „Biosafe“-Behältern, die jeweils 100.000 Impfdosen fassen können.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

thor Euteneuen. Nicht immer kommt es auf die Größe an, um Großes zu bewirken: In Euteneuen, nicht mehr als ein kleiner Weiler an den Ausläufern des Siegerlands zwischen Brachbach und Kirchen, sitzt die Firma Cryotherm. Eine kleine Firma, zugegeben. Wenn auch an einem traditionsreichen Standort. Von hier aus hat einst die „Gewerkschaft Siegtal“ viele der großen Hütten und Eisenwerke mit Sauerstoff beliefert. So wichtig das für die Region war, ist es doch nichts im Vergleich zu dem, was das Nachfolge-Unternehmen anbieten kann: Cryotherm schickt sich an, eine entscheidende Rolle bei der Verteilung des Impfstoffs gegen das Coronavirus einzunehmen. Die Siegerländer haben das Know-how, die Kontakte und die Produkte, um die Vakzine auch in den entlegensten Winkel der Welt zu transportieren.

thor Euteneuen. Nicht immer kommt es auf die Größe an, um Großes zu bewirken: In Euteneuen, nicht mehr als ein kleiner Weiler an den Ausläufern des Siegerlands zwischen Brachbach und Kirchen, sitzt die Firma Cryotherm. Eine kleine Firma, zugegeben. Wenn auch an einem traditionsreichen Standort. Von hier aus hat einst die „Gewerkschaft Siegtal“ viele der großen Hütten und Eisenwerke mit Sauerstoff beliefert. So wichtig das für die Region war, ist es doch nichts im Vergleich zu dem, was das Nachfolge-Unternehmen anbieten kann: Cryotherm schickt sich an, eine entscheidende Rolle bei der Verteilung des Impfstoffs gegen das Coronavirus einzunehmen. Die Siegerländer haben das Know-how, die Kontakte und die Produkte, um die Vakzine auch in den entlegensten Winkel der Welt zu transportieren.

Temperaturen bis minus 190 Grad

Das Unternehmen kennt sich seit Jahrzehnten mit extrem tiefen Temperaturen aus. Kommt Stickstoff in den Behältern zum Einsatz, sind es es bis zu minus 190 Grad. Kein Wunder, dass Geschäftsführer Peter Siara und Björn Sindermann, Sales- und Marketing-Direktor, über die jetzt im Raum stehenden Temperaturen für den Impfstoff-Transport nur müde lächeln können.

Namhafte Kunden, unter anderem das RKI

„Für uns war klar, dass da was kommen wird“, sagt Siara im Rückblick auf den Beginn der Pandemie und die sofort eingeleitete Entwicklung der Impfstoffe. Eben weil man viele namhafte Kunden aus der Medizintechnik, der Pharma-Industrie und auch der Wissenschaft hat (einschließlich des Robert-Koch-Instituts), wusste der Firmenchef um die kommende Bedeutung der Behälter aus dem Siegtal, die Siara gerne auch mal als „Super-Thermoskannen“ bezeichnet.

Impfstoffe über Wochen lagern und transportieren

Der alles entscheidende Vorteil: Im superisolierten Cryotherm-Behälter namens „Biosafe“ können Impfstoffe bei tiefsten Temperaturen über Wochen gelagert und transportiert werden, ob nun mit Trockeneis oder Stickstoff. Die Kühlkette wird nie unterbrochen. Den klassischen Styropor-Boxen sind sie haushoch überlegen. „Sie sind so dimensioniert, dass sie 100 000 Impfdosen aufnehmen können“, erklärt Sindermann. Ein Partner in Südafrika, wo die Wege bekanntlich schon mal weiter seien können, plane bereits eine großflächige Versorgung.

Anfragen aus etlichen Ländern

Überhaupt profitiert Cryotherm bei dieser Mega-Aufgabe nicht nur von der eigenen und überaus zuverlässigen Technologie, sondern auch von einem riesigen Netzwerk. In vielen Ländern dieser Welt hat man tatsächlich schon von Euteneuen gehört. Es gibt schon etliche Anfragen, z. B. aus Griechenland oder von den Philippinen. Gerade auch im so leidgeprüften Bergamo in Norditalien, wo man an einer Niederlassung beteiligt ist. warte man sehnsüchtig auf den Beginn der Auslieferung.
Auch die Impfstoff-Hersteller wie Biontech selbst wissen, für was der Name Cryo-therm steht. Dabei haben sich Siara und sein Team in der typischen Siegerländer Bodenständigkeit bislang nicht aufgedrängt, schließlich war bis vor Kurzem überhaupt nicht klar, wann der Durchbruch gelingt. Und vor einer Zulassung wissen auch Siara und Sindermann nicht, wer genau für die Logistik verantwortlich sein wird: die Hersteller, die Regierungen, einzelne Ministerien? „Es gibt jeden Tag neue Meldungen“, so Sindermann.

Zuständigkeiten vor Weihnachten klären

In Euteneuen ist man auf alles vorbereitet. Der Geschäftsführer ist dabei mächtig stolz auf die Belegschaft: „Allein unsere zehn Ingenieure haben in den letzten Wochen und Monaten richtig Vollgas gegeben.“ Noch vor Weihnachten rechnet man im Unternehmen damit, dass erste Zuständigkeiten geklärt sind und die ganz heiße Phase beginnt
Die hohe Motivation im Haus erklärt sich für Siara fast von selbst: „Wir können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Krise zu überwinden. Wir müssen hier nicht unbedingt ein Riesen-Geschäft machen.“ Gleichwohl sind die Hoffnungen natürlich legitim, den Bekanntheitsgrad weiter zu stärken und auch in andere Märkte vorzudringen.
Der Markt dieser hochspeziellen Behälter, wie Cryotherm sie baut, ist nach Auskunft von Sindermann derzeit „ziemlich leergefegt“. Überhaupt finde man den nächsten großen Wettbewerber erst in den USA. „Wir sind zwar klein, aber in Europa die größten“, sagt Siara.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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