Aus drei Verbänden wird einer
Auch die Kirche wird digitaler

Rückläufige Einnahmen durch weniger Steuereinnahmen bei einer steigenden Zahl von Austritten – die Zusammenlegung der drei Gemeindeverbände ist eine der Maßnahmen, um gegenzusteuern. Die Verwaltungsarbeit der katholischen Kirche soll so effizienter und auch digitaler werden.
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  • Rückläufige Einnahmen durch weniger Steuereinnahmen bei einer steigenden Zahl von Austritten – die Zusammenlegung der drei Gemeindeverbände ist eine der Maßnahmen, um gegenzusteuern. Die Verwaltungsarbeit der katholischen Kirche soll so effizienter und auch digitaler werden.
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sz Olpe/Meschede. Die Kirche und damit auch das Erzbistum Paderborn stehen vor großen Herausforderungen und vielfältigen Zukunftsaufgaben. Als Dienstleister für 256 katholische Kirchengemeinden zwischen Siegen und Hamm soll der neu gebildete Gemeindeverband Mitte dazu beitragen, den Weg in die Zukunft positiv zu gestalten. Die Grundlage dafür sieht der Gemeindeverband vor allem in einer modernen Verwaltung mit noch mehr digitalen Angeboten, kürzeren Kommunikationswegen und weniger Doppelstrukturen.

„Wir wollen die Kirchengemeinden bei der Verwaltung so gut es geht entlasten, damit die Seelsorge einen möglichst großen Raum einnehmen kann – das sage ich auch mit Blick auf die Kirchenvorstandswahlen im Herbst“, betonte Dechant Georg Schröder aus Schmallenberg als Vorsitzender der neuen Kirchenverwaltung.

Für die Abschaffung von Doppelstrukturen: Dechant Georg Schröder, Vorsitzender des Gemeindeverbands Mitte.
  • Für die Abschaffung von Doppelstrukturen: Dechant Georg Schröder, Vorsitzender des Gemeindeverbands Mitte.
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"Gut für die Zukunft aufgestellt"

Der Gemeindeverband Mitte ist der erste fusionierte Gemeindeverband im Bereich des Erzbistums Paderborn. Zu Beginn des Jahres waren die ehemals eigenständigen Gemeindeverbände Siegerland-Südsauerland mit Sitz in Olpe, Hochsauerland-Waldeck (Meschede) und Hellweg (Soest) zu einem gemeinsamen Verbund zusammengelegt worden. „Durch die neuen Strukturen sind wir gut für die Zukunft aufgestellt. In einem stetigen Verbesserungsprozess wollen wir die unterschiedlichen Fachbereiche und Dienstleistungen für unsere Kunden weiterentwickeln“, erklärte Geschäftsführer Josef Mertens auch mit Blick auf eine gemeinsame „Zukunftsperspektive“ des Erzbistums Paderborn, die bis 2030 in einem stetigen Prozess für alle Bereiche erarbeitet werden soll.

Einnahmen sinken deutlich

„Schon jetzt ist klar, dass die Herausforderungen für die Kirchengemeinden nicht weniger werden“, betonte Mertens. Das zeige sich unter anderem im Bereich Finanzen. Durch die steigende Zahl der Kirchenaustritte würden sich die Einnahmen in den kommenden Jahren deutlich reduzieren. Darauf müsse man als Kirchengemeinde, wie auch als Gemeindeverband vorbereitet sein.

Muss Einnahmerückgänge durch Kirchenaustritte kompensieren: Geschäftsführer Josef Mertens.
  • Muss Einnahmerückgänge durch Kirchenaustritte kompensieren: Geschäftsführer Josef Mertens.
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Zudem erklärte Petra Sapp, Fachbereichsleitung „Außendienst/Verwaltungsleitung“ und stellv. Geschäftsführerin, gemeinsam mit Thomas Schneider, Fachbereichsleitung „Finanzen“, dass die Kirchengemeinden ab dem Jahr 2023 verbindlich umsatzsteuerpflichtig seien. Keine Gemeinde müsse Angst davor haben, „dass wir sie mit dieser Thematik allein lassen“. Petra Sapp betonte weiter, dass in über 85 Prozent der Pastoralen Räume zwischen Siegen und Hamm bereits Verwaltungsleitungen installiert seien. In der praktischen Verwaltungsarbeit – auch bei komplexen Themen wie der Umsatzsteuer – werde sich dies entlastend auf die Seelsorger und ehrenamtlichen Verwaltungsgremien auswirken.

"Energieeffizienz" ein zentrales Thema

Carina Arndt erklärte als neue Fachbereichsleitung „Immobilien“, dass sich der Rückgang der Mitgliederzahlen und die Kirchensteuerverluste in ihrem Bereich vor allem an Kostenreduzierungen, Leerständen und Sanierungsstaus bemerkbar mache. Insbesondere der Klimaschutz habe zudem eine viel größere Bedeutung als in der Vergangenheit. „Energieeffizienz“ sei das große Zukunftsthema. Für den Fachbereich „Personal“ betonte Leitung Markus Blöcher, dass er die Digitalisierung mit großem Tempo vorantreiben wolle, um die Betreuung der Kirchengemeinden weiter zu verbessern.

Von besonderen Herausforderungen berichtete auch Michael Stratmann als Geschäftsführung der drei gemeinnützigen Kita-Gesellschaften: Durch die aktuelle Corona-Situation werde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso viel abverlangt wie den Kindern und Eltern. „Unsere katholischen Kindertageseinrichtungen zeigen sich robust, krisenfest und äußerst flexibel. Nicht nur deshalb sind wir unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu großem Dank verpflichtet.“

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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