Aber "Lilien" bangen um Torwart aus Brachbach
Marcel Schuhen der Fels in der Brandung

Starker Auftritt: Darmstadts Torwart Marcel Schuhen (l.) klärte hier per Faustabwehr vor dem heranstürmenden Hamburger David Kinsombi (weißes Trikot).
  • Starker Auftritt: Darmstadts Torwart Marcel Schuhen (l.) klärte hier per Faustabwehr vor dem heranstürmenden Hamburger David Kinsombi (weißes Trikot).
  • Foto: imago
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Hamburg. Am Ende fiel der ganze Druck von Marcel Schuhen ab. Als Schiedsrichter Dr. Robert Kampka die Partie zwischen dem Hamburger SV und dem SV Darmstadt 98 nach sechsminütiger Nachspielzeit abpfiff, ließ der Brachbacher Torwart in Diensten der „Lilien“ seinen Emotionen freien Lauf. Schuhen ballte die Fäuste in Boris-Becker-Manier und schrie seine ganze Freude über den 2:1 (0:0)-Auswärtssieg der Südhessen heraus. Mit dem „Dreier“ beim Aufstiegsanwärter verschaffte sich Darmstadt Luft im Abstiegskampf und stellte den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld der 2. Fußball-Bundesliga her.

"Für solche Spieler lebt man als Fußballer"

„Es war eine Mischung aus Erleichterung, Freude und Stolz“, schilderte Schuhen seine Gefühle unmittelbar nach dem Schlusspfiff im riesigen, fast menschenleeren Volksparkstadion. „Spiele in dieser außergewöhnlichen Arena und gegen den HSV sind immer etwas ganz Besonderes. Und wenn die dann noch mit einem Sieg für uns enden, dann ist das natürlich umso schöner. Für solche Spiele lebt man als Fußballer, auch wenn diesmal leider die Zuschauer fehlten“, erklärte der Zerberus aus dem „AK-Land“, der maßgeblichen Anteil an dem Überraschungscoup der „98er“ hatte.
Mit mehreren großartigen Paraden trieb er die Hamburger Angreifer schier zur Verzweiflung. Nur einmal war er chancenlos, als Jeremy Dudziak das Leder aus kurzer Distanz ins Tor bugsierte (77.). Der Anschlusstreffer des HSV war das Fanal für eine stürmische Schlussphase der Hanseaten, doch Schuhen war der Fels in der Brandung und hielt die drei Punkte fest. Während der Boulevard den heimischen Keeper als „Super-Schuhen“ feierte, ordnete der 28-Jährige seine (starke) Leistung im SZ-Gespräch ganz nüchtern ein. „Ich würde sagen, ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir das Spiel gewonnen haben. Ich habe versucht, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren, und das ist mir ganz gut gelungen.“

Führungstor per Abschlag eingeleitet

Wohl wahr. Und nicht nur in seiner Kernkompetenz, dem Bälle halten, ragte Schuhen heraus. Der Torwart, der bei der JSG Mudersbach/Brachbach das Fußball-ABC erlernte, leitete mit einem langen Abschlag sogar auch den Führungstreffer der Gäste durch Erich Berko ein (51.). Schuhen: „Wenn ein Gegner wie der HSV sehr hoch presst, dann ist es klar, dass sich im hinteren Bereich Räume ergeben. Daher habe ich mehrfach versucht, mit weiten Abschlägen auf unsere schnellen Flügelspieler Konter einzuleiten. Das hat einige Male ganz gut geklappt.“

"Das hat einen richtigen Schlag gegeben"

Dass der „Schnapper“ der „98er“ überhaupt bis zum Abpfiff durchhielt, unterstreicht seinen unbändigen Willen und Ehrgeiz. In der Schlussphase zog Schuhen sich bei einem Abschlag eine schmerzhafte Wadenverletzung zu. „Das hat einen richtigen Schlag gegeben und ist voll in den Muskel reingezogen“, schildert der Torhüter den Moment der Verletzung, die ihn erst mal zusammensacken ließ. Der Brachbacher rappelte sich jedoch wieder auf und biss sich bis zum Spielende durch. Ob es eine schlimmere Blessur ist, die eine längere Zwangspause nach sich ziehen wird, konnte Schuhen am Sonntag noch nicht beantworten. „Ich werde intensiv behandelt. Es bleibt abzuwarten, wie und wann es für mich weitergeht.“
Aus Darmstädter Sicht am besten so schnell wie möglich. Denn auf einen Marcel Schuhen in dieser Form dürften sie im Kampf um den Klassenerhalt nur schwerlich verzichten können – frag nach beim HSV...

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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