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Geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen eingeweiht
Neues Kapitel in 500-jähriger Geschichte

Unterhalb von Kirche und ehemaligem Küsterhaus ist das neue Zentrum von oben kaum zu sehen, von unten bildet es mit den Altbauten ein harmonisches Ensemble.
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  • Unterhalb von Kirche und ehemaligem Küsterhaus ist das neue Zentrum von oben kaum zu sehen, von unten bildet es mit den Altbauten ein harmonisches Ensemble.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

win Kohlhagen. Wären die Masken nicht gewesen, die beim Singen zu tragen waren, fast hätte man die Corona-Pandemie vergessen können, als am Sonntag auf dem Kohlhagen Patronatsfest gefeiert wurde. Ein Patronatsfest freilich, das in der 531-jährigen Geschichte des Wallfahrtsortes eine ganz besondere Rolle einnimmt. Denn in feierlichem Rahmen wurde das Geistliche Zentrum Kohlhagen eröffnet. Erzbischof Hans-Josef Becker selbst war von Paderborn angereist, um der Messfeier vorzustehen und anschließend die neu erbauten Räume, die das einstige Küsterhaus erweitern, einzusegnen.
Auf dem Pilgerplatz feierten mehrere Hundert Menschen gemeinsam Messe – und nach langer, Corona-Auflagen geschuldeter Stille durfte erstmals wieder gesungen werden, wenn auch wie beschrieben mit Maske.

win Kohlhagen. Wären die Masken nicht gewesen, die beim Singen zu tragen waren, fast hätte man die Corona-Pandemie vergessen können, als am Sonntag auf dem Kohlhagen Patronatsfest gefeiert wurde. Ein Patronatsfest freilich, das in der 531-jährigen Geschichte des Wallfahrtsortes eine ganz besondere Rolle einnimmt. Denn in feierlichem Rahmen wurde das Geistliche Zentrum Kohlhagen eröffnet. Erzbischof Hans-Josef Becker selbst war von Paderborn angereist, um der Messfeier vorzustehen und anschließend die neu erbauten Räume, die das einstige Küsterhaus erweitern, einzusegnen.
Auf dem Pilgerplatz feierten mehrere Hundert Menschen gemeinsam Messe – und nach langer, Corona-Auflagen geschuldeter Stille durfte erstmals wieder gesungen werden, wenn auch wie beschrieben mit Maske.

Zwei Pallottinerpater neue  „Hausherren“

Die neuen „Hausherren“ auf dem Kohlhagen, die Pallottinerpater Jürgen Heite und Siegfried Modenbach, konzelebrierten mit dem Bischof, mit Heinrich Schmidt als Leitendem Pfarrer des Pastoralverbunds Kirchhundem, mit Dr. Michael Bredeck als Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Generalvikariat und dem Vize-Provinzial der Pallottiner in Deutschland, Pater Michael Pfenning. Pater Heite begrüßte nur eine Gästegruppe ganz besonders: die Dernbacher Schwestern, die bis zum Beginn der Umbauarbeiten vor drei Jahren die Betreuung der Pilger in ihren Händen hatten und zum Festtag als Ehrengäste zurück auf den Kohlhagen gekommen waren.

Begegnung im menschlichen und göttlichen Du

Der Bischof zeigte sich bestens aufgelegt und sehr zufrieden. Das Bistum habe richtig entschieden, den traditionsreichen Wallfahrtsort zum Geistlichen Zentrum auszubauen, den schon immer ausgemacht habe, ein Ort des Trostes, der Ruhe, der Einkehr und der Begegnung zu sein. All dies solle durch die neuen Räume und die Ansiedlung der beiden Patres ausgebaut werden und der Wallfahrt neue Formen ermöglichen. Ein Gebet des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber aufgreifend und das Bild der Mutter Jesu, Maria als Trösterin der Betrübten, analysierend, wünschte sich der Oberhirte, dass auf dem Kohlhagen künftig noch mehr als bisher die Begegnung im menschlichen wie im göttlichen Du stattfinden solle.

Spiritueller Ort „zum Auftanken“

Stellv. Kirchenvorstandsvorsitzender Wolfgang Exner erklärte, die dreijährige äußere Bauzeit sei nun beendet – nun beginne die „innere Arbeit“ zum Aufbau des neuen Zentrums. Er betonte, dass bereits seit Beginn der Planungen die Pfarrgemeinde mit eingebunden gewesen sei und sie die Pläne stets begrüßt habe. Das Miteinander mit den Patres sei ein Gewinn. Domkapitular Dr. Bredeck erklärte, das neue Geistliche Zentrum folge der Notwendigkeit, neue Angebote zu schaffen, weil die Christen neue Orte suchten, um ihren Glauben zu finden. Und Pater Pfenning dankte dem Bistum, dass durch das neue Geistliche Zentrum auch nach der Schließung des Pallottihauses in Olpe pallottinisches Leben im Kreis bleibe. Pfarrer Schmidt erklärte, der Kohlhagen sei stets ein spiritueller Ort „zum Auftanken“ gewesen,
das Erzbistum baue dies nun aus und setze fort, was Menschen vor über 500 Jahren begonnen hätten.

Auf dem Pilgerplatz vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche beteten und sangen mehrere Hundert Gläubige zusammen, musikalisch begleitet vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Brachthausen.
  • Auf dem Pilgerplatz vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche beteten und sangen mehrere Hundert Gläubige zusammen, musikalisch begleitet vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Brachthausen.
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Schützenkappen für die Patres

Für den Kreis sprach stellv. Landrätin Sandra Ohm, die als Drolshagenerin das Beispiel des dortigen neuen, modernen Altarbilds aufgriff und mit dem neuen Geistlichen Zentrum in Verbindung brachte: Beides werde Kirche wieder ins Gespräch bringen. Bürgermeister Björn Jarosz freute sich, dass der Wunsch der Gemeinde komplett umgesetzt worden sei, den Neubau architektonisch ansprechend mit der denkmalgeschützten Bausubstanz der Kirche zu verbinden. Sprecher der örtlichen Vereine wünschten sich, dass die beiden Patres den Kohlhagen möglichst bald als Zuhause erführen – diesen Schritt erleichternd, überreichte Schützen-Chef Carsten Müller beiden die Vereinskappe.

Ein Tag der Begegnung – ganz weltlich

Nach vielen Grußworten und Glückwünschen wurde die Messe im neuen Zentrum fortgesetzt, der Ton per Funk an die Gläubigen auf dem Pilgerplatz übertragen. Erzbischof Becker unterzeichnete die Urkunde, die zusammen mit Münzen und Zeitzeugnissen in einer Kapsel verschlossen und mit Beton im Grundstein vergossen wurde. Nach der Messe nutzten die Gäste die Gelegenheit, das neue Zentrum mit seinen Tagungs- und Gebetsräumen in Augenschein zu nehmen und bei Grillspeisen, Waffeln, Kaffee und kühlen Getränken zum ersten Mal seit Monaten ganz weltlich einen Tag der Begegnung zu erleben.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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