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Landratswahl Kreis Olpe (mit Kommentar)
Zwei-Drittel-Mehrheit für Theo Melcher

Jubel in Zeiten von Corona (v. l.:) Noch-Landrat Frank Beckehoff, Christine und Theo Melcher, Jochen Ritter und Wolfgang Hesse.
  • Jubel in Zeiten von Corona (v. l.:) Noch-Landrat Frank Beckehoff, Christine und Theo Melcher, Jochen Ritter und Wolfgang Hesse.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Die Überraschung blieb aus: Wie eigentlich zu erwarten, hat sich bei der Landratswahl im Kreis Olpe Theo Melcher durchgesetzt. Der haushohe Favorit setzte sich deutlich gegen seine Mitbewerber Bernd Banschkus von der SPD, Fred Josef Hansen von den Grünen und Gabriele Granrath von den Linken durch. Der amtierende Kreisdirektor, der für die CDU antrat, fuhr allerdings ein echtes Traumergebnis ein – er holte 65,9 Prozent, also praktisch eine Zwei-Drittel-Mehrheit und schnitt damit fast ebenso gut ab wie sein Amtsvorgänger und derzeitiger Chef, Frank Beckehoff, der die Wahl diesmal als Wahlleiter beobachtete – bisher war es stets umgekehrt.

win Olpe. Die Überraschung blieb aus: Wie eigentlich zu erwarten, hat sich bei der Landratswahl im Kreis Olpe Theo Melcher durchgesetzt. Der haushohe Favorit setzte sich deutlich gegen seine Mitbewerber Bernd Banschkus von der SPD, Fred Josef Hansen von den Grünen und Gabriele Granrath von den Linken durch. Der amtierende Kreisdirektor, der für die CDU antrat, fuhr allerdings ein echtes Traumergebnis ein – er holte 65,9 Prozent, also praktisch eine Zwei-Drittel-Mehrheit und schnitt damit fast ebenso gut ab wie sein Amtsvorgänger und derzeitiger Chef, Frank Beckehoff, der die Wahl diesmal als Wahlleiter beobachtete – bisher war es stets umgekehrt.
Fred Josef Hansen holte 13,1 Prozent und damit fast vier Prozentpunkte mehr als vor sechs Jahren, Bernd Banschkus gelang es mit 17,8 Prozent nicht, das Ergebnis von SPD-Kandidat Thomas Förderer von vor sechs Jahren einzustellen, der 21,9 Prozent geholt hatte. Gabriele Granrath, die für die Linken antrat und damit nicht nur die erste Linken-Kandidatin für den Landratsposten im Kreis, sondern die erste Frau überhaupt ist, die sich um das Amt bewarb, blieb mit 3,3 Prozent weit hinter ihren Erwartungen zurück, schnitt aber damit besser ab als die Linke bei der Kreistagswahl. Sie zeigte sich als faire Verliererin und gratulierte Melcher, bevor sie mit einigen Parteifreunden den großen Sitzungssaal des Kreishauses verließ. Banschkus war schon zur Halbzeit der Auszählung gegangen. Die Wahlbeteiligung lag mit 57,9 Prozent immerhin sichtbar höher als vor sechs Jahren (52,4).

Theo Melcher hatte mit einem klaren Sieg gerechnet

Wahlsieger Melcher erklärte: „Angesichts meiner 23-jährigen Tätigkeit und meiner guten Vernetzung hatte ich klar mit einem Sieg gerechnet. Aber dass das praktisch mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geschehen würde, das übersteigt jede Erwartung. Das ist ein enormer Vertrauensvorschuss, und den möchte und werde ich mit dem neuen Kreistag beweisen, dass er gerechtfertigt ist – gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, den Bürgermeistern, denen ich herzlich zu ihrer Wahl gratuliere.“ Die Herausforderungen der Zukunft seien unter anderem die Fragen der Mobilität, der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, dem Thema Bildung und Wirtschaft sowie der Bürgerservice, den Melcher mit dem Team der Kreisbediensteten ausbauen und weiter nach vorn bringen will.

Grüne hoffen auf mehr Sachargumente

Herausforderer Fred Hansen (Grüne) gratulierte Melcher: „Es ist ein guter Landrat gewählt worden. Wir gehen davon aus, dass wir nun einen anderen Stil bekommen, im Kreistag wie in der Verwaltung, dass deutlich mehr auf Sachargumente gesetzt werde.“

Kommentar: “Weiter so” ist gewollt Während es in den Städten und Gemeinden in den vergangenen fünf bzw. sechs Jahren immer wieder strittige Themen gab, die die Bürgerinnen und Bürger aufbrachte und die durchaus geeignet sind oder waren, gegen die „Regierungspartei“ CDU zu stimmen, gab es dies auf Kreisebene eigentlich nicht. Das lag zum einen am Landrat und seinem Stellvertreter, die mit ruhiger Hand und offenen Ohren solide und ruhig „durchregiert“ haben. Aber auch an der CDU-Fraktion im Kreistag, die weit offener vorgegangen ist als dies in den Stadt- und Gemeinderäten der Fall war. Hier wurden auch Themen wie der Klimaschutz ernsthaft diskutiert und ihnen Raum gegeben, und der Opposition wird im Kreistag durchaus zugehört und ihre Argumente ernstgenommen. Das hat sich rentiert: Die CDU bleibt nicht nur stärkste Kraft, sondern trotz leichter Verluste auch weiter mit der absoluten Mehrheit ausgestattet. Die Kombination Melcher/CDU ist nicht neu, über zwei Jahrzehnte arbeitet der Christdemokrat, der neuer Landrat wird, schon in führender Stelle im Olper Kreishaus. Dass ihm auch vom politischen Gegner höchster Respekt gezollt und enorme Kompetenz zugesprochen wird, lässt hoffen, dass der Kreis weiterhin in ruhigem Fahrwasser und skandalfrei weitergeführt wird. Wie zu erwarten, ist der neue Kreistag um eine Farbe bunter: Die AfD, die im Wahlkampf praktisch keine Rolle spielte, hat zwei Sitze ergattert und darf daher mit Fraktionsstatus in den Kreistag. Es wird spannend, wie die übrigen Fraktionen mit dem neuen Mitbewerber umgehen werden – so sehr die politischen Ansprüche auch auseinandergehen, wurden die drei „Einzelkämpfer“ der Linken, die nacheinander im Kreistag vertreten waren, von den übrigen Fraktionen stets mit großem Respekt und fair behandelt – weil die Linken dies vorgemacht hatten. Die Grünen haben wie fast überall auch im Kreistag deutlich zugelegt – wohl mehr als ein Beweis, dass die von ihnen offensiv bespielten Themen auch im konservativen Kreis Olpe den Bürgerinnen und Bürgern auf den Nägeln brennen.

Erwartungsgemäß begeistert: CDU-Kreisvorsitzender Jochen Ritter, zwar Wahl-Olper, aber wie Melcher aus der Gemeinde Finnentrop stammend. „Die Leute haben sich offensichtlich überlegt, wem sie in schwierigen Zeiten Verantwortung zutrauen. Als Kreisdirektor hat Theo Melcher schon viele Jahre bewiesen, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist. Zudem hat er einen engagierten Wahlkampf geführt, das Ergebnis spricht Bände.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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