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Skeleton-Ass Jacqueline Lölling
Mit Tempo 120 Richtung Olympia

Auf ihrer Heimbahn in Winterberg ist Jacqueline Lölling stets schnell 
unterwegs. Die dort gezeigten Leistungen auf die Olympia-Bahn zu übertragen ist das Ziel der Brachbacherin.
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unterwegs. Die dort gezeigten Leistungen auf die Olympia-Bahn zu übertragen ist das Ziel der Brachbacherin.
  • Foto: BSD
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

sila Peking. Neues Land, neue Strecke und der Traum von Olympia: Es sind aufregende Zeiten für die aus Brachbach stammende Skeleton-Pilotin Jacqueline Lölling, die sich derzeit mit dem deutschen Nationalkader in China auf die Olympischen Winterspiele vorbereitet. Nach einer finalen Testphase für Mensch und Material auf „Jackas“ Heimstrecke in Winterberg steht nun die dreiwöchige internationale Trainingsperiode im Yanqing Sliding Center in Peking auf dem Programm.

Auf der 2018 erbauten Strecke, die insgesamt 16 unterschiedlich angewinkelte Kurven aufweist und für alle Teilnehmer Neuland ist, finden am 12. und 18. Oktober die Selektionsrennen für die Teilnahme am Weltcup statt.

sila Peking. Neues Land, neue Strecke und der Traum von Olympia: Es sind aufregende Zeiten für die aus Brachbach stammende Skeleton-Pilotin Jacqueline Lölling, die sich derzeit mit dem deutschen Nationalkader in China auf die Olympischen Winterspiele vorbereitet. Nach einer finalen Testphase für Mensch und Material auf „Jackas“ Heimstrecke in Winterberg steht nun die dreiwöchige internationale Trainingsperiode im Yanqing Sliding Center in Peking auf dem Programm.

Auf der 2018 erbauten Strecke, die insgesamt 16 unterschiedlich angewinkelte Kurven aufweist und für alle Teilnehmer Neuland ist, finden am 12. und 18. Oktober die Selektionsrennen für die Teilnahme am Weltcup statt. Diese sind gleichbedeutend mit einer Art Olympia-Vorausscheidung, denn wer von Mitte November bis Mitte Januar nicht in der höchsten Rennserie am Start ist, hat wohl keine Chance, vom 4. bis 20. Februar 2022 am Höhepunkt des Winters teilzunehmen und in den vier Läufen am 11. und 12. Februar um die Medaillen zu fahren.

Neben Lölling, die national für die RSG Hochsauerland an den Start geht, gehören Sophia Griebel (BRC Thüringen), Hannah Neise (BSC Winterberg) und Tina Hermann (WSV Königsee) dem vorläufigen Olympia-Kader an. Letztere ist als amtierende Weltmeisterin bereits für den Weltcup und wahrscheinlich auch für Peking gesetzt.

In Peking in einer Corona-sicheren "Blase"

„Jacka“ und Co. bekommen seit Anfang der Woche einen Vorgeschmack auf das „Abenteuer Olympia“. Vom am Frankfurter Flughafen ging es für die deutschen Bob- und Skeleton-Sportler mit den Konkurrenten aus aller Welt gemeinsam in zwei Chartermaschinen Richtung Peking. Ziel der chinesischen Organisatoren war es, die Athleten von Beginn an in einer Corona-sicheren „Blase“ zu halten. Entsprechend standen vor Abflug für jeden Passagier zwei PCR-Tests auf der Tagesordnung. Vor Ort angekommen, dürfen sich die Sportler lediglich in ihrem Hotelkomplex und an der Strecke aufhalten. „Durch einen Shuttleservice wird sichergestellt, dass wir außerhalb zu niemandem Kontakt haben. Wir fühlen uns trotzdem sehr wohl, weil wir alles haben, was wir brauchen“, berichtet Lölling.

Im anstehenden ersten Ausscheidungsrennen am Mittwoch wird es für sie darum gehen, sich gegen ihre Teamkameradinnen Griebel und Neise zu behaupten, um sich im Kampf um die zwei übrigen Weltcup-Startplätze neben Tina Hermann in die Pole-Position zu bringen. „Diese Qualifikationsrennen gehören zu den wichtigsten des Jahres. Der Druck war wahrscheinlich noch nie so groß wie jetzt, zumal eine neue Bahn immer aufregend ist, ganz besonders wenn es eine Olympia-Bahn ist“, weiß Lölling um die Wichtigkeit des „von den Gegebenheiten extrem schwierigen“ Wettkampfs.

Ob alle drei Weltcup-Teilnehmerinnen dann auch tatsächlich bei den Olympischen Spielen an den Start gehen können, hängt maßgeblich von den Leistungen der drei Pilotinnen ab. Lediglich zwei Nationen erhalten über eine Quotenplatz-Regelung einen dritten Olympia-Startplatz. Wenn die Deutschen eine ähnliche Performance wie in den vergangenen Jahren abrufen, stehen die Chancen dafür aber gut. „Wenn wir das nicht schaffen, haben wir sowieso keine Chance bei Olympia“, sagte Skeleton-Nationaltrainer Christian Baude jüngst über die Aussichten auf den begehrten dritten Platz und fügte mit Blick auf die aktuellen Trainingswochen an: „Wir haben nur diese eine Chance in Peking. Beim nächsten Mal ist gleich Olympia, und da wir dort nicht viele Trainings haben, muss das Setup schon stehen.“

"Die Bahn ist anders als jede Strecke, die ich zuvor gefahren bin"

Erschwerend hinzu kommt, dass die eigens für Olympia konzipierte Strecke eine „anspruchsvolle“ ist, findet Lölling: „Die Bahn ist anders als jede Strecke, die ich zuvor gefahren bin, da sie eine Mischung aus verschiedenen Passagen beinhaltet. Manche Stücke können wir schon jetzt mit 120 Stundenkilometern fahren. Wenn es kälter wird, dürfte sich die Schnelligkeit weiter erhöhen.“

Die Brachbacherin erwartet enge Duelle, immerhin sei „das Damenfeld, was die Zeiten angeht, in den letzten Jahren extrem zusammengerückt“. Zwar sei es bei den Rennen in Deutschland immer der Fall gewesenen, dass „man wusste, was auf einen zukommt“, andererseits, so Lölling, sei es fair, dass die Strecke für alle neu ist und dementsprechend die gleichen Bedingungen vorherrschen: „Auch im Hinblick auf Olympia finde ich es gut, dass wir direkt vor Ort trainieren können, weil das die Bahn ist, auf die es ankommt.“

Besonderes Augenmerk legte die Athletin auf das Startprofil der Strecke, welches bereits nach 15 Metern steil abfällt. „Die Bahn ist ziemlich lang, was es leichter macht, einen anfänglichen Rückstand aufzuholen. Trotzdem wird der Start enorm wichtig sein“, ist sich die 26-Jährige, die bei den Olympischen Spielen in Südkorea 2018 „Silber“ gewann, sicher. Den ersten Schritt, um an die die Erfolge vor der Corona-Pause anzuknüpfen, kann Lölling in China mit der Weltcup-Qualifikation gehen. Das Ticket für einen zweiten Besuch im Reich der Mitte, es wäre dadurch greifbar nah.

Autor:

Silas Münker (Volontär) aus Siegen

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