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RW Hünsborn und Trainer trennen sich
Ära Waffenschmidt endet im Sommer

Überraschendes Ende: Andreas Waffenschmidt wird nur noch bis Saisonende Trainer des Fußball-Landesligisten Rot-Weiß Hünsborn sein. Nach sieben Jahren will der Verein vom „Löffelberg“ dann neue Impulse auf dieser Position setzen.
  • Überraschendes Ende: Andreas Waffenschmidt wird nur noch bis Saisonende Trainer des Fußball-Landesligisten Rot-Weiß Hünsborn sein. Nach sieben Jahren will der Verein vom „Löffelberg“ dann neue Impulse auf dieser Position setzen.
  • Foto: Jost-Rainer Georg
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Hünsborn. Die überraschende Nachricht kam am Freitagmorgen via E-Mail. In einer fünfzeiligen Pressemitteilung verkündete Fußball-Landesligist Rot-Weiß Hünsborn in Person des 1. Geschäftsführers Philipp Scherer kurz und knapp, dass das Engagement von Trainer Andreas Waffenschmidt auf dem „Löffelberg“ im Sommer nach sieben Jahren enden werde. Der Verein sei für die „hervorragende Arbeit sehr dankbar“, der Übungsleiter habe „sportlich wie auch menschlich die letzten Jahre des Vereins entscheidend mitgeprägt“, doch es sei nun „Zeit, neue Impulse zu setzen“.
Fakt ist: Sieben Jahre sind im schnelllebigen Fußballgeschäft eine gefühlte Ewigkeit, kaum ein Trainer hält es heutzutage noch so lange auf einem Posten aus.

pm Hünsborn. Die überraschende Nachricht kam am Freitagmorgen via E-Mail. In einer fünfzeiligen Pressemitteilung verkündete Fußball-Landesligist Rot-Weiß Hünsborn in Person des 1. Geschäftsführers Philipp Scherer kurz und knapp, dass das Engagement von Trainer Andreas Waffenschmidt auf dem „Löffelberg“ im Sommer nach sieben Jahren enden werde. Der Verein sei für die „hervorragende Arbeit sehr dankbar“, der Übungsleiter habe „sportlich wie auch menschlich die letzten Jahre des Vereins entscheidend mitgeprägt“, doch es sei nun „Zeit, neue Impulse zu setzen“.
Fakt ist: Sieben Jahre sind im schnelllebigen Fußballgeschäft eine gefühlte Ewigkeit, kaum ein Trainer hält es heutzutage noch so lange auf einem Posten aus. Dass dann bei einer langjährigen Amtszeit wie der von Waffenschmidt irgendwann der Punkt kommt, an dem ein Verein eben solche „neuen Impulse“ setzen will, liegt in der Natur der Sache. „So etwas gehört dazu, das finde ich völlig legitim. Ich hege jetzt keinen Groll“, stellte sogleich auch der Coach klar.

Waffenschmidt von Aus überrascht

Aber: Nachdem die Entscheidung bei der Vorstandssitzung am vergangenen Montag gefallen war, wurde Waffenschmidt von seinem Aus zum Saisonende am Mittwoch überrascht. „Ich hatte nicht damit gerechnet. Wir spielen trotz aller Personalprobleme in dieser Saison den besten Fußball seit ich da bin“, sagte Waffenschmidt. Der Sportliche Leiter Rade Lucic war in die Entscheidung nicht eingebunden, sondern wurde am Montag informiert. Auch er gab sich diplomatisch: „An der Arbeit von Andreas gibt es nichts zu kritisieren, aber man muss nicht warten, bis vielleicht etwas Negatives vorgefallen ist. Es ist auch so nachzuvollziehen, dass ein neuer Weg eingeschlagen werden soll.“

Annen: "Frischer Wind muss wehen"

