Endlich wieder Normalbetrieb
Teils regelrechter Ansturm auf Gastronomie

Margitta Henrich (2. v. l.) mit ihrem Mann und Freunden im „Berghof“ in Wenden ein. Die Gruppe gönnte sich Kaffee und Kuchen.
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  • Margitta Henrich (2. v. l.) mit ihrem Mann und Freunden im „Berghof“ in Wenden ein. Die Gruppe gönnte sich Kaffee und Kuchen.

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yve Olpe/Wenden/Kalberschnacke. Hektisches Treiben herrscht im Landhaus „Berghof“ in Wenden. Christian Siepermann bereitet sich in der Küche auf den Ansturm vor. Seine Frau Bettina bringt noch Kuchen an einen Tisch, es muss schnell gehen, gleich kommen die erste Gäste zum Abendessen. „Es läuft super.“ Sie ist sichtlich glücklich, als sich die SZ am Sonntag ein Bild von den neuen Freiheiten macht. Seit Freitag sind auch die Innenbereiche der Gastronomie im Kreis Olpe wieder ohne Test zugänglich. Den Siepermanns und ihrem Team ist seitdem keine Verschnaufpause gegönnt.

Das Landhaus war komplett ausgebucht

„Hier war die Hölle los. Auch heute Abend ist kein Tisch mehr frei“, so Bettina Siepermann. „Die Gäste haben uns sehr vermisst und wir unsere Gäste.“ Im „Berghof“ unter einem großen Sonnenschirm sitzt am Sonntag auch Margitta Henrich mit ihrem Mann und Freunden. Die Radfahrer legen eine Pause ein, stärken sich für den Rückweg nach Seelbach. In Sylt im Urlaub hätten sie sich noch täglich testen lassen müssen, um das gastronomische Angebot zu nutzen, erzählt Margitta Henrich. „Im Zusammenhang mit der Luca-App hat das perfekt geklappt.“

Das Testen hätte für ihn noch eine zeitlang weitergehen können, sagt ihr Ehemann im Gespräch. „Das gibt doch Sicherheit.“ Am Nachbartisch verweilen Reimund und Ursula Stahl. Das Ehepaar aus Altenhof kommt regelmäßig in das Landhaus. „Wir sind sehr froh, endlich wieder hier essen zu können.“

Getränke mussten nachgeliefert werden

„Die Menschen möchten jetzt nach draußen, das ist doch klar.“ Franz Köhler arbeitet im „Bootshaus“ am Biggesee in Olpe und erlebt das quirlige Leben am Wasser mit. „Am Freitag stand hier eine Schlange, die bis zum Parkplatz am Freizeitbad reichte. Das war der Wahnsinn.“ Das Telefon habe am Wochenende nicht mehr stillgestanden. „Viele wollen reservieren, aber das machen wir gar nicht.“ An der Mauer vor dem „Bootshaus“ habe es ausgesehen wie in der Ausstellung eines Fahrradhändlers. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Situation so schnell neutralisiert. Die Fässer waren fast leer. Wir mussten uns Getränke nachliefern lassen.“

Franz Köhler vom „Bootshaus“ in Olpe hat selten so einen Andrang wie am Wochenende erlebt.
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Diesen Aufschwung hat Melanie Krawitz von der „Krämerei am Markt“ lange herbeigesehnt. Mitte Oktober vergangenen Jahres eröffnet sie ihren Unverpackt-Laden mit Café und Bistro. Lediglich zwei Wochen durfte sie ihre Gäste bewirten. Sie habe sich in einer Grauzone befunden. „Ich hatte ja nicht geschlossen, daher bekomme ich auch keine Unterstützung.“ Am Montagmorgen sind sämtliche Plätze belegt – zumindest vor dem Geschäft und auf dem Marktplatz, wo seit kurzem Tische der „Krämerei“ stehen dürfen. „Ich bin definitiv erleichtert“, blickt Melanie Krawitz dem Sommer mit einem Hochgefühl entgegen.

Auch im Gasthof Scherer war der Biergarten voll

So verhält es sich auch mit der Familie Butzkamm aus Schönau, die den Gasthof Scherer betreibt. „Die Menschen planen wieder“, berichtet Christoph Butzkamm. „Wir hoffen, bald wieder große Veranstaltung wie Hochzeiten durchführen zu können.“ Das Wochenende sei sogar besser gelaufen als erwartet. „Der Biergarten und die Terrasse waren voll.“ Nach innen habe es lediglich zwei Personen gezogen. „Bei diesem Wetter möchten alle draußen sitzen.“ Für Samstag zum Fußballschauen habe sich schon die erste Gruppe angemeldet. „In dieser Woche öffnen wir nochmal von Donnerstag bis Sonntag, dann kehrt der Normalbetrieb von Dienstag bis Sonntag zurück.“

Es wird Fußball geschaut und draußen gesessen

120 Personen stehen bei Ekrem Özkan vom Restaurant „Zum Landmann“ in Gerlingen im Buchungssystem für Samstag. „Es wird Fußball geschaut“, ist der Inhaber froh über die Treue seiner Gäste. „Wir haben viel zu tun.“

Sven Fischer vom Café-Restaurant „Gut Kalberschnacke“ hat während der Schließung renoviert, um im frischen Gewand wieder durchstarten zu können. Sein Betrieb befindet sich in bester Lage zur Listertalsperre. „Bei gutem Wetter gehen die Menschen nur ’rein, wenn es draußen keinen Platz mehr gibt.“ Das sei auch am Wochenende so gewesen. „Wenn das Wetter so bleibt, bin ich zufrieden.“ Das Hoch pünktlich zu den weiteren Lockerungsschritten hat wohl allen Gastronomen in die Hände gespielt. „To go“ dürfte für sie jedenfalls das persönliche Unwort des Jahres sein.

Margitta Henrich (2. v. l.) mit ihrem Mann und Freunden im „Berghof“ in Wenden ein. Die Gruppe gönnte sich Kaffee und Kuchen.
Franz Köhler vom „Bootshaus“ in Olpe hat selten so einen Andrang wie am Wochenende erlebt.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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