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Nachbarn sind um ihre Kinder besorgt
Wohnstraße wird zur Baustellenzufahrt

Auf dieses Schild allein wollen sich die Anlieger der Straße „Auf dem Härdtchen“ nicht verlassen. Sie fordern Sicherungsposten, die die Schwerlastwagen auf dem Weg zur Mastbaustelle begleiten.
  • Auf dieses Schild allein wollen sich die Anlieger der Straße „Auf dem Härdtchen“ nicht verlassen. Sie fordern Sicherungsposten, die die Schwerlastwagen auf dem Weg zur Mastbaustelle begleiten.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

damo Brachbach. Sie haben sich mit Händen und Füßen gewehrt. Sie haben protestiert, sie haben zivilen Ungehorsam angekündigt, sie haben die Politik ins Boot geholt. Aber geholfen hat’s herzlich wenig. Die Anlieger der Straße „Auf dem Härdtchen“ stehen jetzt unmittelbar vor der Situation, die sie mit allen Mitteln abwenden wollten: Dass ihre ruhige Wohnstraße zur Hauptzufahrt einer Strommast-Baustelle wird.Die Gemeindestraße, die von der Büdenholzer Straße abzweigt, scheint auf den ersten Blick denkbar ungeeignet für den Schwerlastverkehr. Hier leben Kinder, hier parken Autos. Die Asphaltdecke ist in einem guten Zustand, und der Querschnitt ist eben so, wie er sein muss, wenn dort hin und wieder mal ein Müllwagen durchfahren soll.

damo Brachbach. Sie haben sich mit Händen und Füßen gewehrt. Sie haben protestiert, sie haben zivilen Ungehorsam angekündigt, sie haben die Politik ins Boot geholt. Aber geholfen hat’s herzlich wenig. Die Anlieger der Straße „Auf dem Härdtchen“ stehen jetzt unmittelbar vor der Situation, die sie mit allen Mitteln abwenden wollten: Dass ihre ruhige Wohnstraße zur Hauptzufahrt einer Strommast-Baustelle wird.Die Gemeindestraße, die von der Büdenholzer Straße abzweigt, scheint auf den ersten Blick denkbar ungeeignet für den Schwerlastverkehr. Hier leben Kinder, hier parken Autos. Die Asphaltdecke ist in einem guten Zustand, und der Querschnitt ist eben so, wie er sein muss, wenn dort hin und wieder mal ein Müllwagen durchfahren soll.

Straße als Zufahrt unverzichtbar

All das hatten die Anlieger immer wieder ins Feld geführt, als bekannt wurde, dass Amprion im Zuge seines Stromtrassenbaus eben diese Straße zur Baustellen-Zufahrt machen will. Alternativen kamen auf den Tisch, zum Beispiel eine Anbindung der Mastbaustelle durch eine spezielle Baustraße. Aber Amprion blieb bei seiner Position: Es sei unverzichtbar, die Straße als Zufahrt zu nutzen.
Wer sich vor Augen führt, wie viele Tonnen Schotter und Beton für das Fundament durch die Straße gekarrt werden und welche Ausmaße die Mastteile haben, die die Lastwagen werden transportieren müssen, wird nachfühlen können, dass die Anlieger vergrätzt sind. Und dabei ist die Lärmbelästigung noch das kleinste Problem: In erster Linie sind die Nachbarn um ihre Kinder besorgt – schließlich sind die in einer Straße aufgewachsen, in der es praktisch nur Anliegerverkehr gibt. Für einen Vierjährigen, der es gewohnt ist, dass nur eine Handvoll Autos vor dem Gartentor unterwegs ist, dürfte der Schwerlast-Verkehr in der Tat eine gänzlich unbekannte Situation sein. Zudem befürchten die Anwohner, dass die Straße – deren Ausbau sie bezahlt haben – anschließend eben nicht mehr intakt ist.Auf der anderen Seite steht die Firma Amprion. Sie baut bekanntlich eine neue Stromautobahn von Nord nach Süd. Dazu müssen die bisherigen Strommasten durch größere ersetzt werden; all das geschieht auf der alten Trasse. Und so müssen dort Masten gebaut werden, wo bislang auch welche standen – zum Beispiel in der Verlängerung des Härdtchens.

Ende des Jahres soll der Mast stehen

Und der Bau schreitet zügig voran, auch in Brachbach. Einige neue Masten stehen schon, Anfang September werden per Hubschrauber die Stromleitungen eingefädelt. Unmittelbar danach beginnt der Wegebau für die Mastbaustelle am Bahntunnel – und spätestens zu diesem Zeitpunkt wird auch das Härdtchen benötigt, denn dann beginnt der Mast-Aufbau, berichtete Ortsbürgermeister Steffen Kappes jetzt im Bauausschuss. Ende des Jahres soll der Mast stehen. „Dann wäre im kommenden Jahr praktisch kein Baubetrieb mehr auf dem Härdtchen zu erwarten“, sagt Kappes.In den kommenden Monaten aber werden auf dem Härdtchen die Uhren etwas anders ticken als gewohnt. So wird Amprion immer wieder Halteverbote einfordern: Die Straße ist zu schmal, als dass Bordsteinparker den Lastwagen genug Platz lassen würde. Am Ende der Straße soll für all die, die ihr Auto nicht auf dem eigenen Grundstück parken können, ein Behelfsparkplatz eingerichtet werden. Und zumindest soll das Halteverbot nur temporär gelten – eben dann, wenn Lastwagen kommen. Das soll mit zwei Tagen Vorlauf mitgeteilt werden.

Zudem hat Amprion zugesagt, Sicherungsposten einzusetzen. Diese sollen vor allem dafür sorgen, dass die Lastwagen nur Schritttempo fahren und Gefahren im Blick haben. Ob das aber wirklich das vorrangige Augenmerk der Helfer sein wird, bezweifelt zumindest Kai Hussing. Er hat – wie alle anderen Anlieger auch – vor einigen Tagen einen Infobrief von Amprion erhalten: „Für mich klingt das so, als würden die Sicherungsposten vor allem dafür sorgen, dass die Straße morgens frei ist.“

Sicherungsposten sind Bedingung

Aber da wird nicht nur die Gemeinde ein Auge drauf werfen, kündigte Kappes an: „Sicherungsposten waren immer unsere Bedingung. Und wir haben Amprion darauf hingewiesen, dass nicht nur wir genau hinschauen werden, sondern auch die Anlieger.“Ob Amprion auf die Herbstferien Rücksicht nehmen werde, wollte Hussing im Ausschuss noch wissen. Kappes ist da wenig optimistisch: „Ich glaube nicht, dass dieses Thema sie sehr interessieren wird.“ Umso wichtiger seien die Sicherungsposten, betonte Hussing: „Wenn die Lastwagen in den Ferien kommen, haben die Sicherungsposten viel zu tun.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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