SZ

Alexander Kiß über die Ausstellung mit seinen Fotos im Kulturbahnhof Kreuztal
Mehr als Landmarken im Kopf

Zwei, die er mochte und die nicht mehr da sind: Alexander Kiß freut sich, dass er Roger Willemsen und Dieter Hildebrandt gemeinsam fotografieren konnte. 66 Fotos im Kulturbahnhof dokumentieren schlaglichtartig Kreuztals Kultur-Welten.
  • Zwei, die er mochte und die nicht mehr da sind: Alexander Kiß freut sich, dass er Roger Willemsen und Dieter Hildebrandt gemeinsam fotografieren konnte. 66 Fotos im Kulturbahnhof dokumentieren schlaglichtartig Kreuztals Kultur-Welten.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Kreuztal. Wer mal einen Blick auf Max Mutzke werfen möchte, Gerd Dudenhöfer, Ingo Appelt, Gerburg Jahnke oder Hagen Rether ins Gesicht schauen will, der ist zurzeit im Kulturbahnhof Kreuztal gut aufgehoben. Im Rahmen des „Szenenwechsels“ stellt Kreuztal-Kultur unter dem Titel „In eigener Sache“ noch bis 3. September 66 Fotos von Alexander Kiß vor. Mit der SZ sah sich der 42-jährige Sachbearbeiter im Kulturamt der Stadt die Foto-Auswahl an, die aus mehr als zehn Jahren einen Überblick über die Kulturszene unter dem Kindelsberg gibt. Kiß hat in seinen Fotoarchiven gesucht – und ist mehr als fündig geworden.
Glasmachers hilft bei der Auswahl„Ich bin mein schlimmster Kritiker“, sagt er, während er auf die Bilderwand schaut, „das beste Bild ist immer das nächste“.

pebe Kreuztal. Wer mal einen Blick auf Max Mutzke werfen möchte, Gerd Dudenhöfer, Ingo Appelt, Gerburg Jahnke oder Hagen Rether ins Gesicht schauen will, der ist zurzeit im Kulturbahnhof Kreuztal gut aufgehoben. Im Rahmen des „Szenenwechsels“ stellt Kreuztal-Kultur unter dem Titel „In eigener Sache“ noch bis 3. September 66 Fotos von Alexander Kiß vor. Mit der SZ sah sich der 42-jährige Sachbearbeiter im Kulturamt der Stadt die Foto-Auswahl an, die aus mehr als zehn Jahren einen Überblick über die Kulturszene unter dem Kindelsberg gibt. Kiß hat in seinen Fotoarchiven gesucht – und ist mehr als fündig geworden.

Glasmachers hilft bei der Auswahl

„Ich bin mein schlimmster Kritiker“, sagt er, während er auf die Bilderwand schaut, „das beste Bild ist immer das nächste“. Er habe sich deshalb schwergetan mit der Auswahl, bei der Amtsleiter Holger Glasmachers geholfen habe. Wer sich aufs Betrachten einlässt, hört so schnell auch nicht mehr auf, zu viele bekannte Künstlerinnen und Künstler gilt es wiederzuentdecken – oder auch zu entdecken, was dank der Hinweise am Rand der Bilderstrecke gut möglich ist. Kiß fotografiert Kunst und Kultur in Kreuztal schon lange, und noch länger hat er einfach Spaß am Fotografieren. Angefangen habe er in seiner Jugend, erzählt er, und dann habe ihn das Fotografieren nicht mehr losgelassen. Im Studium (Literatur, Kultur und Medien) absolvierte er ein Praktikum im Kreuztaler Kulturamt – und blieb dabei, zunächst als Honorarkraft, seit 2018 dann fest angestellt.

Themen Kultur und Corona sind verstrickt

Warum diese Ausstellung? Weil der Stadt wichtig sei, nicht nur auf ihre Gäste hinzuweisen, sondern auch auf die immense Verstrickung der Themen Kultur und Corona, betont Kiß. Und so ist das – längst nicht vollständige – Andenken an die künstlerischen Besucherinnen und Besucher weit mehr als eine Erinnerung, sondern auch eine Anfrage an die Möglichkeiten der Kultur in Zeiten der Pandemie – für die Menschen vor wie für die hinter der Bühne.

Erinnerung an Künstler und voll besetzte Hallen

Den Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern hat Kiß vor allem durch die Kamera. Ein distanzierter Blick, gewiss, aber oft auch einer, der besondere Seiten der Fotografierten offenbart: eine bestimmte Sensibilität, eine Nachdenklichkeit, Versunkenheit in Spiel und Vorführung, Kommunikationsfähigkeit. Dazu gesellen sich große, panoramaartige Aufnahmen gut besetzter Events. „Gerade da geht es ums Präsentieren“, erklärt Kiß. Es sind Momentaufnahmen, Blicke auf optimale Beleuchtung und gebanntes Publikum – und immer wieder Einzelporträts. Zeitzeugnisse und kurze Geschichten über die Gäste der Stadt.

Bitte nicht stören!

„Irgendwann kennt man die Stellen vor der Bühne, von denen aus man gut fotografieren kann“, sagt Kiß über das Handwerk des Fotografierens. Dennoch will auch das distanzierte Abbilden mit den Künstlern abgeklärt sein. „Das kann sehr unterschiedlich sein“, überlegt Kiß, „manche Künstler stört es gar nicht, andere sind da sensibler. Ich versuche, sämtliche Störungen zu vermeiden.“

So nett: Rether, Hildebrandt, Willemsen...

Auch wenn die Kontakte zu den Künstlern eher sporadisch seien, werde doch immer wieder viel lebendig, wenn er sich die Fotos anschaue, sagt Kiß, „das sind nicht nur Landmarken in de Erinnerung“. Und dann fängt er doch noch an zu erzählen. Davon, dass Hagen Rether ein „superentspannter netter Mensch“ sei, genau wie „Marie-Luise Beimer – “, er stutzt: „Marjan“, verbessert er sich dann lachend. Ein Anflug von Bedauern klingt mit, als er auf die Aufnahme von Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen zeigt – beide tolle Künstler und nette Menschen, wie er sagt, und beide nicht mehr bei den Lebenden.

Stolz auf Bild von Pat Metheny

Je nach Künstler seien auch die Lichtverhältnisse sehr unterschiedlich, fährt er dann fort, da werde es schon mal schwierig – so wie bei dem Foto von Pat Metheny, auf das Kiß „sehr stolz“ ist, wie er sagt. Drei digitale Spiegelreflexkameras gehören zu seiner Ausrüstung, aber fotografiert wird ohne Automatisierung, „komplett manuell“. Kiß wendet sich zu einem Foto, das eine junge Geigerin zeigt: Es gehöre auch ein Quäntchen Glück dazu, meint er, dass die Beleuchtung wie beispielsweise bei diesem Bild optimal sei: „Das ist eine schöne Fotografie!“ Und da ist dann der „schlimmste Kritiker“ auch zufrieden ...

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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