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Emil Brandqvist Trio mit filigranen Klangbildern in Kreuztal
Einmal zum Nordkap und wieder zurück

Tuomas A. Turunen, Emil Brandqvist und Max Thornberg (v. l.) woben einen Traum in der Weißen Villa in Dreslers Park.
  • Tuomas A. Turunen, Emil Brandqvist und Max Thornberg (v. l.) woben einen Traum in der Weißen Villa in Dreslers Park.
  • Foto: Johanna Schirmacher
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

jon Kreuztal. Deutschland reißt sich momentan um die „nordischen Kombinierer“ – aber nicht nur um die Sportler, sondern auch um Musiker des klassischen Klavier-Trios aus Skandinavien. Maßstäbe in diesem Genre hat in den Jahren 1993 bis 2008 das Esbjörn Svensson Trio (E.S.T.) gesetzt. Mittlerweile touren einige Klavier-Trios aus Skandinavien durch die Lande, wie zum Beispiel das Emil Brandqvist Trio, das am Freitagabend in die großen Fußstapfen von E.S.T. trat und die vielen Fans in der Kreuztaler Weißen Villa ins Träumen versetzte. Denn das Programm, das ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand, hieß „Within A Dream“.

jon Kreuztal. Deutschland reißt sich momentan um die „nordischen Kombinierer“ – aber nicht nur um die Sportler, sondern auch um Musiker des klassischen Klavier-Trios aus Skandinavien. Maßstäbe in diesem Genre hat in den Jahren 1993 bis 2008 das Esbjörn Svensson Trio (E.S.T.) gesetzt. Mittlerweile touren einige Klavier-Trios aus Skandinavien durch die Lande, wie zum Beispiel das Emil Brandqvist Trio, das am Freitagabend in die großen Fußstapfen von E.S.T. trat und die vielen Fans in der Kreuztaler Weißen Villa ins Träumen versetzte. Denn das Programm, das ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand, hieß „Within A Dream“. Bereits vor Konzertbeginn hatten sich einige Fans mit Schallplatten oder CDs des Trios eingedeckt: Emil Brandqvist am Schlagzeug, Max Thornberg am Kontrabass – beide aus Schweden – und der Finne Tuomas A. Turunen am Flügel. Die Titelauswahl im Konzert kam querbeet von den vier bereits seit 2013 erschienenen Alben sowie von der in Kürze erscheinenden Neueinspielung „Entering The Woods“.

Emil Brandqvist Trio spielte sich in einen Flow

Die musikalische Linie der beiden nicht sehr langen Sets bewegte sich entlang größtenteils auskomponierter Stücke, die nicht allzu viel Raum für ausufernde Improvisationen ließen. Faszinierend war dabei zu beobachten, wie selbst komplexe Passagen zwischen Schlagzeug, Klavier und Bass perfekt aufeinander abgestimmt waren. Anleihen aus nordischer Volksmusik verschmolzen dabei mit filigranen Jazz-Elementen, die ab und zu auch einmal die lange, gerade Straße Richtung Nordkap zu verlassen schienen, damit man abseits des Weges Moltebeeren suchen könne. Hier und da gelang es dem Trio nämlich, die festgezurrten Arrangements in Improvisationen aufzugeben, um in einen regelrechten Flow zu kommen und sich, nach angemessener Zeit mit freejazzartigen Klangeruptionen, wieder beieinander einzufinden und das Stück in einem klar strukturierten Ende ausklingen zu lassen.
Jeder Instrumentalist bekam dabei auch Gelegenheiten, seine solistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. „From Now On“ war ein Stück mit melancholischer Tonsprache, bei dem Emil Brandqvist, der zudem die meisten Kompositionen verantwortet, mit seinen Schlagwerkzeugen das Drumset oft fast zart, aber niemals brachial, bearbeitete. Vorzugsweise mit den Besen raschelte er auf den Trommel-Fellen und Becken, was den Zuhörer an Laub im Wald erinnern mochte.

Fast schon ein Hit: Brandqvists Song für seine Kinder

Überhaupt waren viele Stücke impressionistische Klangmalerei, die Bezug auf die Natur nehmen: „Butterfly“, „Skog“ (Wald) oder „When The Light Shines Through“ – mal fast schüchterne Ballade, mal energiegeladener Klangrausch im stetigen Wechsel, aber dennoch alle mit sehr ähnlichem Duktus. Nordisch „by nature“. Fast schon ein Hit ist „Du haller min hand“ (Du hältst meine Hand), ein mit einem lebhaften Groove unterlegter Song, den Brandqvist seinen Kindern gewidmet hat, die aber jetzt, wie er sagte, schon so groß seien, dass sie nicht mehr so gerne an Papas Hand gingen.

Applaus für sympathische Skandinavier

Die moderne, fein durchdachte Kammermusik des Trios verlangte eine gewisse Konzentration beim Zuhören, denn wie sonst wäre es zu erklären, dass erst bei der knapp 20-minütigen Zugabe der erste Zwischenapplaus gegeben wurde. Das Publikum wollte wohl die träumerische Stimmung im Saal nicht unterbrechen und tat gut daran, dies auch nicht zu tun. Zum Schluss wurde dankbarer Applaus den drei sympathischen Skandinaviern zuteil.

Autor:

Redaktion Kultur

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