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Altdeponie kommt ins Rutschen
Ernestus macht Olpe Sorgen

1992 vor der Schließung der Deponie: der damalige Leiter des Amts für Umweltfragen beim Kreis Olpe, Theo Melcher. Heute ist er Landrat und immer noch mit der Altlast befasst.
  • 1992 vor der Schließung der Deponie: der damalige Leiter des Amts für Umweltfragen beim Kreis Olpe, Theo Melcher. Heute ist er Landrat und immer noch mit der Altlast befasst.
  • Foto: Jörg Winkel/Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Olpe/Halberbracht. Ursprünglich war es ein Tagebau der Grube Sachtleben. Ab 1970 dann wurde auf Ernestus der Müll der damals gerade gegründeten Stadt Lennestadt abgekippt. Fünf Jahre später übernahm der Kreis Olpe und ließ bis 1992 ungezählte Müllwagen ihren Inhalt auf die ehemaligen Bergbauflächen entleeren. Über 1 Million Kubikmeter Müll wurden auf Ernestus abgekippt. Immer wieder hat die Altdeponie den Kreis seitdem beschäftigt. Nun ist wieder dringender Handlungsbedarf gegeben. Kreisdirektor Philipp Scharfenbaum informierte am Mittwoch den Ausschuss für Umwelt und Kreisentwicklung: „Die Altdeponie macht uns Sorgen, sie bewegt sich talseits. Das wollen wir verhindern.

win Olpe/Halberbracht. Ursprünglich war es ein Tagebau der Grube Sachtleben. Ab 1970 dann wurde auf Ernestus der Müll der damals gerade gegründeten Stadt Lennestadt abgekippt. Fünf Jahre später übernahm der Kreis Olpe und ließ bis 1992 ungezählte Müllwagen ihren Inhalt auf die ehemaligen Bergbauflächen entleeren. Über 1 Million Kubikmeter Müll wurden auf Ernestus abgekippt. Immer wieder hat die Altdeponie den Kreis seitdem beschäftigt. Nun ist wieder dringender Handlungsbedarf gegeben. Kreisdirektor Philipp Scharfenbaum informierte am Mittwoch den Ausschuss für Umwelt und Kreisentwicklung: „Die Altdeponie macht uns Sorgen, sie bewegt sich talseits. Das wollen wir verhindern.“

Dazu müssten zunächst zwei Entwässerungsleitungen im Spülbohrverfahren niedergebracht werden, „wenn das nicht reicht, müssen wir mehr tun“, im schlimmsten Fall müsse eine Vorschüttung erfolgen, um das Abrutschen des Deponiekörpers zu verhindern. Ein Ingenieurbüro solle die nötigen Planungen vornehmen, um die auf 2,2 Millionen Euro kalkulierten Arbeiten vorzubereiten.

"Sorgenkind" von Beginn an

Fred Hansen (Grüne) wollte Genaueres wissen. „Es war ja immer ein Sorgenkind des Kreises, seit wir sie von der Stadt Lennestadt bekommen haben. Im Grunde ist es eine Deponie ohne jede Basisabdichtung und war immer relativ instabil.“ Er könne sich vorstellen, dass die aktive Belüftung unter Umständen zu einer weiteren Destabilisierung beitragen könne, „weil dadurch ja organisches Material ausgetragen wird. Ich glaube nicht, dass wir die Bewegung stoppen können.“

Ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros, der an der Sitzung teilnahm, widersprach ihm: „Die Maßnahme dient in erster Linie der Entwässerung.“ Trockener Boden sei stets stabiler als nasser. Hauptproblem sei ein Einstau, der in den Entgasungsbrunnen bis zu 10 Meter hochreiche. „Das Wasser muss raus, um den biologischen Prozess wieder in Gang zu bringen.“ Gleichzeitig sorge der Wasserdruck für die Instabilität der Böschung.

Hansen zeigte sich zufrieden mit der Erklärung, stellte aber fest: „Die Maßnahme erhöht die Ewigkeitskosten der Deponie. Wenn wir irgendwann nicht mehr entwässern, wird der Spiegel wieder steigen. Wir installieren etwas, was wir für ewige Zeiten in Gang halten müssen.“

Beschlussvorlage weitergereicht

Landrat Theo Melcher, in dessen früherer Tätigkeit als Leiter des Amts für Umweltfragen beim Kreis Olpe die Deponie geschlossen und saniert wurde, griff Hansens Hinweise zur Geschichte von Ernestus auf: „Es ist in der Tat eine Deponie ohne Abdichtung und mit diffusen Wassereinträgen. Seit wir sie übernehmen mussten, war immer unser Ziel, zu erreichen, dass das austretende Wasser ohne weitere Reinigung in ein Gewässer eingeleitet werden kann. Solange Gas entsteht, müssen wir entgasen, und solange Wasser austritt, müssen wir es auffangen. Das ist eine gesetzliche Verpflichtung.“ Bei zwei Enthaltungen reichte der Ausschuss die Beschlussvorlage zustimmend an Kreisausschuss und Kreistag weiter, die final über die Ausgabe abzustimmen haben.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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