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Der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn infizierte das Publikum in der Weißen Villa
Aufruhr in Kreuztal

Eifrig geübte Gesellschaftskritik im Zauber bayerischer Volksmusik mit „Da kema Drei“.
ba Keruztal. Der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn grassierte am Freitagabend in Kreuztal und infizierte rund 80 Besucher in der Weißen Villa in Dreslers Park stante pede. Denn Otto Göttler, Geli Huber und Tobias Andrelang waren gekommen, um mit der Neuen Volksmusik auf charmant-grantlerische Art spöttische Kritik zu üben. „Da kema Drei“, kündigen sie bereits mit ihrem Programmtitel an. Drei, die ihre bayerische Heimat verlassen hatten, um „gefühlte 1000 Kilometer“ nach Kreuztal zu fahren. „Versteht’s uns überhaupt?“, war eine durchaus berechtigte Frage, die das Obergiesinger „G’wachs“ Otto Göttler dem Publikum stellte.

Eifrig geübte Gesellschaftskritik im Zauber bayerischer Volksmusik mit „Da kema Drei“.
ba Keruztal. Der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn grassierte am Freitagabend in Kreuztal und infizierte rund 80 Besucher in der Weißen Villa in Dreslers Park stante pede. Denn Otto Göttler, Geli Huber und Tobias Andrelang waren gekommen, um mit der Neuen Volksmusik auf charmant-grantlerische Art spöttische Kritik zu üben. „Da kema Drei“, kündigen sie bereits mit ihrem Programmtitel an. Drei, die ihre bayerische Heimat verlassen hatten, um „gefühlte 1000 Kilometer“ nach Kreuztal zu fahren.

„Versteht’s uns überhaupt?“,

war eine durchaus berechtigte Frage, die das Obergiesinger „G’wachs“ Otto Göttler dem Publikum stellte.

Gesellschaftskritik im Gewand der Volksmusik

Aber ja, sie wurden offensichtlich verstanden, denn „ein paar haben gelacht an der richtigen Stelle“, konnte er feststellen. So machte die eifrig geübte Gesellschaftskritik Sinn, die sich im Zauber der bayerischen Volksmusik verbarg. Denn Otto Göttler, der den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn bereits 1986 gründete, schaut ganz genau hin und legt den Finger in die Wunde. So stehen neben Rüstungsexporten und Managergehältern  auch Youtuber, Mietspekulanten und der Klimaschutz auf dem Prüfstand. Dabei sorgt Tobias Andrelang mit Kontrabass oder Gitarre für den Groove, während Geli Huber der Harfe und der Flöte Töne entlockt. Dass sie zudem die Maultrommel beherrscht und ihrer ehemaligen Schreibmaschinenlehrerin beim rasanten Spiel des Hackbretts beweist, dass ihre Anschlagzahl keineswegs zu niedrig ist, steht außer Frage.
Otto Göttler hat „einen Haufen Instrumente mitgebracht“. Neben der diatonischen Ziach, packt er auch die Concertina, die Ukulele, die Trompete und sogar zwei singende Sägen aus. So können die Obamas bei „Der letzte Tanz“ imaginär über das Tanzparkett schweben, ein Text von Werner Schlierf wird zur Erinnerung an ihn in einen Musette-Walzer eingebettet und Worte des Kabarettisten Sigi Zimmerschied erklingen in „Der Schwarzbraun Michal“. Das Schlimme sei, dass sich in 35 Jahren eigentlich nichts geändert habe, stellt Göttler fest.

„Bayern ist ja schon ein eigenes Land“

In der Tat gibt es viel anzuprangern, allerdings immer mit bajuwarischem Humor. „Bayern ist ja schon ein eigenes Land“, gibt Göttler zu. Deshalb darf auch ein „Original Untergiesinger Grantlerblues“ nicht fehlen. Zum Lachen in den Keller gehen wollen die Zuschauer an diesem Abend allerdings nicht. Vielmehr dürfen sie küssen, eine Polka in Form eines Hochzeitsliedes genießen, mit „La Biche“ in die Bretagne reisen und sich über die „Wischkasten“-Sucht der WhatsApp-Fanatiker amüsieren.

„Hobt ihr a Gaudi?“,

will Göttler wissen und fügt am Ende des Konzerts grinsend hinzu: „Jetzt haben wir euch aufgehetzt“, und es gibt „Aufruhr in Kreuztal!“
Damit es nicht ganz so schlimm wird, schenken Geli Huber, Tobias Andrelang und Otto Göttler dem begeisterten Publikum noch ein ganz spezielles Gutenachtlied zur Beruhigung. „Dann geht ihr nach Hause wie die Lämmer“, grinst Göttler, der mit seinen musikalischen Mitstreitern in der Tat für einen wahnsinnig-bayerischen Abend gesorgt hat.

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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