Kreis lehnt Bauantrag ab
Windpark Steeg: Schlappe für Altus

damo Friesenhagen. Auf diesen Tag haben viele Menschen im Wildenburger Land lange gewartet: Seit gestern ist amtlich, dass die Kreisverwaltung den Windkraftplänen der Firma Altus und der Hatzfeldt’schen Verwaltung eine Absage erteilt. Die zuständigen Stellen im Kreishaus haben den Antrag für den Bau von sieben Windrädern im Steeger Raum abgelehnt.

Schon seit Jahren wird um den Bau der Windräder hart gerungen; von Anfang an hatten die Planer massiven Gegenwind aus der Bevölkerung bekommen. Schnell hatte sich eine BI gegründet, die bereits seit fünf Jahren mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Windpark ankämpft.

Offenbar sind die Argumente der Kritiker in Altenkirchen nicht nur gehört, sondern auch als begründet eingestuft worden. Besonderes Gewicht dürften dabei die avifaunistischen Gutachten von Horst Braun und Christoph Buchen gehabt haben: Die beiden BI-Mitglieder hatten über mehrere Jahre hinweg das Vorkommen streng geschützter und windkraftsensibler Vogelarten dokumentiert und diese Unterlagen der Kreisverwaltung zur Verfügung gestellt.

Aber neben dem Artenschutz sieht der Sprecher der BI, Christoph Gehrke, eine Vielzahl weiterer Gründe, die gegen den Windpark sprechen, darunter auch die dezentrale Trinkwasserversorgung. „Jeder einzelne der Gründe hätte für die Ablehnung gereicht“, meint Gehrke. Für ihn ist die Ablehnung aus dem Kreishaus folglich zwar eine frohe Kunde, aber eben keine Überraschung: „Letztlich ist geltendes Recht angewendet worden“, sagt er, und weiter: „Wir haben dabei mitgeholfen.“

Das sieht auch Ortsbürgermeister Norbert Klaes so, den die SZ gestern Nachmittag mit der Meldung aus Altenkirchen überrascht hat. „Ein großes Dankeschön an die BI“, meinte der Ortschef, der die Nachricht als „sehr positiv“ einstufte. Der Rat habe sich klar gegen den Windpark positioniert und das mit dem Versagen des gemeindlichen Einverständnisses auch dokumentiert – umso erfreulicher, dass jetzt im Sinne der Gemeinde entschieden worden sei.

Sowohl Klaes als auch Gehrke wissen natürlich auch, dass mit dem Veto aus Altenkirchen noch nicht das letzte Wort gesprochen ist – schließlich können die Planer den Klageweg beschreiten. Aber Klaes hat zumindest die vage Hoffnung, dass die Ablehnung Bestand haben wird: „Es bleibt zu hoffen, dass Altus seine Pläne im Wildenburger Land damit begräbt – und zwar hoffentlich für immer.“

So weit ist es aber (noch) nicht: Bekanntlich hat Altus noch einen zweiten Standort im Grenzbereich zur Gemeinde Morsbach im Auge; dafür wurde unlängst die Baugenehmigung für die Errichtung eines Windmessmasten gestellt. Gehrke wertet die Ablehnung des Windparks Steeg aber als Fingerzeig für den zweiten geplanten Windpark: „Die Ablehnungsgründe gelten für das gesamte Wildenburger Land. Windräder haben hier keine Chance.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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