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VSV Wenden: Achim Hoffmann tritt ab
„Zeit für Generationswechsel“

Der Sportliche Leiter tritt kürzer: Achim Hoffmann stellt sich am Freitagabend nicht zur Wiederwahl.
  • Der Sportliche Leiter tritt kürzer: Achim Hoffmann stellt sich am Freitagabend nicht zur Wiederwahl.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Schönau. Wenn am Freitagabend um 19 Uhr der VSV Wenden zur Jahreshaupversammlung im Gasthof Wurm „Bützers“ in Schönau zusammenkommt, dann stehen dem Fußball-Landesligisten einige Änderungen bevor. Bei Tagesordnungspunkt 5, den Vorstandswahlen, wird ein Urgestein nicht mehr zur Wiederwahl stehen. Achim Hoffmann, Sportlicher Leiter und seit über 20 Jahren im Vorstand aktiv, tritt ab heute Abend kürzer. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung spricht der 60-jährige „Mann der klaren Worte“ in gewohnt offener Manier über Höhepunkte seiner Amtszeit, Wünsche für die Zukunft und Probleme mit der heutigen Sportlergeneration. – Das Interview im Wortlaut:

Siegener Zeitung: Herr Hoffmann, heute Abend machen Sie als Sportlicher Leiter Schluss. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

pm Schönau. Wenn am Freitagabend um 19 Uhr der VSV Wenden zur Jahreshaupversammlung im Gasthof Wurm „Bützers“ in Schönau zusammenkommt, dann stehen dem Fußball-Landesligisten einige Änderungen bevor. Bei Tagesordnungspunkt 5, den Vorstandswahlen, wird ein Urgestein nicht mehr zur Wiederwahl stehen. Achim Hoffmann, Sportlicher Leiter und seit über 20 Jahren im Vorstand aktiv, tritt ab heute Abend kürzer. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung spricht der 60-jährige „Mann der klaren Worte“ in gewohnt offener Manier über Höhepunkte seiner Amtszeit, Wünsche für die Zukunft und Probleme mit der heutigen Sportlergeneration. – Das Interview im Wortlaut:

Siegener Zeitung: Herr Hoffmann, heute Abend machen Sie als Sportlicher Leiter Schluss. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Achim Hoffmann: „Ich bin jetzt 60 Jahre alt und wollte zusehen, dass ich Schluss mache, bevor ich mit dem Rollstuhl zu Spielerverhandlungen fahren muss. Im Ernst: Nach über 20 Jahren in verschiedenen Ämtern, kann man mal kürzer treten. Ich kündige seit Jahren an, dass ich aufhören werde. Jetzt ist es Zeit für einen Generationswechsel, auch wenn das vielleicht schwierig werden könnte.“

"Niemand möchte mehr etwas machen"

SZ: Gibt es da Grund zur Sorge?
Hoffmann: „Eigentlich nicht, denn wenn nichts mehr schief geht, dann ist meine Nachfolge geregelt und es wird heute Abend jemand in dieses Amt gewählt. Generell ist es in der heutigen Zeit aber eher schwer, solche Positionen zu besetzen, weil niemand mehr etwas machen möchte.“

SZ: Da klingt eine gewisse Kritik an der jüngeren Generation durch.
Hoffmann: „Es ist einfach vieles nicht mehr so wie zu meiner Zeit. Auch im Umgang mit den Spielern gibt es hin und wieder negative Beispiele. Da werden teilweise Stammplatzgarantien gefordert, das gab es früher nicht. Die Tendenz geht dahin, mehr zu nehmen als zu geben. In Wenden haben wir dazu immer schon ein schwieriges Umfeld, da könnte es auch wieder mehr Unterstützung für den Verein geben. Vielleicht wird jetzt der ein oder andere wachgerüttelt.“

"Tritt in den Hintern verteilen"

SZ: Auf ihren Nachfolger kommt also kein leichter Job zu. Was wünschen Sie ihm für die Zukunft?
Hoffmann: „Ich wünsche mir, dass er die gleiche Geduld und die gleiche Beharrlichkeit an den Tag legt. Finanziell geht nicht alles um jeden Preis, aber die sportlichen Ziele sollten immer im Fokus bleiben. Ansonsten sind die Zuschauerzahlen und die Mitgliederzahlen nicht nur bei uns rückläufig. Das Interesse und die Identifikation muss wieder besser werden, manchmal ist es beschämend. Ich hoffe, dass der neue Vorstand wieder mehr Hilfe bekommt. Dafür muss man wahrscheinlich auch den ein oder anderen Tritt in den Hintern verteilen.“

SZ: In ihrer Amtszeit wurden einige Erfolge errungen. Was sticht für Sie positiv heraus?
Hoffmann: „Eigentlich hat es immer Spaß gemacht. Zusammen mit Hubert Löhr und Joachim Schmidt haben wir zu dritt vieles erreicht. Sportlich war die Meisterschaft in der Bezirksliga ein schöner Erfolg. Der Klassenerhalt in der Landesliga letzte Saison ist für mich eigentlich aber noch höher anzusiedeln. Nach desaströsem Beginn sind alle zusammengerückt. Wir haben uns gesagt ,wir schaffen das’ und haben es am Ende hinbekommen. Auch in der laufenden Saison stehen wir nicht gut da, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es wieder packen werden.“

"Werde mit Rat und Tat zur Seite stehen"

SZ: Sie selbst werden zum Saisonende keine Verantwortung mehr tragen. Wie sehen Sie ihre zukünftige Rolle im Verein?
Hoffmann: „Ich werde natürlich immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es denn gewünscht ist. Da werde ich mich dem neuen Vorstand natürlich nicht aufdrängen, aber dass ich jetzt nicht plötzlich verschwinde, ist ja auch klar. Ich werde weiterhin die Spiele verfolgen und helfen, wo ich helfen kann.“

SZ: Sie waren immer ein „Mann der klaren Worte“. Gehören Sie damit zu einer aussterbenden Spezies?
Hoffmann: „Das weiß ich nicht, aber ich hasse es, rumzueiern. Ich bin noch nie vor irgendeiner Wahrheit weggelaufen und finde lieber ehrliche und klare Worte, als hintenrum irgendetwas zu erzählen. Das gilt beruflich, sportlich und auch privat. Diese Art kommt nicht immer gut an, aber damit kann ich leben.“

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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