Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Kammerchor Weidenau mit Werken zum 130. Psalm in der Wallfahrtskirche Kohlhagen

GIs Brachthausen. »Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.« Mit diesem Zitat Hermann Hesses begrüßte Pastor Edgar Zoor die Besucher des ersten Konzertes der neuen Konzertreihe »Kohlhagener Klänge« in der Wallfahrtskirche auf dem Kohlhagen bei Brachthausen. Im Mittelpunkt des Programmes standen Texte und Musik zum Psalm 130 »Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir« – passend zum fünften Fastensonntag »Judica«. Der Kammerchor Weidenau unter Leitung von Franz-Josef Breuer stellte die schlichte, aber harmonisch außergewöhnliche Choralvertonung »Aus tiefer Not« aus Johann Sebastian Bachs gleichnamiger Kantate an den Anfang. Die freie Vertonung des Hamburger Kantors Thomas Selle für fünfstimmigen Chor gewann durch ihre abwechslungsreiche Satzstruktur fast zweichörigen Charakter, indem ein steter Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimmen mit dem Alt als »Mittelachse« vorliegt. Felix Mendelssohn Bartholdys fünfsätziger Kantate lag nun wieder der Cantus firmus des Luther-Chorals zugrunde. Die nur vom Sopran gesungene zweite Strophe wurde dabei von Georg Hellebrandt an der Orgel begleitet. Im Wechsel mit den Chorwerken spielten Anja Koch (Oboe) und Georg Hellebrandt (Cembalo) die Sonate e-Moll des Italieners Francesco Geminiani, eine Bearbeitung der Arie »Seufzer, Tränen, Kummer, Not« aus Bachs Kantate 21 »Ich hatte viel Bekümmernis« und die beiden langsamen Sätze aus der Sonate c-Moll von Antonio Vivaldi. Der ausgewogene, klare Klang beider Instrumente fügte sich dabei den Chorwerken als meditatives Pendant gut an. Mit Kyrie und Agnus Dei aus Josef Rheinbergers doppelchörigem »Cantus Missae« und einer Vater-unser-Vertonung von Gottfried August Homilius stellte der Chor Werke vor, die zwar nicht mit dem 130. Psalm in Verbindung stehen, aber dennoch ihrem Klangcharakter nach eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Zwischen den Musikstücken las Pastor Zoor Texte zum Psalm 130 aus dem »Hintergrund«, die zum Nachdenken anregten – ebenso wie die Pause, die entstand, als der Chor bei seinem letzten Stück das Ende des Angelus-Läutens abwartete. Wie der Psalm unsere Hoffnung auf die Auferstehung ausdrückt, so ist der Glaube daran bereits der Anfang des ewigen Lebens. Und »jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«, wie ihn dieses Konzert den Zuhörern nahe bringen konnte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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