Ein Mann und sein Turm…

Heinsberger Hotelier kauft Rhein-Weser-Turm – Rothaarsteig soll die Gäste bringen

Oberhundem. „Das ist jetzt mein Turm.” Langsam hebt Bernhard Schwermer den Kopf Richtung Himmel. Sein Blick wandert über acht Stockwerke. Nur kurz bleiben seine Augen dann an der Fensterfront direkt unter dem 32 Meter hohen Dach hängen. Der Hotelier aus Heinsberg steht vor dem Rhein-Weser-Turm. Er gehört ihm. In der vergangenen Woche hat er das Aushängeschild des Rothaargebirges in 700 Meter Höhe über dem Meeresspiegel gekauft.

Es ist still im Naturpark oberhalb des Panorama-Park in Oberhundem, als Bernhard Schwermer von seinen Plänen erzählt. „Hier sollen demnächst die Wanderer schlafen können”. Jetzt sieht es im Stall rechts hinter dem Turm noch nicht danach aus. Auf dem Dachboden, wo schon im Mai Betten stehen sollen, liegen Heuballen. „Na klar”, erzählt der Koch, „wir haben noch eine ganze Menge Arbeit vor uns.” Er und seine Frau Cordula wissen aber, wofür sie den Stress auf sich nehmen. Denn ganz nebenbei leiten sie ihr Hotel in Heinsberg (57 Betten). Ihre Vision hat einen Namen. Der lautet Rothaarsteig.

Der Rhein-Weser-Turm liegt direkt am 160-Kilometer-Wanderweg. Im Mai 2001 soll die Strecke offiziell eröffnet werden. Nirgendwo sonst gebe es direkt an der Strecke Übernachtungsmöglichkeiten. Und diese Lücke wollen die Schwermers schließen. Vorerst mit einem reinen Bettenlager. „Für die rustikale Art der Übernachtung”, erklärt Bernhard Schwermer. Wenn es Bedarf nach komfortablen Zimmern gebe, werde man reagieren.

Hotelier Schwermer überstürzt nichts. Nach und nach werde renoviert, verschönert. „Wir müssen doch erst mal sehen, ob der Turm weiterhin als Ausflugsziel angenommen wird”, ergänzt seine Frau.

Auch die Kaufentscheidung sei nicht spontan gefallen. „Vor drei oder vier Jahren habe ich das erste Mal darüber nachgedacht.” Erst als Turm-Besitzerin Gitta Reichling ankündigte, jetzt endlich die Küchenschürze in der Turm-Küche an den Nagel zu hängen, hat Bernhard Schwermer zugeschlagen. Seinen Tatendrang konnte auch die Tatsache nicht bremsen, dass Teile des Turmes mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt wurden. Schwermer: „Das macht das Renovieren schwierig und teuer. Ich erwarte aber Unterstützung von der Gemeinde Kirchhundem und dem Kreis Olpe.”

Was erwartet Ausflügler, die künftig den Turm ansteuern? „Auf jeden Fall gute Sauerländer Küche zu einem niedrigen Preis”, lacht Bernhard Schwermer. Auch Pauschalangebote seien in der Mache. „Wenn alles klappt, kann auf dem Turm bald auch geheiratet werden”, hofft der Hotelier. Selbstverständlich bleibe auch der Aufgang über die 113 Treppenstufen zur Turmspitze geöffnet. „Von dort aus hat man einen ganz besonderen Blick auf das Sauer- und Siegerland”, verspricht der Heinsberger.

Am zweiten Weihnachtstag legen die Schwermers los in der Küche des Turm-Restaurant. „So bald die Genehmigungen da sind, fangen wir an, das Bettenlager zu bauen”, erklärt Bernhard Schwermer seine Pläne. Für die fernere Zukunft haben Bernhard Schwermer und seine Frau Cordula schon viele weitere konkrete Ideen: „Die verraten wir aber jetzt noch nicht.” Auf jeden Fall, verspricht das geschäftstüchtige Ehepaar, werde der Turm wieder ein Aushängeschild im Rothaargebirge werden. mavo

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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