Ohne ausreichenden Nachwuchs rutschen Hänge ab
Noch halten die Wurzeln

Noch sind die Wurzeln der abgestorbenen und gefällten Bäume im Boden und halten ihn fest. Doch wenn das tote Wurzelwerk austrocknet, wird es brüchig und bietet dann keinen Halt mehr. Ist bis dahin nicht neue Vegetation entstanden, die diese Funktion übernimmt, drohen bei neuen Starkregen Hangrutsche. Unser Bild entstand am Hohen Hagen zwischen Neuenkleusheim und Stachelau, einer Steillage, die gerade vom Käferholz geräumt wird..
  • Noch sind die Wurzeln der abgestorbenen und gefällten Bäume im Boden und halten ihn fest. Doch wenn das tote Wurzelwerk austrocknet, wird es brüchig und bietet dann keinen Halt mehr. Ist bis dahin nicht neue Vegetation entstanden, die diese Funktion übernimmt, drohen bei neuen Starkregen Hangrutsche. Unser Bild entstand am Hohen Hagen zwischen Neuenkleusheim und Stachelau, einer Steillage, die gerade vom Käferholz geräumt wird..
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win Olpe. Der Wald hat mannigfaltige Funktionen. Eine davon ist es, als Wasserspeicher zu dienen: Wie ein Schwamm saugt ein gesunder Wald Regen auf; die Bäume geben es langsam ab. Angesichts der kahlen Hänge, die vor Monaten noch Fichtenwälder waren, kommt bei manchem die Frage auf, ob die Borkenkäferkalamität und die damit verbundene Abholzung der toten Fichtenwälder eine Mitursache der Fluten sein könnte, die gerade in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ihr Werk der Zerstörung verrichtet haben.

Der Wald ist auch ein Erosionsschutz

Doch hier winkt Jürgen Messerschmidt, Leiter des Forstamts Olpe, ab: Bei derartigen Starkregen könne kein Wald der Welt ein Hochwasser verhindern. „So viel Wasser in kurzer Zeit kann gar nicht in die Böden einziehen. Das Wasser fließt einfach ab und läuft in die Bäche.“

Allerdings könnte schon bald ein anderes Problem auftreten, das derzeit noch ausgeblieben ist. Denn der Wald ist nicht nur Wasserspeicher, sondern auch Erosionsschutz. Die Wurzeln halten den Boden zusammen und sorgen dafür, dass er vom Regen nicht zu Tal gespült wird. Und hier befürchtet Messerschmidt spürbare Folgen.

Ein Spiel gegen die Zeit

„Mal noch halten die Wurzeln der abgestorbenen Bäume die Hänge. Die sind ja noch stabil und müssen erst richtig austrocknen, bevor sie brechen können. Aber in steilen Lagen ist dann schon bald damit zu rechnen, dass auch Boden abgetragen wird, wenn es nochmal so regnet.“ Da reiche dann eine Rückespur vom Traktor oder eine Anschürfung des Bodens vom Holzschleppen, „und das Wasser kann eindringen und ausspülen“.

Genaue Prognosen seien schwierig, vor allem, weil niemand wisse, in welcher Lage sich welche Pflanzen neu ansiedeln. „Das wird dauern, bis sich neuer Bewuchs durchsetzt und wieder durch sein Wurzelwerk für Halt sorgt“, so der Forstfachmann. Das heißt: ein Spiel gegen die Zeit.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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