1. FC Offhausen/Herkersdorf
Mega-Banner: Da staunen selbst die Druiden

50 Meter lang und zwei Meter hoch ist das Banner mit dem Schriftzug „1. FC Offhausen/Herkersdorf 1976“ auf der Gegengerade der „Köppelarena“.
  • 50 Meter lang und zwei Meter hoch ist das Banner mit dem Schriftzug „1. FC Offhausen/Herkersdorf 1976“ auf der Gegengerade der „Köppelarena“.
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Offhausen/Herkersdorf. Der Druidenstein ist der ganze Stolz der Herkersdorfer. Jener kegelförmige Basaltfels, der sich auf 431 Meter über Normalnull ca. 20 Meter in die Höhe streckt, ist nicht nur ein echter Blickfang, sondern auch ein beliebtes Ziel für Wanderer aus Nah und Fern. Einen Steinwurf entfernt von dem 25 Millionen Jahre alten Steingebilde, wo die Druiden als kultische und geistige Elite in der keltischen Gesellschaft und Mythologie Rituale durchgeführt haben sollen, gibt es nun einen weiteren Hingucker – und zwar in der „Köppelarena“, der Heimspielstätte des Fußball-B-Kreisliga-Aufsteigers 1. FC Offhausen-Herkersdorf. Dort hängt seit dem vergangenen Wochenende das wohl längste Banner, das es auf den Fußballplätzen im SZ-Verbreitungsgebiet gibt.

Auf der Gegengerade des altehrwürdigen Ascheplatzes steht auf 50 Metern Länge und zwei Metern Höhe (!) in roten Lettern auf weißem Grund „1. FC Offhausen/Herkersdorf 1976“ geschrieben.

"Mit solchen Aktionen wollen wir uns von anderen Vereinen abheben"

Der kreative Kopf, der hinter dem Mega-Plakat steckt, ist Holger Hagedorn, der zudem noch ein zweites, nur unwesentlich kleineres Banner mit der Aufschrift „Köppelkicker“ geschaffen hat – natürlich auch in den Vereinsfarben rot und weiß. „Mit solchen Aktionen wollen wir uns von anderen Vereinen abheben und auf uns aufmerksam machen. Mit einem Ascheplatz, Duschen im Dorf und sehr limitierten finanziellen Möglichkeiten haben wir leider nicht viele Argumente, um Spieler zu akquirieren“, erläutert Hagedorn seine Beweggründe, zum Pinsel zu greifen.

Ihren Ursprung nahm die Aktion bereits in diesem Frühjahr. „Als abzusehen war, dass wir Meister in der C-Kreisliga werden, habe ich mit der Gestaltung des Banners begonnen. Ich wollte der Mannschaft zum Titelgewinn etwas Außergewöhnliches bieten – zumal ich nach Saisonende auch meine Laufbahn beenden wollte“, erzählt der 36-Jährige.

Viel Zeit und Mühe und noch mehr Herzblut investiert

Letzteres hat freilich (bisher) nicht geklappt – Hagedorn bestritt nach der Corona-Pause bereits schon wieder zwei Spiele für die „Köppelkicker“. Dafür haben seine Plakate bleibenden Eindruck hinterlassen – bei seinen Mitspielern, den Gäste-Teams und auch bei den Zuschauern.

Mehrere Monate „werkelte“ Hagedorn nach der Arbeit und am Wochenende zuhause in der Garage. Anzeichnen, ausmalen, aufhängen, trocknen lassen – Buchstabe für Buchstabe, Zahl für Zahl. Hagedorn investierte viel Zeit und Mühe und noch mehr Herzblut in das Banner-Projekt.

„Als Corona kam, habe ich mir gedacht: Wenn ich als leidenschaftlicher Köln-Fan schon nicht den FC im Stadion unterstützen kann, dann will ich wenigstens meinem Heimatverein etwas Gutes tun.“

Ein Hauch von Champions League weht durch die "Köppelarena"

Und das ist ihm wahrlich gelungen. Pünktlich zum Kreispokal-Halbfinale der C- und D-Kreisligisten gegen FK Etzbach war das 50 Meter lange und zwei Meter hohe Banner fertig und wurde auf der Gegengerade aufgehängt. Als wäre das noch nicht imposant genug gewesen, gab es beim Einmarsch beider Teams noch eine Pyroshow – ein Hauch von Champions League wehte durch die Arena oberhalb von Offhausen. Da passte es ins Bild, dass der 1. FC Offhausen-Herkersdorf an diesem Tag groß aufspielte und am Ende einen 9:1-Kantersieg feierte. Im Endspiel triumphierten die „Köppelkicker“ dann auf neutralem Platz in Weyerbusch mit 3:2 über die SG Mittelhof/Niederhövels 2. und zogen erstmals in der Vereinsgeschichte in den Rheinlandpokal ein.

Hier traf der B-Kreisliga-Aufsteiger am vergangenen Samstag auf den Rheinlandligisten VfB Wissen. Trotz der (erwartbaren) 0:6-Niederlage blieb den Fußballern aus Offhausen und Herkersdorf die Pokal-Partie in guter Erinnerung. „Es war ein Highlight für unseren Verein“, sagt der 1. Vorsitzende Christian Theis.

Und das nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch wegen des besonderen Rahmens der Partie, die immerhin rund 200 Zuschauer verfolgten.

Theis lobt und dankt Hagedorn

Und die waren mindestens so beeindruckt von den Bannern in der „Südkurve“ und auf der Gegengerade wie die Spieler beider Vereine. „Da haben wir alles aufgehängt, was wir hatten“, schmunzelt Hagedorn, an dessen Adresse der 1. Vorsitzende Christian Theis ein dickes Lob und auch ein großes Dankeschön richtet: „Das ist wirklich Klasse, was der Holger da gemacht hat. Mit solchen Aktionen kann man sich von anderen Vereinen abheben“, sagt Theis, dessen Mitstreiter in der jüngeren Vergangenheit mit so manch findiger Idee Werbung für den Verein und die Gemeinschaft beim 1. FC Offhausen-Herkersdorf machten.

Bis Samstag bleibt das Riesen-Banner auf der Gegengerade auf jeden Fall noch hängen. Dann empfängt der 1. FC Offhausen-Herkersdorf zum Saisonauftakt in der B-Kreisliga 2 Westerwald/Sieg die SG Gebhardshainer Land 2. (Anstoß: 17 Uhr). „Danach werden wir es wohl erst mal einmotten, bis sich weitere Erfolge einstellen“, sagt der 1. Vorsitzende Christian Theis mit einem Augenzwinkern.
Bis dahin bleibt also noch Zeit, das wohl längste Banner, das es im SZ-Verbreitungsgebiet gibt, zu bestaunen. Ein echter Hingucker ist es allemal.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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