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Joint bekam Zeugen gar nicht gut
Todesängste ausgestanden

Einen echten Höllentrip erlebte ein Pärchen nach dem Konsum eines Joints. Jetzt mussten die beiden als Zeugen im Landgericht aussagen.
  • Einen echten Höllentrip erlebte ein Pärchen nach dem Konsum eines Joints. Jetzt mussten die beiden als Zeugen im Landgericht aussagen.
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  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

nb Kirchen/Koblenz. Erst der Joint, dann der Krankenhausaufenthalt: Ihren nach eigenen Angaben ersten Marihuana-„Genuss“ wird Vanessa R. wohl nicht mehr vergessen. „Ich glaube, da ging es um Leben und Tod“, zeigte sich die 33-Jährige gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Koblenz überzeugt.

Anfang März hatten Vanessa R. (alle Namen geändert) und ihr Lebensgefährte einen Joint geordert – aber das Ganze ging voll nach hinten los. Auf das Ziehen am Joint folgten dermaßen heftige gesundheitliche Probleme, dass beide schließlich im Krankenhaus landeten.

Thema war diese Episode im Landgericht deshalb, weil die Spur von Vanessa R. und ihrem Partner zu David M. führte.

nb Kirchen/Koblenz. Erst der Joint, dann der Krankenhausaufenthalt: Ihren nach eigenen Angaben ersten Marihuana-„Genuss“ wird Vanessa R. wohl nicht mehr vergessen. „Ich glaube, da ging es um Leben und Tod“, zeigte sich die 33-Jährige gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Koblenz überzeugt.

Anfang März hatten Vanessa R. (alle Namen geändert) und ihr Lebensgefährte einen Joint geordert – aber das Ganze ging voll nach hinten los. Auf das Ziehen am Joint folgten dermaßen heftige gesundheitliche Probleme, dass beide schließlich im Krankenhaus landeten.

Thema war diese Episode im Landgericht deshalb, weil die Spur von Vanessa R. und ihrem Partner zu David M. führte. Der 38-Jährige muss sich seit vergangener Woche vor Gericht verantworten, weil er aus seiner kleinen Wohnung in Kirchen eine Cannabisplantage mit allem Drum und Dran gemacht haben soll. Wie berichtet, legt ihm die Staatsanwaltschaft zur Last, das Marihuana nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für den gewinnbringenden Verkauf geerntet zu haben. Außerdem soll er einen Schlagring besessen haben.

Drogenreste, umfangreiches Equipment wie Wärmelampen und Aufzuchtzelte, Blütenstände in Kartons, Stängel und Blätter in der Kühltruhe und über allem der typische Geruch: So beschrieben gestern Kriminal- und Schutzpolizeibeamte ihren Eindruck der Wohnstätte von David M. „Das war so eine richtige Chaos-Wohnung. Drogentypisch“, sagte einer der Zeugen, der bei der nächtlichen Durchsuchung dabei war.

Und einer der Polizisten erinnerte sich, dass das Ganze reichlich „skurril“ angefangen habe. Die Beamten waren nämlich von Rettungskräften informiert worden, die einem Pärchen nach dem Rauchen von Cannabis zur Hilfe eilen mussten – Vanessa R. und ihrem Freund.

„Schwer vorstellbar, dass man sowas mit Gras hinbekommt“, so der Beamte über den Zustand der beiden.

Auch Richter Thomas Metzger wunderte sich über die außergewöhnlich heftige Wirkung. Die Frage nach dem Warum konnte das Paar jedoch nicht beantworten. Aber, erklärte Vanessa R., es sei ihnen furchtbar schlecht gegangen, regelrechte Todesangst hätten sie ausgestanden. Die 33-Jährige beschrieb die Auswirkungen so: „Das war wie Achterbahnfahren mit Herzinfarkt und Schlaganfall gleichzeitig.“ Mehrere Tage hätte es gebraucht, sich davon zu erholen.

An die Drogen seien sie über einen entfernten Bekannten von ihr gekommen: Lars D. Der habe einen fertigen Joint geliefert und ein Tütchen mit dem restlichen Marihuana.

An dessen Wohnanschrift trafen die alarmierten Beamten in der Tat auf Lars D. Und in der Kellerwohnung des Hauses auf David M. und seine Plantage. Lars D. habe geleugnet, von den Drogen im Haus etwas gewusst zu haben, so einer der Polizisten. Nachfragen konnte die Kammer nicht – Lars D. hatte von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Auch die Frage nach der heftigen Wirkung des Joints blieb weiterhin offen. Ein Kripo-Beamter, letzter Zeuge in der Sitzung, konnte nur mutmaßen, dass es an der Qualität des Marihuanas und damit am hohen Wirkungsgrad gelegen haben könne. Der Prozess wird fortgesetzt.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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