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Federleichter und ungewöhnlich gespielter Bläser-Sound mit Federspiel
Fernab der Blasmusik-Klischees

Die preisgekrönten Österreicher von Federspiel begeisterten das Publikum in der ev. Kirche Buschhütten.
anwe Buschhütten. Sie beschwören zwar auch, besonders mit dem Titel ihres neuen Albums „Von der langsamen Zeit“, diese Zeit, die sich trotz der hektischen Vorweihnachtszeit peu à peu kurz vor den Feiertagen breit macht und die Menschen sich genüsslich zurücklehnen und das Arbeitstempo herunterfahren lässt. Aber wie passt diese Langsamkeit mit einem eigentlich siebenköpfigen Ensemble aus gestandenen, studierten österreichischen Musikern mit doch eher flott, und meist auch eher laut, gespielten Blasinstrumenten zusammen?
Entschleunigte KlängeGanz einfach! Man nehme das würdige Ambiente der ev.

Die preisgekrönten Österreicher von Federspiel begeisterten das Publikum in der ev. Kirche Buschhütten.
anwe Buschhütten. Sie beschwören zwar auch, besonders mit dem Titel ihres neuen Albums „Von der langsamen Zeit“, diese Zeit, die sich trotz der hektischen Vorweihnachtszeit peu à peu kurz vor den Feiertagen breit macht und die Menschen sich genüsslich zurücklehnen und das Arbeitstempo herunterfahren lässt. Aber wie passt diese Langsamkeit mit einem eigentlich siebenköpfigen Ensemble aus gestandenen, studierten österreichischen Musikern mit doch eher flott, und meist auch eher laut, gespielten Blasinstrumenten zusammen?

Entschleunigte Klänge

Ganz einfach! Man nehme das würdige Ambiente der ev. Kirche Buschhütten, in der mit Lightshow, Laternen, Kerzen und Stehlampe eine stimmungsvolle Atmosphäre herrscht, und gebe sich ungewöhnlichen winterlich-weihnachtlichen, entschleunigten Melodien hin. Und so entwickelten die sieben Federspieler mit spielend leicht erscheinender Virtuosität ein Wohlfühlprogramm mit eigenen Werken sowie Walzern, Anklängen an Polkas, Märschen und sogar spanisch-feurigen Liedern wie „Los Pesces en el Rio“ und auch (angedeutet) ungarischen und lateinamerikanischen Weisen. Letztere verdankten sie ihrem mexikanischen „Engels-Trompeter“ Ayac Iuan Jiménez-Salvador, der neben Matthias Werner (Posaune), Philip Haas (Trompete, Flügelhorn), Roland Eitzinger (Tuba), Simon Zöchbauer (Trompete, Flügelhorn, Zither), Thomas Winalek (Posaune, Basstrompete) und dem einzigen Holzbläser, Frédéric Alvarado-Dupuy (Klarinette, Bassklarinette), für diesen so ungewöhnlichen, musikalische Genres überschreitenden Klangkosmos verantwortlich zeichnete. Die vielen von ihnen bereits eingeheimsten Preise legen Zeugnis ab von dieser Qualität, ganz zu schweigen von weltweiten Auftritten auf namhaften Bühnen.

Experimentierfreudig und  "anders"

Die von Conferencier und Geschichtenerzähler Philip Haas in „bestem (österreichischem) Abi-Deutsch“ äußerst sympathisch eingeführten Werke kamen so vielfältig und unterschiedlich daher wie die vielen unterschiedlichen Instrumente, muteten bisweilen gar bizarr-avantgardistisch an und wurden experimentell improvisiert. So geschehen in „Wandelsam“, bei dem Simon Zöchbauer Zither-spielend und Ayac Iuan Jiménez-Salvador Laptop-bedienend einen träumerischen Impro-Klangteppich webten, dem die vielen Zuhörer andächtig lauschten. Mit druckvoll geschlagener Riesentrommel ging es im nordisch angehauchten „Avsked“ fast monumental nach der Pause weiter. „Die melancholische Ballerina“ aus der Geschichte vom standhaften Zinnsoldaten (wer kennt diese klassische Geschichte nicht?) wurde melodisch auf einer „selbstgebauten“ Spieluhr von Matthias Werner mit sage und schreibe 633 Löchern eigens und in mühsamer Kleinarbeit in Papierkarton gestanzt und ganz anheimelnd unter der Stehlampe gespielt – traumhaft! Mit den unzähligen Stanz-Fehlversuchen konnte er sogar noch seine Wohnung tapezieren!

Die Bläser können auch singen

Auch ein spöttisches österreichisches Gstanzl wie „Vilks“ durfte nicht fehlen und sorgte für Gelächter im Publikum. Und auch singen konnten die smarten „Buben“ allesamt richtig gut, und dies kam zum finalen „Großbauernjodler“, der ihre vokale Stimmkunst fulminant zum Ausdruck brachte, zu seinem endgültigen, mit stehenden Ovationen beklatschten Höhepunkt. Bei so viel Feierlichkeit wie auch derber Fröhlichkeit kann Weihnachten getrost kommen. „Pfiati“ und hoffentlich auf ein Neues hier, ihr Federspieler!

Autor:

Anna Maria Weber (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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