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SPD-Antrag abgesetzt
Landrat lässt sich Gendern nicht vorschreiben

Olper*Innen: Nach Meinung der SPD sollen solche und ähnliche gendergerechte Formulierungen fester Bestandteil der Kommunikation des Kreises werden. Der Landrat hält davon aber wenig.
  • Olper*Innen: Nach Meinung der SPD sollen solche und ähnliche gendergerechte Formulierungen fester Bestandteil der Kommunikation des Kreises werden. Der Landrat hält davon aber wenig.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Olpe. Ein Sternchen spaltet die Nation: Der bei Schriftsetzern „Asterisk“ genannte Stern („*“), so richtig bekanntgeworden als Anmerkungszeichen in den berühmten, nach ihm benannten Asterix-Comics, wird seit einiger Zeit genutzt, um männliche und weibliche Wortendungen zur vermeintlich „gendergerechten“ Sprache zusammenzufassen. „Leser*innen“ soll also für „Leserinnen und Leser“ stehen; ein zusätzlich eingesetzter Großbuchstabe nach dem Asterisk, in diesem Fall „Leser*Innen“, erweitert dies auf alle divers-geschlechtlichen Menschen. Das in der deutschen Sprache fast ausschließlich vorkommende generische Maskulinum soll dadurch ersetzt werden.

win Olpe. Ein Sternchen spaltet die Nation: Der bei Schriftsetzern „Asterisk“ genannte Stern („*“), so richtig bekanntgeworden als Anmerkungszeichen in den berühmten, nach ihm benannten Asterix-Comics, wird seit einiger Zeit genutzt, um männliche und weibliche Wortendungen zur vermeintlich „gendergerechten“ Sprache zusammenzufassen. „Leser*innen“ soll also für „Leserinnen und Leser“ stehen; ein zusätzlich eingesetzter Großbuchstabe nach dem Asterisk, in diesem Fall „Leser*Innen“, erweitert dies auf alle divers-geschlechtlichen Menschen. Das in der deutschen Sprache fast ausschließlich vorkommende generische Maskulinum soll dadurch ersetzt werden.

SPD legt Antrag zur gendergerechten Sprache vor

Die SPD im Olper Kreistag hatte nun einen Antrag vorgelegt, um eine solche „gendergerechte“ Sprache auch in der Kreisverwaltung und im Kreistag vorzuschreiben. Der Kreis solle „eine gendergerechte Sprache in allen öffentlichen Texten und in offiziellem Schriftverkehr sowie Informationsmaterialien“ verwenden. Die Website des Kreises solle sukzessive auf eine gendergerechte Sprache angepasst werden. Auch solle die Geschäftsordnung des Kreistages in gendergerechter Sprache komplett überarbeitet werden.

Maskuline Formulierung führt zu Benachteiligung

Die SPD begründet dies so: „Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern sie spiegelt unsere Welterfahrung wider, prägt unser Denken und unsere Identität. Die Sprache, die von der Verwaltung gesprochen bzw. geschrieben wird, muss eine Sprache der Demokratie und der Gleichberechtigung sein, denn nur so werden alle Menschen angemessen vertreten.“ In der Verwaltungssprache überwögen „noch immer“ maskuline Formulierungen, so die SPD. Das „traditionelle ‚Mitgemeintsein‘ von Frauen und queeren Personen führt zu Benachteiligung. Die Verwendung allein der männlichen Form wird dem Anspruch einer geschlechtergerechten und demokratischen Sprache sowie einer zeitgemäßen Gemeinde nicht gerecht“, meinen die Sozialdemokraten.

Der Tagesordnungspunkt wird abgesetzt

Doch Landrat Theo Melcher ließ erst gar keine inhaltliche Diskussion darüber zu. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung zu diesem Antrag lautete lakonisch: „Der Tagesordnungspunkt wird abgesetzt.“ Begründet wird dies damit, dass dem Landrat gemäß Kreisordnung die Leitung und Verteilung der Geschäfte obliege, der Kreistag also gar keine Entscheidungskompetenz in diesem Fall innehabe. „Die dem Landrat durch diese Vorschrift zugewiesene Organisations- und Geschäftsleitungsgewalt ordnet ihm die volle und alleinige Verantwortung für das Funktionieren und die Einheitlichkeit der Verwaltung zu.“

Dazu gehöre die volle Leitungsbefugnis für die gesamte Kreisverwaltung und damit auch die Festlegung, wie „die Verwaltung spricht“, wie also die geschlechtergerechte Sprache umgesetzt werden solle. Wegen „fehlender Organkompetenz“ sei der Tagesordnungspunkt damit abzusetzen. Dem folgte der Ausschuss mit elf gegen drei Stimmen; zwei Abgeordnete enthielten sich.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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