SZ

Kabarettist René Steinberg in Buschhütten
"Meckern bringt nichts", also: "Freuwillige vor!"

René Steinberg sorgte für Freude und beste Unterhaltung.

ba Buschhütten. „Wäre ich ein Hund, würde ich euch am liebsten das Gesicht abschlecken!“ Na, wenn das keine freundliche Begrüßung war, mit der René Steinberg sein Publikum am Sonntagabend in der Turn- und Festhalle Buschhütten empfing. Dabei strahlte er über das ganze Gesicht und ließ ahnen, worum es an diesem Abend ging. Um Freude nämlich!
„Freuwillige vor – Wer lacht, macht den Mund auf“ hieß das entsprechende Programm, mit dem er ein eindrucksvolles Plädoyer für den Blick auf das Positive und die Bedeutung von Humor hielt. Denn eines hat er nach eigenen Worten während der Corona-Zeit gemerkt: „Meckern bringt nichts!“, auch wenn sich der Eindruck aufdränge, dass die ganze Welt mittlerweile verrücktspiele.

ba Buschhütten. „Wäre ich ein Hund, würde ich euch am liebsten das Gesicht abschlecken!“ Na, wenn das keine freundliche Begrüßung war, mit der René Steinberg sein Publikum am Sonntagabend in der Turn- und Festhalle Buschhütten empfing. Dabei strahlte er über das ganze Gesicht und ließ ahnen, worum es an diesem Abend ging. Um Freude nämlich!
„Freuwillige vor – Wer lacht, macht den Mund auf“ hieß das entsprechende Programm, mit dem er ein eindrucksvolles Plädoyer für den Blick auf das Positive und die Bedeutung von Humor hielt. Denn eines hat er nach eigenen Worten während der Corona-Zeit gemerkt: „Meckern bringt nichts!“, auch wenn sich der Eindruck aufdränge, dass die ganze Welt mittlerweile verrücktspiele.

Schlag nach bei Kant

„Wir wollen nach vorne gucken, das geht nur mit Freude“, verkündete Steinberg deshalb und zeigte, was er darunter versteht, indem er sang, tanzte und die Zuschauer mit seinen Sprachimitationen bestens unterhielt. Doch es wurde auch philosophisch. Aus Kants Erkenntnis, dass Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit sei, zog er seinen eigenen Schluss: „Freude ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Miesepetrigkeit.“ Also raus aus dem Muffel-Mief, auch wenn man sich gelegentlich über seine Mitmenschen ärgert!

Mal Sondock und Prilblumen - reine Nostalgie

„Nichts ist mehr wie früher“, seufzte Steinberg. Spätestens, als Florian Silbereisen Kapitän des Traumschiffs wurde, die Kanzlerin auf einmal Olaf hieß und ein Niederländer bester Autofahrer der Welt wurde, war das nicht mehr wegzudiskutieren. Doch war früher wirklich alles besser? Mitnichten. Auch wenn das Schwelgen in der Vergangenheit ein vertrautes Gefühl vermittelt, Mal Sondocks Radio-Hitparade oder Prilblumen an den Küchenkacheln Nostalgie pur sind, fragte sich Steinberg, ob man das alles wirklich noch braucht. Er ziehe das Navi der unhandlichen Falk-Karte vor und finde auch Sitzheizungen toll, gestand er.

Locker über Seitenbacher parliert

Obwohl sein Blick grundsätzlich zukunftsweisend ist, waren die Themen, die er bemühte, nicht neu. Seitenbacher Müsli ist auf Comedy-Bühnen mittlerweile ebenso durchgekaut wie die vor dreißig Jahren publizierte Erziehungsmethode, sich im Supermarkt neben sein schreiendes Kind zu werfen, um ihm zu zeigen, wie peinlich das ist. Allerdings kann nicht jeder so locker-flockig über diese Dinge parlieren. Deshalb sollte man es hier mit René Steinberg halten und einfach „gucken, wo die Freude ist“. Denn Humor hat Macht.

Hömma: Heinz Erhardt war besser!

Das erkannte laut Steinberg schon der Mönch Jorge von Burgos, der in Ecos Werk „Der Name der Rose“ den Humor verbieten wollte. Hier zeigte sich, ebenso wie bei Steinbergs Umdichtung des Faustmonologs in „Drostens Frust“, dass der studierte Literaturwissenschaftler im Herzen immer noch ein Germanist ist, für den Sprache eine besondere Rolle spielt. Auch deshalb echauffierte sich der Ruhrpötter, für den mit einem Wort wie „Hömma!“ schon eine Menge 
gesagt werden kann, über die Unfähigkeit, im Deutsch-Pop vernünftig zu reimen. Das war definitiv früher besser, als Heinz Erhardts Wortwitz begeisterte.

Mit Bolle nach Pankow...

Also doch noch mal retour in die Zeiten, in denen Bolle nach Pankow reiste, auf einem Baum ein Kuckuck saß und drei Chinesen auf dem Kontrabass spielten, um Kindheitsgefühle zu reaktivieren, indem man gemeinsam mit dem Publikum singt. „Du kannst es dir zurückholen“, versicherte René Steinberg und meinte damit neben diesem beglückenden Kindheitsgefühl auch einen richtig schönen Live-Abend mit echtem Publikum, das seinen Auftritt mit anhaltendem Applaus belohnte.

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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