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Risiko für Baudenkmal-Substanz
Gesetzesneufassung birgt Gefahren

Ist der Lack ab vom gültigen Denkmalgesetz, so wie von diesem Denkmalnagel in der Olper Innenstadt? Nein, so die Meinung des Kreisheimatbundes, der die geplante Novellierung sehr kritisch sieht.
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win Olpe. Die geplanten Änderungen des Landesdenkmalgesetzes, die eine „Entmachtung“ der Landschaftsverbände als Denkmal-Fachbehörden vorsehen, sind auch Thema beim Kreisheimatbund, dem Dachverband der Heimatvereine im Kreis Olpe. Und anders als die Technische Beigeordnete der Stadt Olpe, Judith Feldner, erwartet die Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe, Andrea Arens, Probleme für den Denkmalschutz durch die avisierten Änderungen.

Auf Anfrage der SZ berichtet Andrea Arens, dass bereits bei der ersten Tagung zur Denkmalpflege im Kreis Olpe, die 2018 vom Kreisheimatbund Olpe mitorganisiert worden ist, die geplante Novellierung des Denkmalschutzgesetzes ein Thema gewesen sei.

win Olpe. Die geplanten Änderungen des Landesdenkmalgesetzes, die eine „Entmachtung“ der Landschaftsverbände als Denkmal-Fachbehörden vorsehen, sind auch Thema beim Kreisheimatbund, dem Dachverband der Heimatvereine im Kreis Olpe. Und anders als die Technische Beigeordnete der Stadt Olpe, Judith Feldner, erwartet die Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe, Andrea Arens, Probleme für den Denkmalschutz durch die avisierten Änderungen.

Andrea Arens, Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe.

Auf Anfrage der SZ berichtet Andrea Arens, dass bereits bei der ersten Tagung zur Denkmalpflege im Kreis Olpe, die 2018 vom Kreisheimatbund Olpe mitorganisiert worden ist, die geplante Novellierung des Denkmalschutzgesetzes ein Thema gewesen sei. Als Fazit des intensiven Austauschs über Denkmalthemen habe sich auch die Notwendigkeit des frühzeitigen Dialogs zwischen Eigentümern und Behörden herauskristallisiert.

"Kluge Argumente" gegen Novellierung

Ebenso sei es allgemein als wichtig erachtet worden, die Akzeptanz und Wertschätzung für die Zeugnisse der Baukultur der Region in der Gesellschaft zu verbessern, „die in einem wesentlichen Maße durch die fachliche Unterstützung der Denkmaleigentümer erreicht werden kann“. Vertreter der Denkmalämter und der Stiftung Deutscher Denkmalschutz hätten „kluge und nachvollziehbare Argumente genannt, die gegen die Novellierung des Denkmalschutzgesetzes sprechen und davor gewarnt, dass die geplanten Änderungen zu einer Verschlechterung des Schutzes der Baudenkmäler und besonders der ortsbildprägenden Bauwerke führen“, so Arens, die anfügt: „Die Landesdenkmalämter verfügen über eine mehr als 100-jährige Erfahrung in der Beurteilung, Restaurierung, Nutzung und Umnutzung von historischen Bauwerken. Darüber hinaus arbeiten in den Denkmalämtern eigens für das Thema der Baukultur ausgebildete Fachkräfte wie Kunsthistoriker und Architekten.“

Bündnis formiert sich

Die Sorge einer erheblichen Verschlechterung des Denkmalschutzes durch das novellierte Gesetz sei auf dem Bundeskongress Heimat mit dem Thema „Baukultur – Gebaute Heimat“ Anfang Juni auch von Vertretern des Sauerländer Heimatbundes, des Westfälischen Heimatbundes und anderer Organisationen geteilt worden, sie alle hätten sich gegen die Novellierung positioniert.

Gesetzentwurf fehlt die Substanz

„Aktuell haben sich in einem Denkmalschutz-Bündnis zahlreiche renommierte Verbände und Vereine, die in unterschiedlichsten Bereichen mit dem Thema Denkmalschutz zu tun haben, in zahlreichen Stellungnahmen gegen die Novellierung des Denkmalgesetzes ausgesprochen“, weist die Vorsitzende auf die eigens geschaltete Homepage hin.

"Hohe Sachkenntnis" aus Münster

In Gesprächen mit Mitarbeitern der Unteren Denkmalbehörden sei betont worden, dass die Zusammenarbeit mit den Fachleuten des LWL-Denkmalamts aktuell sehr gut sei. „Die Kompetenz und hohe Sachkenntnis der Fachleute aus Münster zu unterschiedlichsten Gebäudetypen und Zeitstellungen sowie Sanierungsmethoden wird sehr geschätzt und man möchte nicht darauf verzichten“, so Arens’ Einschätzung. Zudem bilde der Arbeitsbereich Denkmalpflege oft nur einen kleinen Teil der gesamten Stellenbeschreibung der zuständigen Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörden, so dass die Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Denkmalämter auch unter diesem Aspekt hohe Bedeutung habe.

"Keine Notwendigkeit" für Neufassung

In den Unteren Denkmalbehörden im Kreis Olpe werde das bisherige Denkmalschutzgesetz als gut und bewährt erachtet. „Nach Abwägung der Argumente der unterschiedlichsten Fachverbände und zahlreicher Fachleute gegen eine Novellierung des bestehenden Denkmalschutzgesetzes schließt sich der Kreisheimatbund Olpe der Meinung an, dass grundsätzlich keine Notwendigkeit für eine Neufassung des Denkmalschutzgesetzes besteht“, so das Fazit von Andrea Arens. „Die bestehende Fassung hat sich als ein geeignetes Instrument bewährt, den Schutz, die Pflege und die Nutzung von Denkmälern zu gewährleisten.“

Ist der Lack ab vom gültigen Denkmalgesetz, so wie von diesem Denkmalnagel in der Olper Innenstadt? Nein, so die Meinung des Kreisheimatbundes, der die geplante Novellierung sehr kritisch sieht.
Andrea Arens, Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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