Hohes Lob für Mennekes-Philosophie

Ministerpräsident Peer Steinbrück besuchte gestern Kirchhundemer Unternehmen

hobö Kirchhundem. »Viel Erfolg bei ihrer Arbeit, denn was Sie Gutes tun, fällt auch auf uns ab«, adressierte gestern Unternehmer Walter Mennekes einen etwas anderen Abschiedsgruß an einen besonderen Gast. Dieser war kein Geringerer als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, Peer Steinbrück (SPD), der sich am gestrigen Morgen zu einer Visite in der Firma Mennekes GmbHCo.KG in Kirchhundem einfand. Nach Begrüßung, Betriebsbesichtigung und einem gemeinsamen Mittagessen mit den Auszubildenden der Firma zollte Steinbrück dem Unternehmen und dem Unternehmer Mennekes höchstes Lob: »Hier wird Hervorragendes geleistet.«

Hoffnungszeichen für junge Leute setzen

Und diese Bewertung bezog der Ministerpräsident nicht allein auf die wirtschaftliche Leistung von Geschäftsführung und Mitarbeitern, sondern auch auf die Firmenphilosophie. Denn erneut wird Mennekes der sozialen Unternehmer-Verantwortung gerecht: Der Produzent elektrotechnischer Steckvorrichtungen stellt 2003 angesichts der dramatischen Ausbildungslage mit zehn Lehrlingen doppelt so viele ein wie im Vorjahr. Walter Mennekes: »Wir wollen damit in problematischen Zeiten ein Hoffnungszeichen für junge Leute setzen. Wir wären sehr schlecht beraten, unsere Kinder ohne qualifizierte Ausbildung ins Leben zu entlassen.« Die nicht ausgebildeten Leute von heute, seien die Langzeitarbeitslosen von morgen, prophezeite der engagierte Unternehmer.

In die gleiche Kerbe schlug auch Peer Steinbrück. Im Gespräch mit den Auszubildenden erklärte der »Landesvater«, dass eine qualifizierte Ausbildung die »Hauptsache« sei. Auch wenn man nicht unmittelbar den Traumberuf erlange, eröffne einem der Facharbeiterbrief viele Chancen, am Ende seinen Traumberuf ausüben zu können. Er selbst versuche, Kraft seines Amtes besondere Anstrengungen zu unternehmen, dass jedem Schulabgänger eine Ausbildungsstelle zur Verfügung steht – wenn auch nicht zum Stichtag 1. August, so doch bis zum Jahresende.

26 Lehrlinge bei Mennekes

Daher begrüßte der dreifache Familienvater Steinbrück, dass Mennekes derart viele Lehrlinge ausbildet. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres hat der Hersteller von Elektrosteckvorrichtungen an seinem Stammsitz in Kirchhundem immerhin 26 Lehrlinge beschäftigt. Die zehn Schulabgänger, die im Sommer zu dem erfolgreichen Familienunternehmen stoßen, werden zum Industriekaufmann, Verfahrensmechaniker, Industriemechaniker, Elektroniker, Zerspanungsmechaniker sowie Technischer Zeichner ausgebildet. Das Unternehmen beschäftigt übrigens 600 Mitarbeiter, davon 350 am Standort Kirchhundem. Neben Kirchhundem verfügt Mennekes zwei weitere Produktionsstandorte in Sachsen sowie in China und unterhält ein weltweites Vertriebsnetz für seine Produkte.

Geradezu »sensationell« wertete Ministerpräsident Steinbrück, dass Mennekes seinen Azubis innerbetrieblich anbietet, die Fremdsprachenkenntnisse aufzubessern ––und das sogar während der Arbeitszeit. Das sei besonders lobenswert. Steinbrück erklärte, er wolle sich dem Vorwurf vieler Unternehmer stellen, die Qualität der Schulabgänger sei zu schlecht. Diese Behauptungen dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern ernsthaft die Qualifizierung der jungen Menschen verbessern. Eine Absage erteilte der Ministerpräsident übrigens der Forderung, eine Ausbildungsplatzabgabe von solchen Unternehmen zu fordern, die nicht oder zu wenig ausbilden würden. Eine solche Abgabe würde eine »riesige Geldverteilungsmaschinerie in Gang setzen«, so Peer Steinbrück. Den jungen Menschen selbst würde das nicht helfen.

»Ministerpräsident zum Anfassen«

Steinbrück erwies sich bei seinem ersten Besuch im Kreis Olpe als Chef der Landesregierung als »Ministerpräsident zum Anfassen« (Mennekes). Bei seinem Rundgang durch das Unternehmen suchte er den Kontakt zu den Mitarbeitern und stellte sich später interessiert den Fragen der Azubis. Mit dem »bekennenden Sauerländer« Mennekes verstand sich der Ministerpräsident offenbar auch sehr gut. Der Kirchhundemer Unternehmer, der bereits mit Dr. Helmut Kohl zu dessen Kanzlerzeiten zweimal nach China gereist war und auch den amtierenden Kanzler Gerhard Schröder sowie den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog persönlich kennenlernte, ist geübt im Umgang mit hochrangigen Politikern.

30000E als Geschenk

Besonders in Erinnerung bleiben wird dem Ministerpräsidenten aber das Geschenk, das er aus Kirchhundem mit an den Rhein nehmen durfte. Walter Mennekes versprach Peer Steinbrück, dass er sofort 30000e erhalte, wenn »Sie auf einen Fall stoßen, wo sofort geholfen werden muss«. Auf diese Summe habe sich die Geschäftsleitung und der Betriebsrat geeinigt, erklärte Mennekes. »Das ist sehr großzügig und ich bedanke mich sehr für die Angebot. Davon werde ich vermutlich Gebrauch machen«, versprach Steinbrück.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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