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Bauernsohn, Geistlicher, Arbeiterführer, Sozialreformer
100. Todestag Franz Hitzes

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win Hanemicke/Rhode. Heute vor 100 Jahren verstarb ein Mann, der Großes geleistet hat und dessen Ansehen bis heute hochgehalten wird. Straßen und Wege in Sondern, Gerlingen, Drolshagen, Netphen, Leverkusen, Düsseldorf, Köln, Hörde, Bergisch Gladbach, Schmallenberg, Mönchengladbach, Krefeld, Weeze, Raesfeld, Paderborn, Oelde, Münster, Nottuln, Geldern, Duisburg und Bocholt sowie die Katholische Akademie des Bistums Münster und die Grundschule im Olper Ortsteil Rhode tragen seinen Namen: Franz Hitze. Im hessischen Neuenhaßlau gibt es gar eine Franz-Hitze-Gedächtniskirche.

win Hanemicke/Rhode. Heute vor 100 Jahren verstarb ein Mann, der Großes geleistet hat und dessen Ansehen bis heute hochgehalten wird. Straßen und Wege in Sondern, Gerlingen, Drolshagen, Netphen, Leverkusen, Düsseldorf, Köln, Hörde, Bergisch Gladbach, Schmallenberg, Mönchengladbach, Krefeld, Weeze, Raesfeld, Paderborn, Oelde, Münster, Nottuln, Geldern, Duisburg und Bocholt sowie die Katholische Akademie des Bistums Münster und die Grundschule im Olper Ortsteil Rhode tragen seinen Namen: Franz Hitze. Im hessischen Neuenhaßlau gibt es gar eine Franz-Hitze-Gedächtniskirche.

Franz Hitze ist in Hanemicke geboren

Franz Hitze war Bauernsohn, katholischer Geistlicher, Arbeiterführer und Sozialreformer, als Zentrumspolitiker von Gegnern als „Socialist im geistlichen Rocke“ und von Reichskanzler Bismarck als „agitierender Kaplan“ verhöhnt. Geboren wurde Franz Hitze am 16. März 1851 in Hanemicke, dem Nachbar-Ortsteil von Sondern am heutigen Biggesee. Er besuchte zunächst die einklassige Volksschule in Rhode und die Rektoratsschule in Olpe, das heutige Städtische Gymnasium, legte 1872 am Paderborner Gymnasium das Abitur ab und studierte in Würzburg und Rom, wurde 1878 zum Priester geweiht und früh zum Generalsekretär des Verbandes der Arbeiterwohlfahrt in Mönchengladbach berufen. Von 1893 bis 1920 war Franz Hitze Professor für christliche Gesellschaftslehre in Münster. Seit 1882 saß er im preußischen Abgeordnetenhaus, zwei Jahre später zog er auch in den Reichstag ein und war 1919 Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung in Weimar.

Einsatz für den Arbeitsschutz

Prof. Dr. Dr. Dr. Franz Hitze gilt als Mitbegründer der katholischen Soziallehre. Sein Einsatz im Reichstag galt unter anderem dem Arbeitsschutz, der Arbeitsversicherungsgesetzgebung, der sozialen Volkswohlfahrtspflege, der Handwerkerschutzgesetzgebung und der Gewerbeförderung. 1884 rief er auf dem Amberger Katholikentag dazu auf, die katholischen Arbeitervereine zu gründen, von denen es nur fünf Jahre später 168 gab, dazu 51 Knappenvereine, 26 Arbeiterinnenvereine und 37 Vereine jugendlicher Arbeiter mit insgesamt 60.000 Mitgliedern. Er gilt als einer der Väter der Reichsversicherungsordnung und des Betriebsrätegesetzes, weshalb die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sein Andenken bis heute besonders pflegt. Weiterhin gehört Franz Hitze zu denen, die die Gründung der Caritas vorantrieben.

,,Er war ein einzigartiger Mensch und Priester''

Begraben wurde der an einem Herzleiden verstorbene Franz Hitze neben seiner Taufkirche in Rhode, wo sein Grab bis heute erhalten ist.

1986 erklärte der damalige KAB-Bezirkssekretär Roderich Schrage bei der Enthüllung einer Gedenktafel: „Er war ein einzigartiger Mensch und Priester mit hellen Augen und offenen Ohren für das Leben in der Welt.“

Eigentlich hatte Franz Hitze vorgesehen, dass er sein Grab in der Kapelle in Hanemicke finden sollte, die er 1915 für 15.000 Reichsmark zum Gedenken an seinen vor Verdun gefallenen Neffen Johann Franz hatte errichten lassen.

Der Franz-Hitze-Verein hat dem Sozialreformer ein besonderes Denkmal geschaffen: den Franz-Hitze-Pilger- und Erlebnispfad, der verschiedene Stationen aus dem Leben des großen Sohnes der Stadt Olpe verbindet. Am Startpunkt, dem „Geschichtsbrunnen“ mitten in Olpe, ist Franz Hitzes Portrait als Bronzerelief angebracht.

Gedenkgottesdienst in der Würdinghauser Kirche

Am heutigen Todestag wird auf Einladung der KAB in der Würdinghauser Kirche ab 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst gefeiert, den KAB-Bezirkspräses Reinhard Lenz zelebriert. Dem schließen sich geistliche Impulse zu Person und Werk von Franz Hitze an. Anschließend sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammensein mit Speisen und Getränken am Dorfbrunnen unterhalb der Kirche eingeladen.

Eine größere Feier zum 100. Todestag ist von der KAB für den 7. Oktober geplant, den Welttag der menschenwürdigen Arbeit, an der auch Erzbischof Hans-Josef Becker und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann teilnehmen wollen. Der Franz-Hitze-Verein plant, die Feierlichkeiten im nächsten Jahr nachzuholen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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