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„Spitzentanz“ in Kreuztal: Unterricht läuft virtuell
Britta Papp arbeitet mit „Kids“ auf Distanz

Die Kreuztaler Tanzpädagogin Britta Papp unterrichtet seit ein paar Wochen schon mit den Möglichkeiten einer digitalisierten Welt. Sie gibt von zu Hause aus vor, ihre Schülerinnen und Schüler gehen – ebenfalls „at home“ – mit.
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  • Die Kreuztaler Tanzpädagogin Britta Papp unterrichtet seit ein paar Wochen schon mit den Möglichkeiten einer digitalisierten Welt. Sie gibt von zu Hause aus vor, ihre Schülerinnen und Schüler gehen – ebenfalls „at home“ – mit.
  • Foto: Spitzentanz
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Kreuztal. Selbstvergessen, selbstbewusst und damit auch sich des eigenen Selbsts bewusst – so tanzen sie. Selbstständig: auf dem heimischen Parkett, auf der grünen Wiese, im Ess- oder auch im eigenen Zimmer, auf eher beengtem Terrain oder auf dem Platz vor dem Haus, federleicht, mit weiten Gesten, Freiheit atmend. Jede und jeder für sich alleine und doch zusammen bewegen sie sich zur Musik von Nathan Lanier, dessen Stück „Muse I“ wie ein frischer Hauch wirkt, Klänge hat, die das Auf- und das Durchatmen erleichtern.

Sie tanzen und „trotzen Corona“, wie Britta Papp sagt. Die Leiterin von „Spitzentanz“, der Ballett-Abteilung von Kreuztal-Kultur, hat mit ihren Kids sehr schnell einen Weg im Krisen-Modus gefunden – und unterrichtet virtuell.

ciu Kreuztal. Selbstvergessen, selbstbewusst und damit auch sich des eigenen Selbsts bewusst – so tanzen sie. Selbstständig: auf dem heimischen Parkett, auf der grünen Wiese, im Ess- oder auch im eigenen Zimmer, auf eher beengtem Terrain oder auf dem Platz vor dem Haus, federleicht, mit weiten Gesten, Freiheit atmend. Jede und jeder für sich alleine und doch zusammen bewegen sie sich zur Musik von Nathan Lanier, dessen Stück „Muse I“ wie ein frischer Hauch wirkt, Klänge hat, die das Auf- und das Durchatmen erleichtern.

Sie tanzen und „trotzen Corona“, wie Britta Papp sagt. Die Leiterin von „Spitzentanz“, der Ballett-Abteilung von Kreuztal-Kultur, hat mit ihren Kids sehr schnell einen Weg im Krisen-Modus gefunden – und unterrichtet virtuell.

Britta Papp entwickelte einen Plan

Als drei Wochen vor den Osterferien sämtliche Schulen geschlossen wurden, habe Kulturamtsleiter Holger Glasmachers sie aufgefordert, schon gleich an jenem Freitagnachmittag keinen Unterricht mehr anzubieten, so Britta Papp im Gespräch mit der SZ. „Und jetzt? Was macht man?“ Aus dem Moment der Ratlosigkeit wuchs schnell ein Plan. Da sie ohnehin mit den über 300 Schülerinnen und Schülern im „sehr guten Kontakt“ stehe, habe sie sich bald per WhatsApp gemeldet. „Mit einem kleinen Choreo-Video.“ Übungen, Tanzschritte, Bewegungsabläufe ohne und mit Musik. Zum Mitmachen, Nachmachen und mit der Bitte, selbst ein Video zurückzuschicken. So konnte/kann die Tanzpädagogin korrigieren, motivieren, fordern. Für sie selbst, so die 36-Jährige, sei das Erstellen der Videos zunächst „eine echte Überwindung“ gewesen. Das Sich-selbst-beim-Tanzen-Anschauen – auch eine Übung, bei der die Elevinnen und Eleven ihrer Coach dann auch folgten. Das braucht Vertrauen und den geschützten Raum, beides findet sich bei „Spitzentanz“ ganz offenbar.

Kurse laufen in Echt-Zeit

Einen Schritt weiter ging Britta Papp mit den älteren Mädchen und Jungs: Als sie erfuhr, dass es im schulischen Bereich mit der Videokonferenz-Plattform Zoom ganz gut laufen kann, gab sie sich ans Ausprobieren. Mit Erfolg: Inzwischen laufen etliche ihrer Kurse in Echt-Zeit über den Bildschirm, die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrerin können einander sehen und auch hören, das Korrektiv ist unmittelbarer, die Freude, miteinander etwas zu unternehmen, spürbar.

"Ein anderes Gefühl"

Natürlich fehlt die konkrete Wahrnehmung des unmittelbaren Neben-, Vor- und Hintereinanders, die Energie, die in einer – gerade beim Tanz – sehr präsenten Gemeinschaft entsteht, und doch entwickelt sich auch beim „gezoomten“ Tanzen ein besonderer Spirit. Britta Papp: „Das ist schon sehr berührend, wenn sich alle nacheinander anmelden und mitmachen. Es ist ein anderes Gefühl, etwas Neues.“ Und im Unterschied zu der langen Unterbrechung in den Sommerferien, nach der man gemeinsam wieder neu an etwas zuvor Erreichtem durchaus mit etwas Mühe anknüpfen muss, seien jetzt „alle noch dabei, die haben Lust“.

Vages Ziel: "Dance & Sing" in Dreslers Park

Es gibt ein Ziel, das im Augenblick zwar einen Termin hat, aber doch recht vage ist: die Show „Dance & Sing“, die am 14. August in Dreslers Park stattfinden soll. Und so tanzen sie, weiter und weiter. Für die „Spitzentanz“-Leitung ein durchaus herausforderndes Projekt. Jeden Tag unterrichte sie viereinhalb bis fünfeinhalb Stunden und das „unter einer anderen Anspannung“. Fast scheine es, als sei im Homeoffice der eigene Anspruch, etwas Gutes abzuliefern, noch einmal gestiegen. „Man möchte sich selbst zufriedenstellen, empfindet aber auch eine Art Bringschuld“, so Britta Papp. Und mehr als nebenbei braucht es auch die Zeit und den Ort, an dem die Familie in Eichen nicht gleichfalls gerade das Wohnzimmer beanspruchen möchte.

Einst Elevin bei Hans Carrasz

Wie gelingt es ihr, sich „am Ende des Tages“ selbst wieder zu lockern und lösen? „Ich mache sehr, sehr viel Sport, gehe raus – zum Joggen.“ Und dann hat sie von der Pike auf (damals im vorwiegend klassischen Fach bei Hans Carrasz in Siegen) gelernt, was Disziplin ausmachen kann.
Beides hilft, und so kann Britta Papp aus der Ferne und auf dem Screen den „Kids“, wie sie sagt, positiv, fröhlich und ermutigend gegenübertreten: „Eins, zwei, drei, vier … knie und streck … ein Fuß, andrer Fuß … und jetzt von vorn …“

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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