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Lebenstraum auf dem Mountainbike erfüllt
Thomas Farnschläder absolviert Stoneman in Serie

Der Gründer und „Vater“ der Stoneman-Strecken, Roland Stauder (links), nimmt sich für jeden Teilnehmer Zeit – so auch für den Mudersbacher Thomas Farnschläder (rechts).
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  • Der Gründer und „Vater“ der Stoneman-Strecken, Roland Stauder (links), nimmt sich für jeden Teilnehmer Zeit – so auch für den Mudersbacher Thomas Farnschläder (rechts).
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

krup Mudersbach. Stoneman? Schon mal gehört? Das ist nicht etwa der britische Cousin des ehemaligen Bundesliga-Fußballers Rico Steinmann aus Chemnitz, sondern eine europäische Mountainbike-Serie, die es aber mal so richtig in sich hat – fordernd und faszinierend zugleich.
Thomas Farnschläder aus Mudersbach hat die insgesamt fünf „Steinmänner“ mit 4000 bis 4700 Höhenmetern seit 2017 schon acht Mal bewältigt und ist inzwischen vom „Stoneman-Fieber“ vollends infiziert. Inspiriert hat ihn sein guter Freund Stefan Maritsch, der im Internet auf die reizvolle Tour aufmerksam geworden war. Farnschläder, schon seit rund 15 Jahren als leidenschaftlicher Mountainbiker unterwegs, war sofort angefasst: „Das will ich machen“, so sein erster Gedanke nach dem „Einlesen“ in die Materie.

krup Mudersbach. Stoneman? Schon mal gehört? Das ist nicht etwa der britische Cousin des ehemaligen Bundesliga-Fußballers Rico Steinmann aus Chemnitz, sondern eine europäische Mountainbike-Serie, die es aber mal so richtig in sich hat – fordernd und faszinierend zugleich.
Thomas Farnschläder aus Mudersbach hat die insgesamt fünf „Steinmänner“ mit 4000 bis 4700 Höhenmetern seit 2017 schon acht Mal bewältigt und ist inzwischen vom „Stoneman-Fieber“ vollends infiziert. Inspiriert hat ihn sein guter Freund Stefan Maritsch, der im Internet auf die reizvolle Tour aufmerksam geworden war. Farnschläder, schon seit rund 15 Jahren als leidenschaftlicher Mountainbiker unterwegs, war sofort angefasst: „Das will ich machen“, so sein erster Gedanke nach dem „Einlesen“ in die Materie. 

Schnee-Einbruch und Lebensmittelvergiftung

Dabei verlief seine Premiere im Jahr 2017 nicht unbedingt wie aus dem Märchenbuch. Der zweifache Familienvater absolvierte mit Bianca Schöler zunächst den Ur-Stoneman „Dolomiti“ in Italien. „Wegen eines heftigen Schnee-Einbruchs musste dieser Stoneman abgebrochen werden. Mir standen die Tränen der Enttäuschung in den Augen, denn ein Jahr der Vorbereitung war für die Katz’“, gestattet „Tommy“ Farnschläder einen tiefen Einblick in seine damalige Gefühlswelt.Im Jahr 2018 stand die „deutsche“ Etappe „Miriquidi“, die freilich eher eine „Zweiländertour“ ist, da sie im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien verläuft, auf der To-Do-Liste. Mit am Start waren aus der heimischen Region wieder seine Schwägerin Bianca Schöler, sein Schwager Jacques („Jac“) Fuchs und sein Arbeitskollege Philipp Noppe, der ebenfalls bei der Siegener Zeitung seine Brötchen verdient.

„Alle vier haben wir uns eine Lebensmittelvergiftung eingefangen“, berichtet Farnschläder, der sich dadurch aber nicht im Mindesten einschüchtern ließ: „Trotz alledem stand für mich sofort fest, dass ich alle fünf Stoneman unbedingt fahren will.“ Sie sehen schon, das angesprochene „Fieber“ war bereits gestiegen...Und abermals sollte der Verlauf keineswegs im Lexikon unter dem Begriff „optimal“ abgebildet werden: Aber aufstecken ist für den Mudersbacher keine Option, und so wurde imselben Jahr ein neuer Angriff auf den „Dolomiti“ geplant. Das Naturschauspiel, das sich ihm dort bot, entschädigte für vieles, wenn nicht alles. „Der ,Dolomiti’ ist für mich mit der schönste Stoneman. Vor allem die Demut-Passage trägt ihren Namen nicht zu Unrecht. Sie befindet sich auf 2500 Metern Höhe, man ist auf einem Grat drei bis vier Stunden bis zum Checkpoint unterwegs. Wir sind zwar wieder vom Schnee überrascht worden, diesmal aber nicht so schlimm – ich habe das Rennen dann eben in drei statt wie eingeplant in zwei Tagen absolviert“, erläutert Farnschläder.


