Thorsten I. regiert unterm Köppel

HCC-Prinzenproklamation in Druidenhalle / Maskottchen »Hoppediz« aus Kochtopf befreit

Herkersdorf. Ein Metzger, der Schweine verschonen will, wilde Kannibalen, die den »Hoppediz« zum Fressen gerne haben, und immer wieder ein donnerndes »Herkersdorf, schlöng ronner«: Bei der Prinzenproklamation am Samstag in der Druidenhalle ließ es der Herkersdorfer Carnevals Club (HCC) schon mal als Vorgeschmack auf die närrischen Hochtage so richtig krachen.

Während vor der ausverkauften Halle frostige Temperaturen herrschten, wurde es einem in der Halle mächtig heiß. Das war der Obernarr unterm Köppel, der »Hoppediz«. Was war geschehen? Seit Aschermittwoch war er verschwunden. Selbst ein eigens einberufener Krisenrat hatte keinen Erfolg. Dann der entscheidende Tipp. Zulus aus dem Kongo haben den »Hoppediz« (Thomas Morgenschweis) entführt und auf ihre Speisekarte gesetzt. Die »Wilden«, in Leopardenfelle gewickelt, zogen dann auch in die Halle ein und stopften ihre Beute in einen Kochtopf.

Abgeschmeckt mit Gewürzen hockte das Maskottchen im brodelnden Sud. Doch Rettung nahte. Im Indianer-Look und mit buntem Federschmuck bahnten sich die Tänzerinnen des HCC-Balletts den Weg durch den Urwald. Und »Herkersdorf, schlöng ronner« setzten sie als erstes Geheimmittel ein, worauf die Zulus konterten: »Ah, Hunger, Hunger«. Schlielich wurde gemeinsam gefeiert und der »Hoppediz« befreit.

Damit war auch die ohnehin nur sehr kurze Session gerettet. »Die Kamellen landen noch unterm Weihnachtsbaum«, scherzte Sitzungspräsident Felix Kreps und gab bekannt: »Kurz ist die Kampagne, jedoch nicht von Pappe, das Kind in der Krippe trägt eine Narrenkappe«. Aber wer unter diesem Motto unterm Köppel regieren soll, blieb zunächst noch ein Geheimnis. Denn zuvor musste Prinz Peter II. Staegemann, von Uschi Wiese und Brigitte Preuß begleitet, das Narrenzepter aus der Hand geben. Offenbar kein leichter Gang für seine Tollität, denn »wenn ihr keinen Neuen findet, mache ich noch eine Kampagne«, zitierte Kreps den Scheidenden. Dieser dankte allen für die Unterstützung un bekam den ersten Hausorden überreicht. Darauf ist ein Gardist zu sehen - denn 2002 wird die Prinzengarde 25 Jahre alt und der HCC vier mal 11.

Nach einem Ehrentanz der Tanzgarde war dann endgültig Schluss mit Regieren. Denn ein »Erzkarnevalist« des HCC schielte schon auf das Amt. Als die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hatte, gab Kreps endlich sein Geheimnis um Prinz Karneval bekannt und unter Standing-Ovations der Besucher schritt Thorsten I. (Kreps) mit ihrer Lieblichkeit Nicole »Tilly« I. (Tillenberg) auf die Bühne. »Der Karneval wurde mir in die Wiege gelegt, da ist es kein Unsinn, sondern da macht es Sinn, wenn ich Prinz werde«, sagte der 21-Jährige, der der Prinzengarde angehört.

Der gelernte Metzger, bis Dezember muss er noch 16 Prüfungen für den Meister ablegen, versicherte beim närrischen Eid, dass er die Schweine in der Kampagne verschonen will. Bekannt ist auch die 26-jährige »Tilly«, das ehemalige Funkenmariechen der KG Herdorf und erfolgreiche Solo- und Paartänzerin. »Wenn ich mal Prinz werde, dann nur unter dem Präsidenten Felix Kreps«, zitierte der Vater seinen Sohn. Nun, dann wurde es jetzt Zeit, denn wie Vater Kreps berichtete, sei es seine »letzte Kampagne«.

Der »Hoppediz« putzmunter, der Prinz gekürt, da fehlen nur noch Büttenreden und flotte Tänze. Einen schmissigen Solotanz zeigte Funkenmariechen Sandra Berndes, und die HCC-Tanzgarde zeigte noch einmal den Showtanz »Feelings«. Eine Augenweide und ein Hörgenuss waren die »Druidenkehlchen« (Damenelferrat), die mit dem Druiden Walter Schuhen und dem Oberdruiden Edmund Mertens im Druiden-Look mit einem »Potpourri der guten Laune« begeisterten. Eine Nummer zum Weinen - wenigstens für Annette - war die Parodie von Frank Schönberg mit »Annette und der Koffer«. Aus dem familiären Nähkästchen plauderte dann Stefan Prinz (Alsdorf) in der Bütt und hatte die Lacher auf seiner Seite. Abschließend standen noch die Herdorfer »BröselhäppchenXXL« auf der Bühne, bevor der »Jungenthal-Express« mit kölschen Liedern für gute Stimmung sorgte.

rai

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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