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Corona-Zuschüsse für Krankenhäuser
Wenn Kliniken finanziell „bestraft“ werden

Auch das Krankenhaus Kirchen erhält wieder Ausgleichszahlungen, wird aber dabei indirekt dafür bestraft, dass man sich hier auch um Schwangere und kleine Patienten kümmert.
  • Auch das Krankenhaus Kirchen erhält wieder Ausgleichszahlungen, wird aber dabei indirekt dafür bestraft, dass man sich hier auch um Schwangere und kleine Patienten kümmert.
  • Foto: Archivfoto: thor
  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

thor Kirchen. Nach Monaten der angespannten Ruhe spült die Omikron-Welle jetzt doch wieder verstärkt Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser, die Hospitalisierungsinzidenz steigt – auch aus dem Kreis Altenkirchen werden derzeit 33 Frauen und Männer stationär versorgt. Darauf sind die meisten Kliniken vorbereitet, halten sie doch in der Pandemie Betten frei, die sonst anderweitig belegt würden. Dafür bekommen die Krankenhäuser zwischen Flensburg und Oberammergau Ausgleichszahlungen. In Rheinland-Pfalz werden nun erneut rund 25 Millionen Euro verteilt, teilte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) dieser Tage in Mainz mit. So werde die Liquidität der Kliniken erhalten, und es würden Erlösausfälle ausgeglichen. Seit dem 10.

thor Kirchen. Nach Monaten der angespannten Ruhe spült die Omikron-Welle jetzt doch wieder verstärkt Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser, die Hospitalisierungsinzidenz steigt – auch aus dem Kreis Altenkirchen werden derzeit 33 Frauen und Männer stationär versorgt. Darauf sind die meisten Kliniken vorbereitet, halten sie doch in der Pandemie Betten frei, die sonst anderweitig belegt würden. Dafür bekommen die Krankenhäuser zwischen Flensburg und Oberammergau Ausgleichszahlungen. In Rheinland-Pfalz werden nun erneut rund 25 Millionen Euro verteilt, teilte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) dieser Tage in Mainz mit. So werde die Liquidität der Kliniken erhalten, und es würden Erlösausfälle ausgeglichen. Seit dem 10. Dezember konnten Kliniken die Gelder für diese neue Tranche beantragen.

Für einen Einzelstandort wie Kirchen ist das eigentlich zu wenig.
Dr. Christoph Faßbender
DRK-Trägergesellschaft

Das hat auch die DRK-Trägergesellschaft Süd-West für ihre infrage kommenden Krankenhäuser getan. Prokurist Dr. Christoph Faßbender berichtete, dass man rückwirkend vom 15. November an Geld erhalte. Das neue Paket sei bis März befristet.

Es wird geprüft, wie viele Betten im Krankenhaus frei sind

Welche Grundlage gibt es für die Hilfen? Vereinfacht ausgedrückt: Es wird geprüft, wie viele Betten zu einem Zeitpunkt nicht belegt sind, und dies dann mit dem Referenzjahr 2019 verglichen. Das DRK-Krankenhaus in Kirchen erhalte beispielsweise nach dem Finanzierungsschlüssel 290 Euro pro Tag für ein nicht belegtes Bett, so Faßbender.

Die Frage, ob das eine auskömmliche Erstattung sei, beantwortet das Mitglied der Geschäftsführung zunächst so: „Wir als Krankenhaus-Verbund haben ja verschiedene Kompensationsmöglichkeiten.“ Um dann zu ergänzen: „Für einen Einzelstandort wie Kirchen ist das eigentlich zu wenig.“
Im Vergleich dazu erhalte das Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg eine höhere Pauschale, erklärte Faßbender. Aufgrund der in Kirchen vorhandenen Kinder- und Jugendmedizin werde hier seitens des Gesetzgebers von einer geringeren „Fallschwere“ ausgegangen. Der Prokurist würde es nie laut sagen, aber es ist dies einmal mehr ein Beleg dafür, dass diejenigen Krankenhäuser, die sich um kleine Patienten und Schwangere kümmern, im deutschen Finanzierungssystem der Kliniken stark benachteiligt werden.

Standort des Kirchener Krankenhauses spielt eine Rolle

Dabei hat Rheinland-Pfalz zum Jahreswechsel sogar noch die „Landesverordnung zur Sicherstellung der flächendeckenden stationären Krankenhausversorgung zur Stärkung der Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin“ erweitert. Unter bestimmten Voraussetzungen können weitere Mittel als Sicherstellungszuschlag beantragt werden.

Das Krankenhaus in Kirchen kann zwar gegenüber Mainz die notwendigen Behandlungszahlen vorweisen, allerdings macht die Nähe zu Siegen allen weiteren „Ambitionen“ einen Strich durch die Rechnung. Denn sowohl bei der Geburtshilfe als auch der Pädiatrie darf innerhalb von „40 Pkw-Fahrzeitminuten“ keine weitere Versorgungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Da müsste man schon von Kirchen aus mit dem Fahrrad ins Marien-Krankenhaus fahren, um diesen Kriterien gerecht zu werden. Mit Blick auf den „Kliniksimulator“, der die Entfernungen aller Standorte aufschlüsselt, macht sich Faßbender daher wenig Hoffnung, zusätzliches Geld akquirieren zu können.

Viele Krankheitsfälle beim Klinikpersonal

Zurück zur allgemeinen Situation in den Krankenhäusern: Die Scheu, in der Pandemie eine Klinik für eine „normale“ Behandlung aufzusuchen, sinke. „Die Leute merken, dass sie eine Lösung für ihre gesundheitlichen Probleme brauchen“, so der DRK-Vertreter. Limitierender Faktor sei momentan eher der, dass es auch unter dem Personal viele Krankheitsfälle gebe. Klar sei, dass auch 2022 die Auslastung der Krankenhäuser nicht das frühere Normalmaß erreiche. Daher geht Faßbender von einer Anschlussregelung ab März aus: Wenn dann auch nicht mehr unbedingt für das Freihalten von Betten gezahlt werden müsse, sei dennoch eine andere Lösung erforderlich.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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