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Erzbischof kommt zur Eröffnung
Dritte Aufgabe für traditionsreichen Standort

Diese Zeichnung gibt wieder, wie sich die Erweiterungsräume an das bisherige Küsterhaus fügen. Sie sind von der Kirchenseite aus praktisch unsichtbar.
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  • Diese Zeichnung gibt wieder, wie sich die Erweiterungsräume an das bisherige Küsterhaus fügen. Sie sind von der Kirchenseite aus praktisch unsichtbar.
  • Foto: / Grafik: Architekturbüro Gruppe MDK
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win Kohlhagen. Seit über 500 Jahren ist die Kirche Mariä Heimsuchung auf dem Kohlhagen ein beliebter Wallfahrtsort und schon seit 1655 auch Sitz der gleichnamigen Pfarrei. Und in wenigen Wochen wird in dieser reichen Geschichte ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Bis 2018 ein KonventDie Arbeiten zur Erweiterung des Ensembles zum Geistlichen Zentrum liegen in den letzten Zügen. Im bisherigen Küsterhaus war bis 2018 ein Konvent der Armen Dienstmägde Jesu Christi (Dermbacher Schwestern) untergebracht, die seit 1997 die Betreuung der Wallfahrtskirche übernommen hatten. Nach deren altersbedingtem Rückzug kam bei der Leitung des Erzbistums die Idee auf, den geschichtsträchtigen Ort für ein Pilotprojekt zu nutzen: Der Kohlhagen wird Geistliches Zentrum.

win Kohlhagen. Seit über 500 Jahren ist die Kirche Mariä Heimsuchung auf dem Kohlhagen ein beliebter Wallfahrtsort und schon seit 1655 auch Sitz der gleichnamigen Pfarrei. Und in wenigen Wochen wird in dieser reichen Geschichte ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Bis 2018 ein Konvent

Die Arbeiten zur Erweiterung des Ensembles zum Geistlichen Zentrum liegen in den letzten Zügen. Im bisherigen Küsterhaus war bis 2018 ein Konvent der Armen Dienstmägde Jesu Christi (Dermbacher Schwestern) untergebracht, die seit 1997 die Betreuung der Wallfahrtskirche übernommen hatten. Nach deren altersbedingtem Rückzug kam bei der Leitung des Erzbistums die Idee auf, den geschichtsträchtigen Ort für ein Pilotprojekt zu nutzen: Der Kohlhagen wird Geistliches Zentrum.

Die beiden Pallottiner Siegfried Modenbach, der zehn Jahre lang in Olpe tätig war, und Jürgen Heite, der aus Welschen Ennest stammt, pendeln derzeit noch von Dortmund auf den Kohlhagen. Anfang Juni ziehen sie in das dann fertig umgebaute Küsterhaus, das durch einen aufwendigen Umbau erweitert worden ist.

Architekt Dirk Kaminski hat dabei darauf geachtet, das Ensemble nicht zu zerstören. So wurden die Erweiterungsbauten hangseitig unterhalb des Küsterhauses angeordnet. Von der Kirche oder dem Wallfahrtsplatz aus ist lediglich der Eingang eines Aufzugs zu sehen, ansonsten ist der Anblick unverändert.

Saal für 100 Menschen

Dabei bietet der Anbau viel Platz. Hier ist unter anderem ein teilbarer Saal untergebracht, in dem bis zu 100 Menschen Platz finden können, dazu ein Meditationsraum, eine Küche, Büro- und Besprechungsräume. Zur Talseite hin ist der Anbau komplett verglast und bietet somit sowohl den Blick als auch den Zugang in die Natur.

Baustart mit dem Lockdown

Die Bauarbeiten starteten praktisch zeitgleich mit dem Lockdown im vergangenen Jahr. Umso erfreuter sind die beiden Pallottiner, dass der Bauzeitenplan fast exakt eingehalten werden konnte. Ende Mai sollen die Arbeiten fertig sein, nach dem Einzug soll Anfang Juli eine feierliche Einweihung mit Erzbischof Hans-Josef Becker stattfinden.

