Wehbach als »Kontrastprogramm«

Gestern war die Jury im Gebietsentscheid des Dorfwettbewerbs vor Ort

thor Wehbach. Das war fast eine Art »Kulturschock«: Eben noch waren die Jurymitglieder im Gebietsentscheid »Unser Dorf hat Zukunft« in zwei beschaulichen Dörfern des hohen Westerwalds unterwegs – und dann das: ein alter Industrieort ohne Misthaufen, Wiederkäuer und Traktoren. Wehbach zeigte sich gestern einmal mehr als »Kontrastprogramm«, und das war auch gut so. Nachdem man im Dorfwettbewerb Anfang Juni auf Kreisebene auf Anhieb einen hervorragenden 2. Platz belegt und damit die »Pflicht« erfolgreich hinter sich gebracht hatte, folgte nun die »Kür«. Aus Koblenz war die Kommission des Gebietsentscheids unter der Leitung von Hubert Müllen von der ADD angerückt. Aufmerksamer Beobachter war auch Landrat Dr. Alfred Beth.

Ortsvorsteher Joachim Hillen stellte direkt bei seiner Begrüßung am Bürgerhaus klar, dass Wehbach weder ein Weinbauort sei, noch über einen mittelalterlichen Ortskern verfüge. Um so interessanter fanden Müllen und sein Team anschließend das, was Hillen zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Müller und den Kollegen vom Ortsbeirat präsentierten (die Siegener Zeitung hatte bereits beim Besuch der Kreiskommission ausführlich über den gelungenen Wandel im Ort berichtet). Hubert Müllen stellte ausdrücklich klar, dass man nicht nur idyllische Orte sehen wolle: »Es gibt auch andere Themen, es geht schließlich um die Zukunft des ländlichen Raums.« Er erhoffe sich von diesem Rundgang interessante Beispiele für eine Umnutzung von Flächen und Gebäuden. »Wir suchen nicht das schönste Dorf, sondern auch Aktivitäten.« Und von alldem hat Wehbach bekanntlich jede Menge zu bieten – angefangen vom Engagement des Fördervereins für das Freibad und des VfL bis zur Reaktivierung des Friedrichshüttengeländes und historischer Gebäude, wie z.B. der »Villa Moritz« und des alten Verwaltungsgebäudes des Stahl- und Walzwerks durch Unternehmer Michael Pitthan.

Auf Fahrräder umgestiegen

Bewältigten die Mitglieder der Kreisjury vor Wochen den Rundgang ausschließlich zu Fuß, hatte Hillen diesmal Rücksicht auf den engen Zeitplan genommen. So wurden einige markante Punkte wie der Wald-Friedhof und die Rentei mit dem Bus angesteuert. Hier wartete noch eine kleine Überraschung auf die Gäste: Mit Drahteseln ging es auf dem Asdorftal-Radweg zurück in die Ortsmitte.

Bei der Abschlussbesprechung in der »Hüttenschenke« diskutierten die Kommissionsmitglieder ausgiebig mit den Wehbachern, sparten nicht mit Lob, machten aber auch kritische Anregungen und boten für die Zukunft einen regelmäßigen Austausch an. »Viele Dinge wurden als beispielgebend bezeichnet, aber wir sind eben noch nicht fertig«, berichtete Hillen gegenüber der SZ. Egal welchen Platz man auf Bezirksebene nun belegt, der Ortsvorsteher hat zu keinem Zeitpunkt bereut, Wehbach für diesen Wettbewerb angemeldet zu haben – trotz der anfänglichen Skepsis: »Ich bin sehr zufrieden. Man sieht den eigenen Ort immer unter einem neuen Blickwinkel.«

Ob die Wehbacher schon im nächsten Jahr wieder teilnehmen werden, weiß Hillen noch nicht, aber eine »Eintagsfliege« soll es auf keinen Fall werden. »Ich kann jedem anderen Ortsteil nur raten, hierbei mitzumachen.« Ganz klar: Die Teilnahme von Wehbach am Wettbewerb »Unser Dorf soll Zukunft« hat nicht nur bei den verschiedenen Juroren Eindruck gemacht – sie hat im Ort selbst schon deutliche Spuren hinterlassen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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