UWG stellt Stipendienantrag erneut
Junge Ärzte für das Sauerland

Die UWG hat einen neun Jahre alten, abgelehnten Antrag einfach noch einmal gestellt, in dem es um die Bereitstellung von Stipendien geht.
  • Die UWG hat einen neun Jahre alten, abgelehnten Antrag einfach noch einmal gestellt, in dem es um die Bereitstellung von Stipendien geht.
  • Foto: Pixabay/Symbolfoto
  • hochgeladen von Praktikant Online

win Olpe. In der Sache herrschte am Montag im Kreisausschuss Einigkeit: Alle Redner, ob aus den Fraktionen oder Landrat Theo Melcher, sahen den dringenden Bedarf, den drohenden Ärztemangel im Kreis Olpe dringend und mit hoher Priorität zu bekämpfen. Über den Weg dorthin gab es unterschiedliche Ansätze, am Ende aber ein einhelliges Votum.

Stipendien für Medizinstudentinnen und -studenten

Ausgelöst hatte die Diskussion die UWG: Sie hatte einen neun Jahre alten, abgelehnten Antrag einfach noch einmal gestellt, in dem es um die Bereitstellung von Stipendien für Medizinstudentinnen und -studenten ging. Diese hätten im Studium Geld vom Kreis erhalten und sich im Gegenzug für eine gewisse Zeit als fertige Ärzte im Kreis Olpe verdingen müssen. Fraktionschef Meinolf Schmidt: „Wir suchen eine Lösung für das Problem. Die heißt bestimmt nicht Stipendium so wie von uns beantragt.“ Die Unabhängigen hätten lediglich ein Zeichen setzen, einen Erinnerungsposten schaffen wollen. „Ein Blick in die Region zeigt, dass es viele Ansätze gibt.“

Nach dem „Aufschlag“ des alten/neuen Antrags im Fachausschuss für Umwelt und Kreisentwicklung hatte Landrat Melcher indes bereits erklärt, dass er den Stellenplan aufstocken wolle, um eine Servicestelle für Ärztinnen und Ärzte zu schaffen. Schmidt: „Das könnte ein guter Weg sein.“ Die UWG habe recherchiert und ein gutes Beispiel im Kreis Soest gefunden. Dort sei ein „Kümmerer“ eingestellt worden, dessen Aufgabe es faktisch sei, „den roten Teppich für Mediziner auszurollen“. Schmidt: „Das könnte Erfolg haben. Daher braucht unser Antrag nicht abgestimmt zu werden. Wir lassen ihn als Erinnerungsposition stehen, damit etwas passiert.“

Lösungsvorschlag kommt nach der Sommerpause

Der Landrat sagte zu: „Wir werden Ihnen unmittelbar nach der Sommerpause in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden einen Lösungsvorschlag unterbreiten, ein ausgearbeitetes Konzept. Die Bürgermeister haben bereits Zustimmung signalisiert.“ Vorbild sei in der Tat das von Schmidt angesprochene „Modell Soest“. Melcher ergänzte, dieses sei allerdings nicht auf Ärzte festgelegt, sondern bedenke auch andere Branchen, die an Fachkräftemangel leiden.

Wolfgang Hesse (CDU) signalisierte dem Landrat Zustimmung: „Wenn es um ein reines Stipendium ginge, würden wir ablehnen. Aber das, was Herr Schmidt jetzt dargelegt hat, dabei wollen wir mitmachen und das auch noch vor der Sommerpause beginnen. Unser Ziel wäre, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln.“

Es geht primär um junge Ärzte

Fred Hansen (Grüne) sprang Landrat Melcher zur Seite: Es gehe nicht allein um Ärzte, „wir müssen jemanden haben, der es schafft, generell Fachkräften den Kreis schmackhaft zu machen“. Heinz-Georg Cremer (CDU) widersprach: „Ich kenne hier im Kreis ganze Krankenhausabteilungen, die demnächst die Läden runterlassen, weil das Personal fehlt. Es geht primär darum, junge Ärzte ins Sauerland zu bekommen. Wir müssen keine Studenten ködern. Es geht um angehende junge Kollegen. Wenn die da sind, mache ich mir um die anderen Pflegeberufe keine Sorgen. Junge Ingenieure sind auch ein Thema, aber erst danach.“

Auch Meinolf Schmidt gab zu bedenken, ob ein solcher „Kümmerer“ das Gewünschte alles leisten könne: „Ich glaube nicht, dass bei diesen nicht einfachen Akteuren dieses ,Mädchen für alles’ auch noch IHK, Handwerkskammer, Regionalagentur und so weiter ansprechen kann.“ Hier sei die Südwestfalen-Agentur in Sachen Regionalmarketing gefragt.

Melcher fasste zusammen: „Anfangen ist der Erfolg. Ich bin dankbar, dass wir soweit sind, Vernetzungsstrukturen aufbauen und die Bürgermeister sagen: Kreis, mach du das.“
Die Ausschussmitglieder folgten Melchers Vorschlag, den Tagesordnungspunkt von der nächsten Kreistags-Tagesordnung abzusetzen, um Kreisverwaltung und Kommunen die von Melcher angekündigten Planungen umsetzen zu lassen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen