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2021 bereits 30 OPs an der Halsschlagader
Zwei Abteilungen – ein Ziel

Die Chefärzte Dr. Marius Passon (M.) und Sven Laaß (r.) arbeiten seit geraumer Zeit eng zusammen, gerade um Patienten mit Verengungen an der Halsschlagader eine optimale Behandlung bieten zu können. Hier begutachten beide zusammen mit dem Neurologen Martin Peiss eine Aufnahme dieser so wichtigen Arterie.
  • Die Chefärzte Dr. Marius Passon (M.) und Sven Laaß (r.) arbeiten seit geraumer Zeit eng zusammen, gerade um Patienten mit Verengungen an der Halsschlagader eine optimale Behandlung bieten zu können. Hier begutachten beide zusammen mit dem Neurologen Martin Peiss eine Aufnahme dieser so wichtigen Arterie.
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thor Kirchen. Manchmal liegen auch im DRK-Krankenhaus die Nerven blank. Ganz bewusst. Und zwar immer häufiger dann, wenn Dr. Marius Passon Hand anlegt. Als Gefäßchirurg wird von ihm ein unglaublich filigranes Arbeiten verlangt. Gerade auch dann, wenn es ganz sensible Bereiche des menschlichen Körpers betrifft – wozu zweifellos die Halsschlagader (Carotis) gehört. Passon hat hier in diesem Jahr bereits 30 Operationen durchgeführt. Eine beachtliche Zahl für ein Krankenhaus von der Größe Kirchens. Und nicht nur ein Zeichen dafür, dass die Gefäßchirurgie einen deutlichen Aufschwung erlebt, sondern auch für die enge Zusammenarbeit mit der Neurologie.  
Patienten die Intensivstation ersparen
Im August 2019 hatte Passon, von der Diakonie Südwestfalen kommend, die Abteilung übernommen.

thor Kirchen. Manchmal liegen auch im DRK-Krankenhaus die Nerven blank. Ganz bewusst. Und zwar immer häufiger dann, wenn Dr. Marius Passon Hand anlegt. Als Gefäßchirurg wird von ihm ein unglaublich filigranes Arbeiten verlangt. Gerade auch dann, wenn es ganz sensible Bereiche des menschlichen Körpers betrifft – wozu zweifellos die Halsschlagader (Carotis) gehört. Passon hat hier in diesem Jahr bereits 30 Operationen durchgeführt. Eine beachtliche Zahl für ein Krankenhaus von der Größe Kirchens. Und nicht nur ein Zeichen dafür, dass die Gefäßchirurgie einen deutlichen Aufschwung erlebt, sondern auch für die enge Zusammenarbeit mit der Neurologie.  

Patienten die Intensivstation ersparen

Im August 2019 hatte Passon, von der Diakonie Südwestfalen kommend, die Abteilung übernommen. Erklärtes Ziel war es von Beginn an, das medizinische Spektrum auszubauen und neue Schwerpunkte zu setzen – einer liegt jetzt auf der Behandlung des diabetischen Fußes. Die Zahl der minimal-invasiven Eingriffe wurde deutlich erhöht, um Patienten möglichst früh aus der stationären Behandlung zu entlassen. Passon und seine Mitarbeiter setzen zudem vermehrt auf eine CO2-Angiographie, um zum Beispiel bei einer Niereninsuffizienz auf den Einsatz von Kontrastmittel zu verzichten. Auch intravaskulärer Ultraschall gehört dazu. Dabei wird eine Ultraschall-Sonde in ein Gefäß eingeführt.
„Es geht um Techniken, um Patienten die Intensivstation zu ersparen“, fasst Passon zusammen. Das alles gehöre inzwischen zum Standard, sowohl in der Klinik als auch im MVZ in Wissen, wo oft der erste Kontakt mit den Patienten stattfindet.

,,Wir sind aufeinander angewiesen''

Inzwischen hat sich die Bettenzahl in der Abteilung von 14 auf 28 verdoppelt, das Einzugsgebiet des Krankenhauses ist größer geworden, was Passon nicht als alleinigen Erfolg der Gefäßchirurgie verbuchen will. Fast täglich befindet er sich im Austausch mit Sven Laaß, dem seit einigen Monaten tätigen Chefarzt der Neurologie mit der Stroke-Unit-Einheit. Beide Abteilungen weisen Schnittstellen auf, dabei ist es ein fast freundschaftliches Miteinander fernab jeglichen Konkurrenzdenkens. Denn sowohl Passon als auch Laaß streben für ihre Abteilungen spätestens für 2023 Zertifizierungen an – und beide wissen, dass das nur im Schulterschluss gelingt. „Wir sind aufeinander angewiesen“, betont der Neurologe.

Eingriffe an der Halsschlagader sind anspruchsvoll

So dürfen sich Patienten mit Verengungen im Bereich der Halsschlagader darauf einstellen, dass sie sowohl neurologisch als auch chirurgisch aufgenommen werden. „Es handelt sich hier um eines der größten Risiken für einen Schlaganfall“, sagt Laaß und verweist auf die Symptome: Schwindel, Flimmern vor den Augen, Taubheitsgefühle etc. Dies könne einen auch schon in verhältnismäßig jungen Jahren treffen.

Wenn dann tatsächlich das Handwerk von Passon gefragt ist, sind die Neurologen sowohl vor und nach einer Operation involviert. Die Eingriffe an der Halsschlagader sind, auch für Laien nachvollziehbar, anspruchsvoll: „Das anatomische Operationsgebiet ist jedes Mal anders“, erklärt der Chefarzt. Nervenbahnen kennen nun mal keine Norm und schlagen in jedem Körper unterschiedliche Bahnen ein. Eine der wichtigsten Aufgaben von Passon ist es dabei, bei der Beseitigung der arteriellen Engstellen die Nerven nicht zu verletzten.

Passon ist durchaus stolz darauf, dass sich in Kirchen das offene Operationsverfahren durchgesetzt hat. Dabei wird auf einen Stent verzichtet, stattdessen wird nach einem kleinen Schnitt die komplette Verkalkung ausgeschält. Mithilfe eines kleines Röhrchens sorgen die Mediziner dafür, dass in dieser Zeit das Hirn ausreichend durchblutet wird. Die Patienten verweilen anschließend kurz auf der Intensivstation, können aber in der Regel nach einigen Tagen nach Hause entlassen werden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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