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Weniger Sonne und nicht genug Regen
Wetterbilanz fällt durchwachsen aus

Auch wenn das Wetterjahr 2021 im Wildenburger Land unterm Strich keine größeren Superlative mit sich gebracht hat, gab es doch Wetterlagen, die hängengeblieben sind: An Ostern gab es tagelang eine geschlossenen Schneedecke, und im Oktober hat die alte Linde an der Roten Kapelle einem Sturm nicht standgehalten.
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  • Auch wenn das Wetterjahr 2021 im Wildenburger Land unterm Strich keine größeren Superlative mit sich gebracht hat, gab es doch Wetterlagen, die hängengeblieben sind: An Ostern gab es tagelang eine geschlossenen Schneedecke, und im Oktober hat die alte Linde an der Roten Kapelle einem Sturm nicht standgehalten.
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damo Friesenhagen. Um die Folgen der drei Dürresommer 2018, 2019 und 2020 zu erkennen, muss man kein Förster sein – das schafft jeder Grundschüler. Die unselige Kombination aus Bäumen, die im Trockenstress ächzen, und Käfern, die vor Vitalität strotzen, hat verheerende Folgen hinterlassen. Wie gut, dass das Jahr 2021 nicht so trocken war – mag man im subjektiven Rückblick denken. Aber das stimmt gar nicht: Auch im vergangenen Jahr hat’s hierzulande weniger geregnet als im langjährigen Schnitt.
Ein typischer Sommer für unsere RegionDas mag sich für viele Menschen durchaus anders angefühlt haben: Wer im Mai eine Grillparty feiern wollte, musste schon viel Glück haben, um einen trockenen Abend zu erwischen.

damo Friesenhagen. Um die Folgen der drei Dürresommer 2018, 2019 und 2020 zu erkennen, muss man kein Förster sein – das schafft jeder Grundschüler. Die unselige Kombination aus Bäumen, die im Trockenstress ächzen, und Käfern, die vor Vitalität strotzen, hat verheerende Folgen hinterlassen. Wie gut, dass das Jahr 2021 nicht so trocken war – mag man im subjektiven Rückblick denken. Aber das stimmt gar nicht: Auch im vergangenen Jahr hat’s hierzulande weniger geregnet als im langjährigen Schnitt.

Ein typischer Sommer für unsere Region

Das mag sich für viele Menschen durchaus anders angefühlt haben: Wer im Mai eine Grillparty feiern wollte, musste schon viel Glück haben, um einen trockenen Abend zu erwischen. Wer im Juli ins Freibad gehen wollte, war ebenfalls auf das richtige Timing angewiesen. Und selbst im August hat es praktisch keine längere stabile Schönwetterphase mit hochsommerlichen Temperaturen gegeben.

Wetterstation liefert objektive Daten

All das dürfte in der Summe dazu führen, dass viele Menschen dem Sommer 2021 im Rückblick kein allzu wohlwollendes Zeugnis ausstellen werden. „Aber eigentlich war es ein typischer Sommer für unsere Region“, sagt Konrad Dietershagen aus Friesenhagen: „Aber Wetter wird immer auch subjektiv wahrgenommen.“ Wie schön, dass er objektive Daten liefern kann. Die bekommt er Tag für Tag in Profiqualität auf seinen Laptop geliefert.

Vor elf Jahren hat der Meteorologe Jörg Kachelmann oberhalb des Bitzchens eine top ausgestattete Station errichten lassen. Mittlerweile hat der Betreiber gewechselt, heute gehört die Anlage dem Unternehmen DTN. Aber der, der die Station vor Ort betreut, ist noch immer derselbe: Konrad Dietershagen. Wenn also einer wirklich fundiert übers Wetter im Wildenburger Land sprechen kann, dann er.

