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Schutz vor Hochwasser: Imhäuser Bach im Fokus
VG Kirchen will Bäche "bändigen"

Hat ein bisschen was von Stephen King: Verschiedene Maßnahmen sollen künftig dafür sorgen, dass der Einlauf des verrohrten Imhäuser Baches nicht durch Äste und Schlamm verstopft wird, was bisher Überflutungen begünstigt.
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thor Offhausen/Brachbach. Der Imhäuser Bach ist ein kleiner Bach, ein friedlicher Bach. Ein Bach, an dem Eltern eigentlich ruhigen Gewissens ihre Kinder spielen lassen. Eben ein sicherer Bach. So scheint es jedenfalls. Doch was ist in Zeiten des Klimawandels und des Starkregens überhaupt noch sicher? Die Kirchener müssen nicht in die großen Flusstäler Deutschlands schauen, wenn es um die zerstörerische Kraft des Wassers geht – allein, es reicht der Blick in die Klotzbach.
Hochwasserschutz in Herkersdorf und OffhausenBei der Verbandsgemeinde genießen seit geraumer Zeit die sogenannten Gewässer 3. Ordnung eine verstärkte Aufmerksamkeit, eben die typischen Seifen, die in jedem Ort zu finden sind und die ihren Ursprung oft im Giebelwald oder im Windhahn-Massiv haben.

thor Offhausen/Brachbach. Der Imhäuser Bach ist ein kleiner Bach, ein friedlicher Bach. Ein Bach, an dem Eltern eigentlich ruhigen Gewissens ihre Kinder spielen lassen. Eben ein sicherer Bach. So scheint es jedenfalls. Doch was ist in Zeiten des Klimawandels und des Starkregens überhaupt noch sicher? Die Kirchener müssen nicht in die großen Flusstäler Deutschlands schauen, wenn es um die zerstörerische Kraft des Wassers geht – allein, es reicht der Blick in die Klotzbach.

Hochwasserschutz in Herkersdorf und Offhausen

Bei der Verbandsgemeinde genießen seit geraumer Zeit die sogenannten Gewässer 3. Ordnung eine verstärkte Aufmerksamkeit, eben die typischen Seifen, die in jedem Ort zu finden sind und die ihren Ursprung oft im Giebelwald oder im Windhahn-Massiv haben. So auch der Imhäuser Bach.
Am Donnerstagabend beschäftigte sich der Bauausschuss der Verbandsgemeinde in der Peter-Hussing-Halle in Brachbach mit Maßnahmen, wie der Hochwasserschutz in Herkersdorf und Offhausen verbessert werden kann, weitere Projekte in anderen Gemeinden sollen folgen. Die für die „Vereinigten Staaten“ wurden in der Sitzung von Planer Martin Heinemann vorgestellt.

Imhäuser Bach teilweise verrohrt

Ein Problem beim Imhäuser Bach: Es ist ab den Tennisplätzen auf 240 Metern verrohrt, ein typischer Schwachpunkt ist der Einlauf. Heinemann machte klar, dass die Rohrdimension eigentlich ausreichend sei, Äste, Laub und Schlamm aber den Durchfluss behinderten. Hinzu kommt: Oberhalb der Tennisplätze liegt ein seit Jahrzehnten verlandeter Weiher, aus dem bei starkem Regen jede Menge Sedimente weggespült werden können.
Heinemann schlug vor, das Bachbett oberhalb des Einlaufs ökologisch aufzuweiten und unterhalb des alten Weiherdamms eine raue Rampe anzulegen. Durch eine neue Mauer (1,50 m statt 1 m) könnte das Aufstau-Volumen vor dem Rohr um 200 Kubikmeter erhöht werden. Zudem soll vor dem Einlass ein schräges und damit effektiveres Gitter installiert werden.

Bei Hochwasser kann Wasser in Kita laufen

Gleichwohl besteht laut Heinemann die Gefahr, dass Wasser bei extremem Hochwasser in die Gebäude laufen kann – nicht unbedingt in die Druidenhalle, sondern eher in die Kita. Hier soll noch etwas am Gefälle gearbeitet werden, damit das Wasser rechts vorbei Richtung Spielplatz abfließen kann. Das Ganze ist nicht gerade billig. Summa summarum ist der Planer auf Kosten von rund 150.000 Euro gekommen. Würde man das komplette Rohr erneuern, kämen nochmals 130.000 Euro hinzu. Darauf soll aber erst einmal verzichtet werden, ist es doch halbwegs intakt.

Bäche unter Kontrolle

Beigeordneter Ulrich Merzhäuser begrüßte, dass die Bäche jetzt unter verstärkter Kontrolle stehen: „Da haben wir in den letzten Jahren gepennt. Diese Gewässer sind von uns vernachlässigt worden.“ Stefan Strunk vom Bauamt machte allerdings auf eine weitere Problematik aufmerksam. Es gebe noch viele „Sünden“ auf privaten Grundstücken. Leider seien die Besitzer oft komplett beratungsresistent.

Schulhof mangelhaft saniert

Begonnen hatte die Ausschuss-Sitzung mit einer Ortsbesichtigung vor der Halle. Bekanntlich war der Schulhof 2017 „saniert“ worden, wobei die Anführungszeichen berechtigt sind. Die Arbeiten in Brachbach sind von der Verbandsgemeinde nie abgenommen worden, zwischenzeitlich ist die Sache vor Gericht gelandet. An Ort und Stelle erläuterte Stefan Strunk, dass seinerzeit auf einen Vollausbau verzichtet worden war, stattdessen wurde für rund 20.000 Euro eine dünne Deckschicht aufgezogen – die aber jetzt schon Mängel aufweist, dabei sollte sie eigentlich zehn Jahre halten. „Ich würde keinem raten, das nochmal so zu machen“, sagte Strunk.

Wegen Schäden geringere Kosten

Nunmehr muss sich die Politik zwischen zwei Varianten entscheiden. Entweder man besteht auf die Beseitigung der Schäden oder aber man akzeptiert eine Preisminderung von 40 Prozent, das wären 8000 Euro. Da mit diesem Betrag viele Risse auf dem Schulhof wieder geschlossen werden und ohnehin noch ein Anbau an die Schule ansteht, sprach sich der Ausschuss für die letztere Variante aus.

Hat ein bisschen was von Stephen King: Verschiedene Maßnahmen sollen künftig dafür sorgen, dass der Einlauf des verrohrten Imhäuser Baches nicht durch Äste und Schlamm verstopft wird, was bisher Überflutungen begünstigt.
Die Ausschussmitglieder informierten sich vor ihrer Sitzung über den Zustand des Schulhofs in Brachbach.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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