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Martina Schwarzmann begeistert mit direktem bayerischen Humor in Kreuztal
Kein romantischer Typ

Powerfrau Martina Schwarzmann begeisterte ihre Fans in Kreuztal mit unverblümtem Humor und Einblicken in den alltäglichen Wahnsinn einer vierfachen Mutter.
  • Powerfrau Martina Schwarzmann begeisterte ihre Fans in Kreuztal mit unverblümtem Humor und Einblicken in den alltäglichen Wahnsinn einer vierfachen Mutter.
  • Foto: Bärbel Althaus
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ba- Ausgelassene Stimmung trotz begrenzter Zuschauerzahl und lästiger Corona-Auflagen mit der bayrischen Kabarettistin in der Otto-Flick-Halle.
ba Kreuztal.  Nachdem die Zuschauer die Masken ablegen durften, nahm auch Martina Schwarzmann am frühen Sonntagabend in der Otto-Flick-Halle in ihrem bereits orthografisch aussagekräftigen Programm „genau Richtig“ kein Blatt vor den Mund. „Was bin i froh, dass i jetzt do bin“, verkündete sie strahlend in Kreuztal und fügte gleich hinzu, dass die Übersetzungs-App auf dem Handy gar nicht erst gesucht werden müsse, da sie sowieso nichts nütze. „Nach 20 Minuten hat man sich dran gewöhnt“, versicherte sie.

ba- Ausgelassene Stimmung trotz begrenzter Zuschauerzahl und lästiger Corona-Auflagen mit der bayrischen Kabarettistin in der Otto-Flick-Halle.
ba Kreuztal.  Nachdem die Zuschauer die Masken ablegen durften, nahm auch Martina Schwarzmann am frühen Sonntagabend in der Otto-Flick-Halle in ihrem bereits orthografisch aussagekräftigen Programm „genau Richtig“ kein Blatt vor den Mund. „Was bin i froh, dass i jetzt do bin“, verkündete sie strahlend in Kreuztal und fügte gleich hinzu, dass die Übersetzungs-App auf dem Handy gar nicht erst gesucht werden müsse, da sie sowieso nichts nütze. „Nach 20 Minuten hat man sich dran gewöhnt“, versicherte sie. Und recht hatte die flinkzüngige bayerische Kabarettistin, die vor rund 230 Zuschauern zeigte, dass man auch mit Abstand richtig viel Spaß haben kann.

Heiraten auf Verdacht

Spaß, den normalerweise ein Weiberstammtisch machen sollte, wie sie meint. Gäbe es da nicht kleine Einschränkungen. Vor allem, wenn sich besagter Stammtisch nicht aus Freundinnen, sondern aus Frauen der befreundeten Männer zusammensetze. Einer Schar, die offensichtlich nicht nur gerne über die anderen Teilnehmer lästere, sondern auch „auf Verdacht geheiratet“ habe. Wie sonst lasse es sich erklären, dass vor allem die Ehemänner Ziel heftiger Kritik seien. Schwarzmann kann das gar nicht verstehen. Sie ist mit ihrem „Mo“ sehr zufrieden und hat mittlerweile sogar vier Kinder. Pardon! „Minderjährige Mitbewohner“, denn die muntere Schar möchte im Programm nicht erwähnt werden. Dennoch erfährt der aufmerksame Zuschauer, dass die 41-Jährige ihren Nachwuchs bestens auf die Zukunft vorbereitet. „Ich möchte, dass ihr es später mal besser habt als jetzt“, erklärt sie ihren Kindern. Schließlich gebe es nichts Schlimmeres als eine perfekte Kindheit. „Wie viele Kinder gibt’s, die Angst vor der Zukunft haben – meine nicht“, ist sie sich sicher. Und das Publikum glaubt es aufs Wort, wenn sie erzählt, wie sie zerlöcherte Strumpfhosen auf höchst peinliche Weise zu Mützen umfunktioniert und Nasenbohren an der Supermarktkasse laut und leidenschaftlich anfeuert.

"Oreidig" oder philosophisch?

Unumwunden gibt Schwarzmann zu, dass auch alte Bekannte gelegentlich Kritik an ihr üben. „Weißt du, Martina, als du noch mehr vom Bumsen gesungen hast, hast du mir besser gefallen“, musste sie sich unlängst anhören. Das kann sie ändern. Deshalb greift sie zur Gitarre und präsentiert eine Ballade über „oreidige sexuelle Praktiken“. Doch es wird auch philosophisch. „Wann war der Tag, an dem mir die Kindheit verlorengegangen ist?“, sinniert Schwarzmann und findet direkt die Antwort: „Es war der Tag, an dem ich Konflikte vernünftig gelöst hab.“ Seit dieser Erkenntnis wendet sie wieder öfter kindliche Strategien an: Lügen, Weglaufen und Verstecken. „Nichts wie weg!“, singt sie inbrünstig, und der Zuschauer kann ihren Fluchtinstinkt durchaus nachvollziehen. Wer vier Kinder hat, macht halt so einiges mit.
Da bleibt der Haushalt auf der Strecke, so dass der ordnungsliebende Mann häufig Nachsicht üben muss. Vor allem, weil die Fenster eher selten geputzt werden. Denn statt den Lappen zu schwingen, träumt Martina Schwarzmann seit ihrer Jugend davon, in einer Punkband mit dem klangvollen Namen „Die heißen weißen Radisoiza“ zu singen. „Meine Kinder werden abstreiten, dass sie meine Kinder sind“, ist sie sich sicher und freut sich diebisch darüber. Dass sie kein romantischer Typ ist, gibt sie unumwunden zu. Rosenblätter auf dem Fußboden mag sie nicht. Wer sammelt die hinterher auf?! Dennoch will sie Tipps geben, wie man das Liebesleben aufpeppt. Im Grunde ist es ganz einfach: „Wer vögeln will, muss freundlich sein“, weiß sie und scheint mit dem entsprechenden Lied absolut richtig zu liegen. Denn die Erheiterung im Saal kennt bei Publikum und Interpretin gleichermaßen keine Grenzen, so dass sie den Song mehrfach neu beginnen muss.

Begeisterung trotz Corona-Auflagen

„Ihr machts mi fertig!“, stöhnt sie, „sowas hab i noch nie gehabt!“ In der Tat ist es erstaunlich, dass trotz begrenzter Zuschauerzahl und lästiger Corona-Auflagen die Stimmung derart ausgelassen ist. Zwei Stunden Kabarett über den ganz normalen Alltagswahnsinn machen es möglich. Dem kernigen bayerischen Humor und vor allem Martina Schwarzmann sei Dank!

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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