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Bewerbung als Corona-Modellregion
Olper Landrat ist zuversichtlich

Der Mund-Nasen-Schutz ist zum alltäglichen Bild geworden – und das wird, daran lassen alle Fachleute keinen Zweifel, noch sehr lange so sein. Ob im Kreis Olpe bei gleichbleibend stabilen Zahlen eine sanfte Öffnung der Beschränkungen möglich wird, regelt das Land. Der entsprechende Antrag ist abgeschickt.
  • Der Mund-Nasen-Schutz ist zum alltäglichen Bild geworden – und das wird, daran lassen alle Fachleute keinen Zweifel, noch sehr lange so sein. Ob im Kreis Olpe bei gleichbleibend stabilen Zahlen eine sanfte Öffnung der Beschränkungen möglich wird, regelt das Land. Der entsprechende Antrag ist abgeschickt.
  • Foto: Jörg Winkel
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Olpe. Der Kreis Olpe ist unterwegs, um zumindest ein Licht am Ende des Corona-Tunnels sichtbar zu machen. Das wurde am Mittwoch deutlich, als die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung zu einer Sondersitzung zusammenkamen. Anlass war ein Antrag der Grünen, das „Tübinger Modell“ im Kreis Olpe einzuführen, mit anderen Worten: im Gegenzug zu einem engen Netz an Testungen den nachweislich Corona-negativen Menschen eine Teilöffnung des öffentlichen Lebens zu ermöglichen.

Um es vorwegzunehmen: So etwas wird es in absehbarer Zeit nicht geben, daran ließ Landrat Theo Melcher keinen Zweifel. Aber ganz vorsichtige Schritte in diese Richtung werden von der Kreisverwaltung für richtig gehalten und angesteuert.

win Olpe. Der Kreis Olpe ist unterwegs, um zumindest ein Licht am Ende des Corona-Tunnels sichtbar zu machen. Das wurde am Mittwoch deutlich, als die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung zu einer Sondersitzung zusammenkamen. Anlass war ein Antrag der Grünen, das „Tübinger Modell“ im Kreis Olpe einzuführen, mit anderen Worten: im Gegenzug zu einem engen Netz an Testungen den nachweislich Corona-negativen Menschen eine Teilöffnung des öffentlichen Lebens zu ermöglichen.

Um es vorwegzunehmen: So etwas wird es in absehbarer Zeit nicht geben, daran ließ Landrat Theo Melcher keinen Zweifel. Aber ganz vorsichtige Schritte in diese Richtung werden von der Kreisverwaltung für richtig gehalten und angesteuert.

Antrag dürfte in Düsseldorf angekommen sein

Denn der Antrag ans Land, den Kreis zu einem der Modellregionen hinsichtlich einer Teilrücknahme der Auflagen zu machen, müsste inzwischen in Düsseldorf eingetroffen sein
Grünen-Chef Fred Josef Hansen warb für das „Tübinger Modell“: Die Schaffung eines tagesaktuellen Tickets für den Einkauf sorge für erheblich höhere Testungszahlen und erfasse somit weit mehr Menschen und damit auch ansonsten nicht erfasste Ansteckungsquellen. Landrat Melcher erklärte umfassend: „Ich bin dankbar dafür, dass wir offensichtlich wegkommen von einer reinen Verbotssystematik hin zur differenzierten Betrachtung.“

Zurzeit habe der Kreis eine stabile Situation, „aber wir wissen, wie fragil das ist“. Stand Dienstag seien in 22 Tagen bereits über 13 000 sogenannte Bürger-Schnelltests vorgenommen worden, davon seien 77 durch PCR-Nachtest als positiv bestätigt worden. Der Trend verfestige sich offenbar, dass knapp unter einem Prozent der Schnelltests anschlügen.

Abgabefrist extrem kurz

Das Land habe am Dienstagmittag den lange erwarteten Erlass übersandt, der auf vielen Seiten die nötigen Forderungen aufstelle, damit ein Kreis Modellregion für Lockerungen werden könne. Die Abgabefrist sei extrem kurz gewählt, nämlich Donnerstag um Mitternacht. Melcher: „Man könnte den Eindruck haben, die Regionen stünden schon fest, aber ich bin zuversichtlich, dass wir fristgerecht bis 24 Uhr abgeben werden.“

Wenn der Kreis Modellregion werde, gehe es nicht um echte Öffnungen: „An der grundsätzlichen Situation – Lebensmittelmärkte etc. – hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern.“ Worum es bei dem Status „Modellregion“ gehe, sei lediglich eine Rückkehr zum Status ab dem 8. März, als Friseure und Einzelhandel unter Auflagen wieder Kunden im Geschäft bedienen konnten. „Jetzt wurde durch das Überschreiten der 100er-Inzidenz für einige Bereiche ein Stopp verfügt, den wir aufheben konnten“ durch eine eigene Allgemeinverfügung mit der Vorgabe von Testungen.

„Was jetzt über die Modellregionen geprüft werden soll, ist, ob in einzelnen Bereichen unter wissenschaftlicher Begleitung Erkenntnisse gewonnen werden können, was weitergehende Öffnungen angeht. Wenn wir uns bewerben, werden wir uns auf einen Bereich konzentrieren, und das werden die Restaurants sein. Ich rede nicht von Kneipen und Bars, sondern von Speiserestaurants. Da sind Abstände einhaltbar“, mit dem Hotel- und Gaststättenverband sei ein verlässlicher Partner vorhanden.

Wirkung wie ein Magnet

Hansen warnte: Ein solches Angebot wirke laut dem Tübinger Bürgermeister Boris Palmer „wie ein Magnet. Da sind Leute aus Hamburg nach Tübingen gereist zum Shoppen. Das muss dann alles geklärt sein, dass man hier nicht einfach so essen gehen kann.“ Melcher stimmte zu: „Wenn wir öffnen, müssen strikte Regeln eingehalten werden. Das geht nur mit Terminvereinbarung und Kontrollen mit den Ordnungsbehörden. Ansonsten erweisen wir uns einen Bärendienst. Ich rede nicht von Lockerung, sondern von weniger starker Beschränkung.“

Sebastian Menn (SPD) zeigte sich begeistert: „Wir haben ein Konzept und wir zeigen eine Perspektive auf. Das ist gut und wichtig. Und wenn es läuft, kann es mehr werden.“ Als Schlusswort zum Thema erklärte Melcher: „Ich glaube, wir werden enttäuscht sein, wenn wir es nicht werden. Dennoch werden auch wir Vorteile haben, egal, wer Modellregion wird: Die Erkenntnisse werden allen zugutekommen. Dann nur etwas zeitversetzt.“

Indes ist laut Andreas Sprenger, dem organisatorischen Leiter des Impfzentrums, dort die dritte Impfstraße unter Volllast in Betrieb gegangen. Nun seien also 600 Impfungen pro Tag möglich.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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