1200 Höhenmeter am Stück

Dafür gab es einen Naturstein in Bronze, der selbstverständlich einen hübschen Platz in einem „Steinschrein“ im Hause Farnschläder gefunden hat. „Schafft man einen Stoneman in drei Tagen, gibt es dafür einen Bronzestein. Ist man nach zwei Tagen im Ziel, erhält man den Stein in Silber, und nach einem Tag den goldenen Stein. Es geht dabei überhaupt nicht um Platzierungen oder schnelle Zeiten, sondern darum, die Natur auf dem Rad zu erleben“, erklärt Thomas Farnschläder das Prinzip des Stoneman, das vom ehemaligen Radprofi Roland Stauder ins Leben gerufen wurde.„Roland ist quasi der Vater dieser Tour, bei ihm spürt man einfach das Herzblut, das er investiert. Er hat ein unglaubliches Personengedächtnis und sagt im Startbereich zu dir: Ach, bist du auch wieder dabei, wie schön...“

„Dabei“ war Thomas Farnschläder im Jahr 2019 erneut in Italien, aber erstmals auch beim Stoneman in der Schweiz, dem „Glaciara“. „Das war der schwierigste Stoneman für mich“, bekennt der 52-jährige Mudersbacher. „Man muss zunächst 1200 Höhenmeter am Stück bewältigen, dann fährt man durch einen ein Kilometer langen, unbeleuchteten Tunnel – ich hätte dabei um ein Haar einen Fußgänger überfahren. Am zweiten Tag folgte die nächste Anstieg-Passage, diesmal gar 1600 Höhenmeter am Stück. „Ich habe mich unterwegs gefragt: Wofür bitte tust du dir das eigentlich an?“, verrät Farnschläder, doch kurz darauf gab ihm die Natur die Antwort: „Wenn man den Aletsch-Gletscher erreicht hat, bist du einfach nur noch überwältigt. Da dachte ich: Mann, bist du klein und die Welt so groß...“, schildert der Biker aus Mudersbach in schönen, bildhaften Worten seine Eindrücke, die ihn buchstäblich mit offenem Mund nur noch staunen ließen.Nach diesem beeindruckenden Trip durfte Thomas also auch hinter dem dritten Stoneman einen „Check“-Haken setzen.

Lange Schiebe- und Tragepassagen

Die beiden noch fehlenden Mosaiksteine hatte er sich für dieses Jahr verwahrt: die Tour durch die belgischen Ardennen und den „Taurista“ in Österreich. „Letzterer ist äußerst fordernd und anstrengend, weil er sehr lange Schiebe- und Tragepassagen enthält“, berichtet Farnschläder. „Da musst du dein Rad eine Stunde lang auf dem Rücken tragen, weil es zu einer Passüberquerung kommt. Dann denkst du dir: Naja, runter zu wird’s besser. Und dann kannst du das Rad wieder tragen, weil die Abwärtspassage einfach viel zu steil und unwegsam ist, um sie herunterzufahren...“Hier, in Österreich, lag der spezielle Reiz in einem 360-Grad-Blick über die weite, weite Natur. „Absolut gigantisch, wie im Fischaugen-Objektiv einer
Kamera“, schwärmt Farnschläder vom gebotenen Rundumblick.
Gänzlich anders ist der belgische Stoneman in den Ardennen einzuordnen: „Der hat zwar mit Abstand die wenigsten Höhenmeter zu bieten, aber das ständige Auf und Ab macht dich im Kopf unglaublich müde. Wenn man in der Schweiz 1600 Höhenmeter am Stück schaffen muss, dann ist das eben so, darauf kann man sich einstellen. Aber das permanente Wechselspiel in den Ardennen ist mental unfassbar fordernd“, schildert der 52-Jährige die besondere Herausforderung, die in Belgien auf die Mountainbiker wartet.

Die Unterschiedlichkeit das besonders Faszinierende

Neben seinen beiden „Feuertaufen“ in Österreich und Belgien nahm der Mudersbacher in 2020 auch den „Miriquidi“ ins Visier, für ihn persönlich zum zweiten mal nach 2018 – diesmal allerdings unter etwas anderen Rahmenbedingungen: „Die Veranstalter hatten eine Corona-Version gewählt, diesmal nur durch Deutschland und nicht mehr durch Tschechien“, berichtet der passionierte Biker, der allerdings wiederum eine unliebsame Überraschung erlebte. Diesmal zwar keine Lebensmittelvergiftung wie anno 2018, dafür aber Gewitter und Dauerregen. „Und bei diesen Wetterverhältnissen kann so eine Baumwurzel bei einer Abfahrt schon mal verdammt glatt und seifig werden – da musst du jede Sekunde auf der Hut sein.“Thomas Farnschläder glaubt freilich das Geheimnis zu kennen, warum er in diesem Jahr wettertechnisch derart geplagt wurde: „Mein Schwager Jac war beim Miriquidi diesmal nicht dabei. Immer, wenn er mitfährt, haben wir strahlenden Sonnenschein, es regnet dann einfach nicht. Ich nenne das den Jac-Effekt“, schmunzelt Farnschläder.
„Jeder der fünf Stoneman hat einen ganz besonderen Reiz. Deshalb kann ich gar nicht mal sagen, welcher mir der Liebste ist. Ich schätze, dass gerade die Unterschiedlichkeit das besonders Faszinierende ist. Diese Serie ist aber nicht für Jeden etwas, man muss sehr leidensfähig sein“, sinniert der Vater von Jannik und Anna, die es freilich beide eher mit dem Fußball als mit dem Radsport halten. „Ein ganz großes Dankeschön gebührt meiner Frau Nicole, die mir die Erfüllung dieses Lebenstraumes ermöglicht hat. Ohne ihren Zuspruch wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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