Ratsmitglieder kritisieren Kreis
Weiter Bus-Frust in Niederfischbach

nb Niederfischbach. Deutliche Worte fielen am Montagabend im Niederfischbacher Ortsgemeinderat – der Adressat sitzt allerdings nicht etwa am gegenüberliegenden Ratstisch, sondern im Kreishaus.

Es ging, einmal mehr, um den Busverkehr, genauer gesagt die Beförderung von Kindergartenkindern. In der Ratssitzung Anfang März hatte die SPD-Fraktion einen Antrag zum Thema gestellt (die SZ berichtete).

Nicht genutzte Linie wird aufrechterhalten

Die Sozialdemokraten brachten seinerzeit ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass die Linie Schulwäldchen/Witthumhof gestrichen wurde, während nicht genutzte Linien aufrechterhalten werden. Deshalb sollte ein deutliches Zeichen Richtung Westerwaldbus, dem bekanntermaßen kreiseigenen Unternehmen, gesendet werden. Ergänzt wurde der Antrag von der CDU, und zwar durch konkrete Fragestellungen, z. B. nach Beförderungszahlen oder Zeiten.

Jetzt erreichte das Antwortschreiben aus Altenkirchen das Asdorftal – und löste dort nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Denn: Der Kreis lenkt in Sachen Busse im wahrsten Sinne des Wortes nicht ein, sieht keine Handlungsmöglichkeit.

In dem Schreiben wird beispielsweise angeführt, dass bei der damaligen Planung der Linienverkehre für das Linienbündel Betzdorf-Kirchen für kein Kindergartenkind aus dem Bereich Schulwäldchen eine Fahrtkostenübernahme bis zur kommunalen Kita Niederfischbach erfolgt sei. Oder schlichter: Es gab damals keine kleinen Mitfahrer. Entsprechend sei kein Angebot eingerichtet worden.

Für die drei Schulwäldchen-Kinder wiederum, die im Schuljahr 2018/19 die kommunale Kita besuchten, sei Kostenerstattung bewilligt worden, da im kath. Kindergarten kein Platz mehr frei war.

"Die Eltern wollen kein Geld, die wollen den Bus."

Die Argumentation stieß aber im Niederfischbacher Rat auf wenig Verständnis. Insbesondere die SPD schoss sich auf den Kreis ein. Dass ein Bus in ein Gebiet fahre, „wo keiner ist“, gehe eigentlich in keinen Kopf rein, befand Beigeordneter Bernd Becker.

Um die Schulwäldchen-Kinder einzusammeln, ginge es um eine zusätzliche Fahrtzeit von drei Minuten, so dessen Parteikollegin Ursula Leitner. Und: „Die Eltern wollen kein Geld, die wollen den Bus.“

Mit Ortsbürgermeister Dominik Schuh teilte Leitner die Meinung: Dass der Kreis so wenig flexibel reagiere, das könne eigentlich nicht sein.

Schuh aber kam zu der bitteren Feststellung: „Es interessiert nicht.“ Gleichzeitig verwies Schuh ebenso wie CDU-Sprecher Werner Imhäuser drauf, dass der Ortsgemeinderat nicht großartig was ändern können, schließlich sei das eben Kreissache. „Das sollen sich die Kreistagsjungs vornehmen“, so Schuh.

Die SPD aber befand: Auch als Ortsgemeinde solle man den Druck aufrechterhalten. Ursula Leitner kündigte denn auch gleich einen Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter an – den sie, wenn nötig, auch wiederholen wolle. Für diesen Plan gab es Tischklopf-Beifall – und zwar aus beiden Fraktionen.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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