So argumentierte auch der 1. Vorsitzende Gabriel Annen, der von einer „sehr, sehr schwierigen Entscheidung“ sprach. „Wir stehen in Hünsborn auf Kontinuität, und die Zusammenarbeit mit Andreas war hervorragend. Wir sind im Vorstand aber jetzt der Meinung, dass ein frischer Wind wehen muss, um vielleicht noch einmal neue Ziele zu erreichen.“ Dabei gehe es freilich nicht zwangsläufig um einen sportlichen Aufstieg, RWH sehe sich auch in Zukunft in der Landesliga. „Manche Spieler haben aber bisher im Seniorenbereich nur Andreas Waffenschmidt als Trainer gehabt, und da gibt es schon die Hoffnung, dass ein neuer Trainer vielleicht noch einmal neue Dinge herauskitzeln kann“, so Annen.

"Zeitpunkt lässt Konzentration schleifen"

Es sind Argumente, die Waffenschmidt nach eigener Aussage nachvollziehen kann. So ist es auch nicht die Entscheidung an sich, sondern zwei Nebenaspekte, die den Coach zumindest ein wenig stören. „Der Zeitpunkt lässt die Konzentration ein bisschen schleifen“, findet Waffenschmidt mit Blick auf das morgige Derby gegen den VSV Wenden und ergänzt: „Die Mannschaft ist nicht jubelnd auf den Platz gelaufen, als sie es erfahren hat.“

Waffenschmidt wäre gern in anderer Funktion geblieben

Bei Punkt zwei geht es weniger um den Trainer, sondern mehr um den Menschen Andreas Waffenschmidt. Wer den 49-Jährigen und seine Arbeit kennt, der weiß, dass er am „Löffelberg“ Aufgaben übernommen hat, die weit über seinen Job als Übungsleiter hinausgingen. „Ich bin jemand, der sich mit Leib und Seele einem Verein verschreibt. Die Entscheidung, einen neuen Trainer zu engagieren, kann ich verstehen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass man mich in anderer Form einbindet. Darüber bin ich schon enttäuscht“, so Waffenschmidt, der bildlich anfügt: „Ich hätte mich auch in die Currywurstbude gestellt.“
Stattdessen macht sich der RWH-Coach schon jetzt Gedanken um seine Zukunft. „Ich glaube, mich schon entschieden zu haben, dass ich nach Hünsborn keinen Verein mehr trainieren werde. Stattdessen werde ich jetzt vielleicht mal meine Frau kennenlernen und meinem Sohn beim Spielen zugucken. Man soll ja nichts ausschließen, aber ich kann einfach nicht noch einmal so viel Herzblut in eine neue Aufgabe stecken“, sagte Waffenschmidt.

"Das ist meine Heimat"

Nach 26 Jahren Trainertätigkeit zieht der Coach sein Fazit: „Der Fußball gibt mir alles, nimmt mir aber natürlich auch alles.“ Und mit Blick auf seine Stationen bei Fortuna Freudenberg und am „Löffelberg“ ergänzt er: Ich werde immer ein Fan von Fortuna Freudenberg und Rot-Weiß Hünsborn bleiben. Das ist meine Heimat und das wird sich auch nie ändern.“

Trainergespräche werden ab sofort geführt

Genau für dieses spezielle Anforderungsprofil eines Trainers, der für RWH noch viel mehr ist, müssen die Hünsborner Verantwortlichen jetzt einen Nachfolger suchen. „In diesem Rahmen, wie Andreas es vorgemacht hat, wird es schwierig. Das Gesamtpaket muss stimmen“, sagte der 1. Vorsitzende Gabriel Annen. Schon in diesen Tagen sollen Gespräche mit Kandidaten geführt werden, eine Entscheidung soll schnellstmöglich fallen, wenngleich sich der Verein keine Deadline setzt. „Wir haben einen groben Zeitplan. Wenn es an die Gespräche mit den Spielern geht, wollen wir Klarheit haben. Wir werden aber niemanden aus dem Weihnachtsurlaub holen“, so Annen.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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