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Wenn Riesen Mikado spielen
Tote Buchen an der B 62 müssen weichen

Eigentlich ist die Aufgabe, 50 Buchen zu fällen, für einen Forstbetrieb ein Klacks. In Büdenholz sind die Arbeitsbedingungen aber ein bisschen speziell...
  • Eigentlich ist die Aufgabe, 50 Buchen zu fällen, für einen Forstbetrieb ein Klacks. In Büdenholz sind die Arbeitsbedingungen aber ein bisschen speziell...
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

damo Büdenholz.   Nicht ungefährlich ist der Auftrag, den derzeit ein Forstunternehmen aus Eitorf im Siegtal erledigt: Die Männer sind dabei, abgestorbene Buchen zu fällen – und zwar an einem Hang, der scheinbar senkrecht abfällt. Jeder Steinbock hätte hier seine helle Freude, die Mehrzahl der Forstwirte hingegen hat dankend abgelehnt: „Mehrere Spezialfirmen haben sich das vor Ort angeschaut und abgewunken“, berichtet Frank Schneider vom Altenkirchener Forstamt. Entsprechend dankbar ist er, dass die Kollegen aus dem Rhein-Sieg-Kreis angerückt sind.
Dass die Bäume weichen müssen, ist schnell erklärt: Auch sie sind Opfer der drei trockenen Jahre in Folge.

damo Büdenholz.   Nicht ungefährlich ist der Auftrag, den derzeit ein Forstunternehmen aus Eitorf im Siegtal erledigt: Die Männer sind dabei, abgestorbene Buchen zu fällen – und zwar an einem Hang, der scheinbar senkrecht abfällt. Jeder Steinbock hätte hier seine helle Freude, die Mehrzahl der Forstwirte hingegen hat dankend abgelehnt: „Mehrere Spezialfirmen haben sich das vor Ort angeschaut und abgewunken“, berichtet Frank Schneider vom Altenkirchener Forstamt. Entsprechend dankbar ist er, dass die Kollegen aus dem Rhein-Sieg-Kreis angerückt sind.
Dass die Bäume weichen müssen, ist schnell erklärt: Auch sie sind Opfer der drei trockenen Jahre in Folge. Und weil am Fuße des Felshangs mehrere Häuser stehen und mit der B 62 die Lebensader des Verkehrs im AK-Land in unmittelbarer Nähe verläuft, war es undenkbar fürs Forstamt, die Bäume sich selbst zu überlassen. Denn gerade von toten Buchen geht laut Schneider eine große Gefahr aus.
„Tote Eichen kann man jahrzehntelang als stehendes Totholz erhalten. Aber bei Buchen dauert es nicht lange, bis sie umfallen.“ Erst brechen erfahrungsgemäß Teile aus der Krone, irgendwann trägt der Stamm nicht mehr. Wann das bei den Buchen bei Büdenholz so weit gewesen wäre, vermag keiner verlässlich zu sagen. Klar ist nur: Im vergangenen Sommer hat der zuständige Revierförster Stefan Wulf erkannt, dass das Laub der Buchen verwelkt war. Und die kleinen Zunderschwämme, die sich an den Stämmen breitgemacht haben, ließen vermuten, dass Eile geboten war.

"Froh, dass die Bäume wegkommen“

Rund 30 Bäume sind bereits abgestorben, alles in allem lässt das Forstamt jetzt aber alle Buchen an dem fraglichen Hang fällen. Und die Nachbarn begrüßen diese Entscheidung der Forstbehörde: „Ich bin sehr froh, dass die Bäume wegkommen“, bedankt sich eine der Anliegerinnen bei Frank Schneider.
Der hatte im Vorfeld alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Gefahr zu beseitigen. Zwischenzeitlich war sogar über eine Fällaktion mit einem Hubschrauber nachgedacht worden. So richtig behagt hat dieser Gedanke Schneider allerdings nicht – er ist froh, dass die Bäume jetzt ohne schweres Gerät gefällt werden können, obwohl der Hang auf manchen Abschnitten locker eine Steigung von gut 80 Prozent aufweisen dürfte.
Das Fällen erledigen die Spezialisten aus Eitorf mit der Motorsäge – allerdings mit einer speziellen Sicherheits-Schnitttechnik, und natürlich wird jeder einzelne Baum mit der Seilwinde gezogen. Zudem haben sich die Männer von unten nach oben durch den Hang gearbeitet und dabei einige Stämme in Hüfthöhe stehen lassen: „So haben sie sich praktisch einen natürlich Wall geschaffen“, erklärt Schneider. Würde tatsächlich einer der Buchenstämme ins Rutschen geraten, würde er hängenbleiben. Hängenbleiben: Das ist auch der Plan für die rund 50 Bäume, die am Ende dieser Woche gefällt sein sollten. Sie bleiben im Hang, miteinander verkeilt und verzahnt, als ob ein paar Riesen Mikado gespielt hätten. „Da rutscht nichts“, sagt Schneider aus Erfahrung.

„Verkehrssicherung“ ein Arbeitsschwerpunkt

Auch wenn die Aktion in Büdenholz sicher eine der größten Herausforderungen der letzten Zeit ist, wird das Thema „Verkehrssicherung“ das Forstamt wohl noch lange beschäftigen. „Ja, das wird einer der Arbeitsschwerpunkte sein“, bestätigt Schneider. Überall, wo Wanderwege, Straßen oder Häuser im Schatten toter Fichten (und zunehmend auch Buchen) stehen, wird das Forstamt anrücken müssen. Ganz billig ist das nicht: Der Einsatz in Büdenholz belastet den Etat mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag. „Aber wir haben schlichtweg keine andere Wahl.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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