Siegfried Modenbach erklärt, dass der Charakter des Kohlhagens als Gebets- und Wallfahrtsort nicht verändert werden soll: „Hier wird weiterhin Platz für all die sein, die auch jetzt schon herkommen und in Stille beten wollen.“ Gleichzeitig, so Jürgen Heite, soll die während der Corona-Pandemie weggebrochene Tradition der großen Wallfahrten sobald wie möglich nach Abklingen der Pandemie kraftvoll wiederbelebt werden.

Die Kellermauern des Küsterhauses sind freigelegt. Hier stoßen Alt- und Neubau zusammen. Die alten Mauersteine werden sichtbar bleiben.
  • Die Kellermauern des Küsterhauses sind freigelegt. Hier stoßen Alt- und Neubau zusammen. Die alten Mauersteine werden sichtbar bleiben.
  • Foto: win
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Gleichzeitig aber werden die Angebote des Geistlichen Zentrums aktiviert, und das soll dazu führen, dass viele Angebote nach Südwestfalen zurückkommen, die durch den Abzug der Orden derzeit nicht mehr da sind. Eine große Rolle wird die Gesprächs- und Beichtseelsorge sein, die im Olper Pallottihaus stets ein Schwerpunkt war. Auszeiten, Exerzitien, Glaubenskurse und -gespräche, Einkehrtage, aber auch Konzerte, Lesungen, Ausstellungen sollen auf dem Kohlhagen Einzug halten.

Ganz klassisch werden die Räume auch genutzt, um Pilgergruppen Kaffee und Kuchen anzubieten. Pater Modenbach: „Die Kirche hier ist eine offene Kirche. Jeder kann kommen und beten, und genauso wird das Geistliche Zentrum offen sein. Wer mag, darf reinkommen und sich einen Kaffee holen und einfach das Gespräch suchen.“ Und Jürgen Heite ergänzt: „Wir als Pallottiner sind froh, wieder in der Region zu sein und das aufgreifen zu können, was zu uns gehört.“ Viel Klösterliches werde im neuen Geistlichen Zentrum zu finden sein, Angebote, für die früher die Attendorner Franziskaner, die Olper Pallottiner oder die Altenhundemer Patres von der Heiligen Familie standen.

Kooperation mit Gasthöfen

Auch Einkehrtage oder mehrtägige Seminare wird es geben, allerdings sind im Geistlichen Zentrum keine Unterkünfte vorgesehen. Dafür wollen die Patres mit den umliegenden Hotels und Pensionen kooperieren. Gleichzeitig, so Pater Heite, nehme man potenziellen Teilnehmern gewisse Ängste oder Vorbehalte, die vor Klostern als Unterkunft existierten.

Lichtdurchflutet sind die
zur Talseite komplett verglasten
Räume des Neubaus.
  • Lichtdurchflutet sind die
    zur Talseite komplett verglasten
    Räume des Neubaus.
  • Foto: win
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Wilfried Jaspers und Wolfgang Exner vom Kirchenvorstand der Pfarrei Kohlhagen freuen sich auf die neuen Zeiten. Von Anfang an seien die Pläne der Erzbistums hier auf fruchtbaren Boden gefallen und mit den beiden Pallottinern sei schnell eine gute Basis gefunden worden, berichten sie. Der Wunsch nach einer Wiederaufnahme des Gruppenpilgerns sei groß, und beide sind überzeugt davon, dass das neue Angebot des Geistlichen Zentrums ein Erfolg wird.

Erweitern ohne zu zerstören

Architekt Kaminski ist begeistert von der Örtlichkeit. Er sei schon über 30 Jahre in seinem Beruf tätig, aber in den knapp drei Jahren auf dem Kohlhagen stelle er fest, dass jede Fahrt zur Baustelle etwas mit Heimkommen zu tun habe. Daher sei es ihm ein großes Anliegen gewesen, das Ensemble um die nötigen Räume zu erweitern, ohne es zu zerstören.

4 Millionen Euro werden die Erweiterung und der Umbau bis zur endgültigen Fertigstellung kosten – gut angelegtes Geld für ein Angebot, das vielleicht spät, aber sicher nicht zu spät kommt, um vielen Gläubigen Wege zu Kirche und Glaube zurückzugeben, die es hier in ähnlicher Form schon mal gab, nun aber konzentriert und modern, und das an einem traditionsreichen Ort.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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