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K 97-Ausbau wirft Frage nach Anbindung von Gewerbegebiet auf
„Wir baden es aus“

Irgendwo in der Nähe der neuen Amprionmasten könnte eine Trasse das Gewerbegebiet direkt an die B 62 anbinden. Noch ist das aber nicht mehr als ein Wunsch des Gemeinderats.
  • Irgendwo in der Nähe der neuen Amprionmasten könnte eine Trasse das Gewerbegebiet direkt an die B 62 anbinden. Noch ist das aber nicht mehr als ein Wunsch des Gemeinderats.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Brachbach. Es könnte alles so einfach sein: Würde man das Brachbacher Gewerbegebiet direkt an die B 62 anbinden, wären die Brachbacher gleich mehrere Probleme auf einmal los. Die Menschen an der Büdenholzer Straße und an der Austraße hätten nicht mehr den Schwerverkehr vor der Nase, die beiden Kreisstraßen würden nicht mehr knitterkaputt gefahren, und beim Ausbau der K 97 könnte man allen Beteiligten die zähe Umleitungsstrecke über Katzenbach ersparen. Aber: Könnte heißt nicht können – die Realität sieht anders aus. Und zwar entschieden anders: Daran ließ Ortsbürgermeister Steffen Kappes jetzt im Gemeinderat keinen Zweifel.

damo Brachbach. Es könnte alles so einfach sein: Würde man das Brachbacher Gewerbegebiet direkt an die B 62 anbinden, wären die Brachbacher gleich mehrere Probleme auf einmal los. Die Menschen an der Büdenholzer Straße und an der Austraße hätten nicht mehr den Schwerverkehr vor der Nase, die beiden Kreisstraßen würden nicht mehr knitterkaputt gefahren, und beim Ausbau der K 97 könnte man allen Beteiligten die zähe Umleitungsstrecke über Katzenbach ersparen. Aber: Könnte heißt nicht können – die Realität sieht anders aus. Und zwar entschieden anders: Daran ließ Ortsbürgermeister Steffen Kappes jetzt im Gemeinderat keinen Zweifel.
„Wir müssen uns endlich mal ehrlich machen“, sagte er und tat es dann auch: „Mit einer neuen Erschließung für das Gewerbegebiet hätte man vor Jahren anfangen müssen. Aber das wurde versäumt, und jetzt wird es Jahre dauern.“

Kappes: zeitnahe Realisierung unmöglich

Es sei naiv zu glauben, dass sich ein solches Projekt zeitnah werde realisieren lassen: „In Deutschland ist so etwas innerhalb von zehn Jahren nicht möglich“, sprach er aus, was wahrscheinlich alle dachten, aber niemand wahrhaben wollte. Vor allem nicht Ratsmitglied Gerd Kaiser. Der hat bekanntlich seine ganz eigene Geschichte mit dem Schwerlastverkehr im Dorf – er hatte vor einigen Jahren sogar großformatige Schilder auf den Weg gebracht, die zumindest die Lkw-Irrläufer vom Ort hätten fernhalten könnten. Die Schilder mussten bekanntlich eingemottet werden, weil sie nicht sämtlichen Normen entsprachen, die die Straßenverwaltung angelegt hatte – wenngleich „Uwaga“ und „Pozor“, zwei osteuropäische Vokabeln für „Gefahr“, definitiv manchen Lkw-Fahrer erreicht hätten.

Belastung nicht nur für Anlieger

Diesmal ging es Kaiser nicht um die ortsfremden Lkw-Fahrer, die von ihren Navis durch Brachbach nach Mudersbach gelotst werden: Jetzt hatte er die Brummis im Blick, die über die Austraße ins Brachbacher Gewerbegebiet fahren. Die Austraße soll bekanntlich im Jahr 2022 ausgebaut werden. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, wird das nicht in vier Wochen erledigt sein. Und während der Bauphase können die Unternehmen im Gewerbegebiet nur noch erreicht werden, wenn die Lastwagen eine großräumige Umleitung nutzen: Über Kirchen und Katzenbach müssen sie Brachbach von der anderen Seite aus ansteuern.
Das wird nicht nur für alle Anlieger der Umleitungsstrecke belastend (man denke insbesondere an das Kirchener Oberdorf und die schmale Katzenbacher Ortsdurchfahrt), mahnte Kaiser an. Er stellte auch klar, dass es wenig Sinn ergebe, die Austraße jetzt im großen Stil auszubauen, wenn sie vielleicht in einigen Jahren ausgerechnet ihre Funktion als Zuwegung zum Gewerbegebiet einbüßt. „Wäre es nicht eine sinnvolle Option, jetzt nur eine neue Teerdecke auf der Austraße zu machen und mit dem eigentlichen Ausbau vier, fünf Jahre zu warten?“

"Anschluss an B 62 für LBM ein heikles Thema"

Mit diesen vier, fünf Jahren wird es nicht getan sein, hielt Kappes dagegen. So schnell werde sich schlichtweg keine neue Anbindung des Gewerbegebiets realisieren lassen. „Wenn wir jetzt eine verbindlichen Zeithorizont hätten und wüssten, dass in einigen Jahren eine neue Anbindung fertig ist, könnte man die Austraße natürlich anders anpacken“, stimmte er Kaiser zu. Aber davon sei eben nicht auszugehen. Das war – wenn auch etwas verklausulierter – auch den Ausführungen von Tim Kraft vom Kirchener Bauamt zu entnehmen. Er berichtete von einem Gespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Sachen neue Zuwegung zum Industriegebiet. Zwar sei der LBM Diez grundsätzlich offen: Die Behörde haben darum gebeten, dass die Brachbacher ihre Ideen in Pläne ummünzen und diese Unterlagen nach Diez schicken. Aber: Schon in diesem frühen Stadium hat der LBM laut Kraft Bedenken angemeldet. „Der Anschluss an die B 62 ist für den LBM ein heikles Thema“, gab Kraft eine zentrale Aussage des Gesprächs mit den Straßenplanern wieder.

"An anderer Stelle versaubeutelt"

So sei ein Abzweig zum Gewerbegebiet ohne zusätzliche Abbiegespuren auf der B 62 nicht denkbar. Und diese zusätzlichen Spuren brauchen Platz, sodass die Bundesstraße verbreitert werden müsse. So etwas packt der LBM nicht für ein Dutzend Lastwagen an: Die Behörde hat jetzt die Gemeinde gebeten, belastbare Zahlen zum Lkw-Verkehr in Richtung Gewerbegebiet zu liefern. Also hat die Kirchener Verwaltung bei allen Betrieben im Gewerbegebiet abgefragt, von wie vielen Lastwagen sie angefahren werden und den LBM mit diesen Zahlen versorgt.
Keine Frage: Das ist ein erster Schritt. Aber mehr eben auch nicht. Und so bleibt’s dabei, dass Kappes wenig optimistisch ist, sich aber ehrlich gemacht hat: „All das ist an anderer Stelle versaubeutelt worden. Und wir baden es aus.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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