»Tolkiens Erben« erobern die Freusburg

Rund 270 Fans treffen sich am kommenden Wochenende zum »Schicksalsfest«

thor Freusburg. Es begann mit den Notizen eines jungen englischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs und wurde zum epochalen Meisterwerk der Literaturgeschichte. 111 Jahre wäre der Autor in diesem Jahr geworden, so wie eine der Hauptfiguren zu Beginn seines größten Romans. Die Rede ist – natürlich – von John Ronald Reul Tolkien, der seine Trilogie »Der Herr der Ringe« mit dem Geburtstag des (kleinen) Hobbit Bilbo Beutlin beginnen lässt.

Als das erste Buch in den 50er Jahren erschien, erzeugte es zunächst mehr Verwirrung als Begeisterung: Hier erzählte jemand in einer archaischen Sprache eine neue Geschichte des uralten Kampfs zwischen Gut und Böse. Von seltsamen Wesen und Völkern in einer Welt namens Mittelerde war zu lesen, von großen Schlachten, tiefer Freundschaft und schändlichem Verrat. J.R.R. Tolkien hatte das seit dem Mittelalter vergessene heroische Element in die Literatur zurück gebracht.

Enormer Schub durch Kinofilme

Was damals mit einer kleinen, dann aber schnell wachsenden Fangemeinde begann, ist heute zum weltweiten Kult mit Millionen von Fans geworden. Spätestens die alle Rekorde brechende Verfilmung des »Herr der Ringe« von Peter Jackson hat dafür gesorgt, dass Gandalf, Aragorn und Legolas nun (fast) jedes Kind kennt.

Nun gibt es solche »Fans«, die nur die Kino-Filme kennen bzw. das Buch lediglich oberflächlich gelesen haben – sofern dies überhaupt möglich ist. Denen stehen diejenigen gegenüber, für die Mittelerde so etwas wie eine zweite Heimat geworden ist, die jede Zeile Tolkiens kennen und mit Gleichgesinnten über alle Aspekte seines Werkes diskutieren. Organisiert sind sie in verschiedenen Vereinen; einer davon ist »Tolkiens Erben«. Anlässlich des 111. (»einundelfzigsten«) Geburtstags von Tolkien in diesem Jahr wird am kommenden Wochenende, vom 7. bis 10. August, das große »Schicksalsfest« gefeiert – und zwar auf der Freusburg.

Der Verein wurde Mitte vergangenen Jahres von zehn jungen Fantasy-Begeistern im Alter zwischen 19 und 25 Jahren in Solingen gegründet. Als die Mitglieder davon hörten, dass in diesem Jahr keines der bekannten Tolkien-Feste stattfinden sollte, wurden sie selbst aktiv und organisierte diese Alternative. Ziel ist es, allen an Fantasy und Mittelalter Interessierten eine Plattform zu bieten.

So ist das »Schicksalsfest« keine Veranstaltung, die ausschließlich Tolkien gewidmet ist. Auch über Autoren wie Robert Jordan, Tad Williams und George R.R. Martin darf und muss geredet werden. Die etwa 270 erwarteten Teilnehmer – die meisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (und einer aus London) – haben die Möglichkeit, sich generationsübergreifend über alle Felder der fantastischen Literatur und des Mittelalters auszutauschen.

»Schlacht der Völker«

Der Verein »Tolkiens Erben« hat dafür ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, das von diversen Workshops, Bogenschießen und Ausritten bis hin zu Vorträgen über die Religiosität in den Werken des streng gläubigen Katholiken Tolkiens reicht. Auch für Unterhaltung in Form mittelalterlicher Live-Musik ist gesorgt. Bereits am Donnerstag findet die »Schlacht der Völker« statt. Mit »schwarzen Messen« oder Ähnlichem, so muss an dieser Stelle festgestellt werden, hat das Ganze rein gar nichts zu tun.

Die Freusburg bietet für solch ein Treffen natürlich das perfekte Ambiente. »Ich war mal mit der Grundschule auf Klassenfahrt hier«, erzählt Ann-Katrin Heinen von »Tokiens Erben« über die Auswahl des »Standorts«. So ist es nur logisch, dass die meisten Gäste im passenden Outfit erscheinen werden: als Orks, Elben, Zwerge, Krieger oder Burgdamen. Also: Wer in den nächsten Tagen rund um die Freusburg auf Männer und Frauen in langen grauen Mänteln, mit spitzen Hüten und Pfeil und Bogen bewaffnet stößt, sollte sich nicht weiter wundern. Ausführliche Informationen über das Treffen sind im Internet unter »www.schicksalsfest.de« zu finden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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