Das Jahr 2021 war insgesamt zu trocken

Und sein Jahresfazit weicht durchaus von der subjektiven Wahrnehmung des SZ-Redakteurs ab: „Nein“, sagt Dietershagen lächelnd, „das Jahr war nicht zu nass“. Ganz im Gegenteil sogar: Die Niederschläge sind einmal mehr unter dem langjährigen Mittel geblieben – sie werden also nicht ausgereicht haben, um das Wasserdefizit der drei trockenen Sommer zu kompensieren. 965 Liter sind gefallen – im Schnitt der letzten elf Jahre waren es 1018. Vom Auffüllen der Grundwasserreserven kann also nicht die Rede sein. Allerdings: Zumindest die Wachstumsperiode war 2021 nicht so eine staubtrockene Angelegenheit wie in den Jahren zuvor. Waldbesitzer, die im Frühling neue Kulturen etabliert haben, mussten nicht Wochen später hunderten kleinen Bäumchen beim Vertrocknen zuschauen.

Auch die Landwirte im AK-Land, die ja überwiegend auf Gras- und Maissilage setzen, verdanken dem durchwachsenen Sommer eine deutlich besserere Ernte. Allerdings: Etliche Tage mit Bodenfrost im Mai haben zumindest den ersten Grasschnitt negativ beeinflusst.

Um Ostern war das Wetter sehr wechselhaft

Ohnehin springt beim Blick auf Dietershagens Daten besonders das Wetter im Frühling ins Auge. Rund um Ostern gab’s eine echte Achterbahnfahrt: Am 31. März hat die Wetterstation Friesenhagen mit 24,2 Grad noch einen neuen Temperaturrekord für den März aufgezeichnet – und eine Woche später versank die Landschaft unter einer 15 Zentimeter dicken Schneedecke. „Da hatten alle schon geglaubt, jetzt geht ein wunderschöner Frühling los – und dann haben wir die höchste Schneedecke des Jahres an Ostern gehabt“, blickt Dietersagen zurück. „Das war eine klassische Hochwinter-Wetterlage, und die war schon kurios zu diesem Zeitpunkt.“ Alles in allem ist der April deutlich unter den Durchschnittswerten geblieben: Mit 5,1 Grad (statt 8,5) wird er als kältester April in den Büchern der Wetterstation Wildenburger Land geführt.

Es folgte ein durchschnittlicher Sommer

Was folgte, war ein ziemlich durchschnittlicher Sommer – mit deutlich weniger Sonnenstunden als in den Vorjahren: Im Jahr 2018 hat die Sonne in 2043 Stunden durch die Wolken gespäht, 2021 nur in 1653. Die höchste Temperatur im Jahreslauf ist mit 32,2 Grad im Juni gemessen worden – die beiden Hochsommermonate Juli und August haben diesen Wert nicht toppen können.

Eigentlich war es ein typischer Sommer für unsere Region.
Konrad Dietershagen
Betreuer der Wetterstation

Konrad Dietershagen betreut die Friesenhagener Wetterstation.
  • Konrad Dietershagen betreut die Friesenhagener Wetterstation.
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Wetterextreme führten zu Hochwasser im Ahrtal und Sturmtief Hendrik

Für die Feuerwehr in Friesenhagen hat das bedeutet: kaum Waldbrandeinsätze, praktisch keine Wasserfahrten wegen trockengefallener Brunnen. Aber zwei Wetterextreme haben die Floriansjünger trotzdem auf Trab gehalten: das Hochwasser im Ahrtal („Diese unglaublichen Regenfälle sind an uns nur haarscharf vorbeigegangen“) und das Sturmtief Hendrik im Oktober.

Die alte Linde an der Roten Kapelle hat dem Sturmtief nicht standgehalten.
  • Die alte Linde an der Roten Kapelle hat dem Sturmtief nicht standgehalten.
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Die stärkste Böe ist mit exakt 100,0 Stundenkilometern über die Wetterstation hinweggezogen – was für die uralte Linde an der Roten Kapelle bekanntlich zu viel war.

400 Jahre alte Linde an der Roten Kapelle zerstört
Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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