Umsonst haben sie nicht gebaut

Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Christuskirche/Besonnenheit statt Verzagtheit

rai Wehbach. Auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrer Einweihung (7. September 1952) war die Christuskirche in Wehbach voll besetzt: Mit einem Festakt wurde am Samstag das 50-jährige Bestehen der Kirche gefeiert. Zur Feierstunde begrüßte Pfarrer Eckhard Dierig als Ehrengäste u.a. Jörn-Erik Gutheil, theologischer Dezernent für den Kirchenkreis Altenkirchen bei der Rheinischen Landeskirche, und Landrat Dr. Alfred Beth. Überschrieben war der Festakt mit dem Psalm 127, 1, wo es heißt: »Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.«

Sie hatten nicht umsonst gebaut, die Protestanten, die vor 50 Jahren aus dem ehemaligen Vereinshaus eine kleine, aber schmucke Kirche schufen. im Auftrag von Präses Manfred Kock und der rheinischen Landeskirche überbrachte Gutheil Glückwünsche. Die engagierten Gemeindemitglieder hätten damals dem Bauwerk nicht umsonst den Namen Christuskirche gegeben, denn: »Im Leben und Sterben vertrauen wir alle auf den Herrn Christus.« Das Gotteshaus diene jedoch nicht nur dazu, um sich sonntags zu versammeln. Vielmehr gehe es auch darum, die Liebe Gottes zu erfahren und weiterzutragen. Die Menschen in der Stahlindustrie seien besonnen, meinte Gutheil und spannte damit einem Bogen zum ehemaligen Wirtschaftszweig in Wehbach. »Behalten sie sich diese Besonnenheit«, sagte der Landeskirchenrat zu den rund 150 Festgästen, denn: »Besonnenheit ist auch heute angesagt, um sich nicht von der Verzagtheit einholen zu lassen.«

Kritisches merkte Landrat Dr. Beth in seinem Grußwort an. Häufig stelle man fest, dass in der stark säkularisierten Gesellschaft Kirchen »eher ein Museum als ein Ort der Begegnung Gottes« seien. In der stark egozentrischen Gesellschaft sei Kirche aber wie ein Leuchtturm, der den Menschen eine Orientierung im Leben gebe. »Gehen sie aus dem Jubiläum beherzt und guten Mutes heraus, um neue Aufgaben anzupacken«, motivierte Dr. Beth. Auch heute, 50 Jahre nachdem engagierte Gemeindemitglieder den Bau vollzogen haben, sei es immer noch eine lebendige Gemeinde, sagte Bürgermeister Wolfgang Müller. Kirche habe immer noch eine wichtige Bedeutung und biete Hoffnung und Zuspruch. Dass die damalige große Gemeinschaftsleistung bis in die heutige Zeit wirke, bescheinigte dann auch Ortsvorsteher Joachim Hillen und freute sich, dass mit der Kirchenfestschrift ein »weiteres Meisterwerk« über die Geschichte der Kirche und des Ortes geschaffen worden sei.

»Die Chronik ist fast ausverkauft«, teilte Dierig mit und dankte allen, vor allem dem Festausschuss, für die tatkräftige Unterstützung. Es gehe bei dem Jubiläum auch darum, die Geschichte der Kirche und der daran Beteiligten darzustellen. Aber: »Am schönen Gebäude allein liegt das gelingende Gemeindeleben nicht. Aber das Gebäude Kirche ist ein Mosaikstein im Gelingen lebendigen Kircheseins«, sagte Dierig, der auch den zahlreichen Instrumentalgruppen des MV Wehbach und dem ev. Kirchenchor (Leitung: Helmut Kipping) für den würdevollen musikalischen Rahmen dankte. Grußworte entrichteten auch Diakon Karl-Heinz Becher, Walter Leidig (Pfarrgemeinderat Wehbach/Wingendorf) und Imke Gose-Jakob (Grundschule Wehbach). Die Grundschüler führte sonntags bei der Feier rund um die Kirche ein Theaterstück über Zachäus auf.

Das Fest war zunächst mit einem Gottesdienst eröffnet worden, wobei ein Teil der rund 180 Besucher in einem Zelt vor der Kirche die Andacht verfolgte. Die Besucher applaudierten, als Vertreter der Partnergemeinde Grüneberg/Teschendorf (Brandenburg) mit einer prächtigen Ährenkrone in die Kirche einzogen. Diese ist der Nachbau einer riesigen Ährenkrone, mit der die Teschendorfer Landfrauen im vergangenen Jahr Landessieger geworden waren, berichtete Pfarrer Gerhard Gabriel. Die kath. Kirchengemeinde schenkte ein Antependium mit einem Christus-Bildnis.

Im Anschluss an den Gottesdienst spielte der MV Wehbach zum Platzkonzert auf. Konzertant auch die Darbietungen des Singkreises Wehbach. Stichwort Ökumene: Auch der kath. Kirchenchor Wehbach erfreute die Besucher mit Liedbeiträgen. Die Modetrends der 50er Jahre lebten bei einer Modenschau des Kindergartens auf. Beim »Spiel ohne Grenzen« kam auch der Spaß nicht zu kurz. Der Erlös eines Basars ist für die Instandhaltung der Kirche und die Gestaltung der Außenanlage des Kindergartens bestimmt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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